Am Montag letztes öffentliches Training

Vorhänge runter bei Bayern! Jetzt werkelt Pep geheim

München - Die Pokalpartie gegen den Fünftligisten aus Nöttingen hatten die Bayern schnell abgehakt. Sehr schnell sogar, noch während des Spiels. Jetzt gilt der Fokus dem HSV-Spiel.

„Die zweite Halbzeit war die vorgezogene Regeneration“, meinte Matthias Sammer mit Blick auf die verhaltenen zweiten 45 Minuten beim 3:1-Erfolg in der ersten Runde des DFB-Pokals. „Wir sind eine Runde weiter, das war das große Ziel“, setzte Philipp Lahm einen nüchternen Haken hinter die Pflichtaufgabe. Der Rekordmeister wollte seinen souveränen, aber glanzlosen Auftritt gegen die tapfer kämpfenden Amateure aus Nöttingen gar nicht schönreden, sondern sich viel lieber auf den Bundesligastart konzentrieren. Am Freitag geht es wieder los – zum Auftakt wollen die Münchner den HSV verhauen (20.30 Uhr).

Nach über sechs Wochen Vorbereitung ist die Freude auf die Liga groß. „Endlich geht es wieder um Punkte“, sagte Lahm und machte deutlich, dass die ersten drei Zähler am Freitag „in München bleiben sollten“. Was übrigens ziemlich wahrscheinlich ist, wenn man auf die 0:8, 1:3, 2:9, 0:5 und 0:6-Klatschen der Hanseaten in den vergangenen fünf Jahren zurückblickt.

Trotzdem: Auch bei den Bayern gibt es noch kleine Baustellen. Die sollen bis zum Saisonstart noch behoben werden – hinter verschlossenen Vorhängen. Am Montag ließ Pep Guardiola die Fans bei strahlendem Sonnenschein nochmal an seinen Trainingsübungen mit den Stars teilhaben, ab Dienstag trainieren die Roten geheim. Denn mit dem Auftritt gegen Nöttingen waren die Münchner nicht zufrieden, auch die hohen Temperaturen im Wildparkstadion wollten sie dafür nicht gelten lassen. „Das darf keine Ausrede sein“, meinte Arjen Robben, Lahm forderte: „Beim nächsten Mal sollten wir besser Fußball spielen.“ Auch die Stars staunten nicht schlecht, als Niklas Hecht-Zirpel plötzlich zum 1:1 traf (16.).

Bilder: Hoeneß beobachtet Bayern-Training

Video & Bilder: Hoeneß beobachtet Bayern-Training

Wieder einmal hatte ein langer Ball für Unordnung in der Defensive gesorgt, wieder einmal wirkte die Abwehr überrumpelt. Dass Mario Götze aber nur eine Minute später zur erneuten Führung traf, werteten die Bayern als gutes Zeichen. „Wir haben direkt eine Reaktion gezeigt“, lobte Sammer. Allerdings war der Sportvorstand trotz des ungefährdeten Sieges nicht vollends überzeugt. „Spiele, die wir gut gestalten, müssen wir nachhause fahrem. Und in Spielen, die wir nicht gut gestalten, muss wieder ein bisschen mehr Souveränität erkennbar sein“, bemängelte Sammer mit Blick auf den Supercup gegen Wolfsburg und das jüngste Pokalspiel. Erst dann „sind wir auf dem komplett richtigen Weg“. Dennoch sehen sich die Münchner gerüstet für den Ligastart, auch wenn „die letzten Prozente noch fehlen. Die kommen aber über die Wettkampfpraxis“, ist sich Sven Ulreich sicher.

Die fehlt dem HSV aber auch noch, was sich beim peinlichen Pokalaus gegen Viertligist Carl Zeiss Jena (2:3 n.V.) zeigte. Gehen sie in Hamburg mit der fehlenden Form genauso sorglos um wie mit fehlenden Rücksäcken, droht ihnen am Freitag ein böses Erwachen. Dann geht der Vorhang nämlich auf.

Arjen Robben im Angriffsmodus

Knapp 30 Grad zeigte das Thermometer am Montag Vormittag an, als die FCB-Stars um zehn Uhr den Rasen betraten. Als erster kam Arjen Robben aufs Feld und der Niederländer brannte genauso wie die Sonne. In jeder Übung gab der Turbodribbler Vollgas, knallte Manuel Neuer und Ivan Lucic beim Torschuss die Kugel in schöner Regelmäßigkeit um die Ohren. Rund 2000 Fans an der Säbener Straße sahen Arjen im Angriffsmodus. Den hatte er am Vortag auch schon eingelegt, als er gegen Nöttingen nach 55 Minuten in die Partie kam. Er übernahm nicht nur die Kapitänsbinde von Philipp Lahm, sondern gleich auch das Zepter im Offensivspiel der Roten. Einzig ein Treffer war dem 31-Jährigen nicht vergönnt. Dennoch war er zufrieden. „Ich habe schon vor dem Spiel gut trainiert, jetzt wieder ein bisschen den Rhythmus dazubekommen“, sagte Robben und sagte fast schon drohend Richtung HSV: „Ich bin fit!“

sw

Rubriklistenbild: © Ruiz

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