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Rekordmeister in der Analyse

System, Stars, Stimmung: Das sind die neuen Bayern seit dem Ancelotti-Aus

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In Hin- und Rückspiel gegen Paris bewegten sich die Bayern-Profis in zwei verschiedenen Stimmungswelten.

Zehn Wochen liegen bei den Bayern zwischen der herben CL-Pleite in Paris und der Gala im Rückspiel. Der Rekordmeister ist wieder das blühende Leben auf dem Rasen! Was hat sich in dieser Zeit geändert?

München - Wie schnell es im Fußball gehen kann? Frag nach beim FC Bayern! Vor zehn Wochen standen die Roten nach der 0:3-Schmach von Paris vor dem Kollaps. Arjen Robben stellte damals knallhart fest: „Das ist nicht der FC Bayern!“ Erst mit dem Rauswurf von Carlo Ancelotti und der Rückkehr von Jupp Heynckes fanden die Münchner wieder zurück ins blühende Leben auf dem Rasen. Selbst das Fußball-Monster aus Paris hat der FCB mit dem souveränen 3:1-Sieg am Dienstagabend das Fürchten gelehrt - und damit auch ein dickes Ausrufezeichen im Kampf um den Henkelpott in Richtung Barcelona, Madrid und Manchester gesetzt. „Wir sind kein leichter Gegner! Wir haben gezeigt, dass mit uns zu rechnen ist“, zeigt sich Sportdirektor Hasan Salihamidzic selbstbewusst. 

Aber können sich Jupps Jungs wirklich ernste Hoffnungen auf den ganz großen Coup machen? Oder war der Triumph gegen Paris St. Germain nur eine Momentaufnahme? System, Stars, Stimmung - das hat sich seit der Hinspiel-Niederlage von Paris geändert:

Bayerns Erfolgsfaktor Nummer eins: Das System

Mit klaren taktischen Vorgaben coacht „Don Jupp“ seine Spieler vom einen Erfolg zum nächsten. „Es ist jetzt mehr taktische Disziplin vorhanden. Gegen Paris haben elf Mann angegriffen und elf Mann verteidigt“, sagt Sky-Experte Erik Meijer der tz. Vor allem in der ersten Hälfte hatten Neymar und Mbappé kaum Möglichkeiten, ihre Ausnahmefähigkeiten zu zeigen. „Wir haben die Taktik des Trainers in der ersten Hälfte perfekt umgesetzt. Es passiert ganz selten, dass ich gefühlt so wenig gefordert war, weil mich die Vorderleute so gut unterstützen. Wie wir uns da gegenseitig geholfen haben, das war richtig gut“, analysierte Innenverteidiger Niklas Süle. Markanteste Änderung im Jupp-System im Vergleich zu Ancelotti: Javi Martinez spielt wieder auf der Sechs - auch wenn er gegen Paris nur auf der Bank saß. Mit dem zweikampfstarken und ballsicheren Spanier im Zentrum haben die Bayern schon einmal unter Heynckes die Champions League gewonnen. 

Und sonst? „Da hat sich bei den Spielern mehr im Köpfchen verändert. Taktisch ist nicht so viel anders. Ein paar Meter links, ein paar Meter rechts, ein paar Leuten auf bestimmen Positionen etwas mehr Vertrauen geben. Und vor allen Dingen: Klare Ansagen an jeden Spieler, was auf seiner Position gefordert wird. Das macht den Unterschied“, erklärt Meijer. Der Holländer ist sicher: „Die Leistung gegen Paris hat gezeigt: Wenn Bayern so spielt, dann bist du auf Augenhöhe mit Mannschaften wie Barcelona, Madrid oder Manchester City.“ Ein weiterer Erfolgsgarant für Meijer ist übrigens Co-Trainer Peter Hermann: „Er hat so enorm viel Sachverstand und weist die Jungs auf Kleinigkeiten hin. Seine Rolle wird vielleicht immer ein bisschen unterschätzt.

Bayerns Erfolgsfaktor Nummer zwei: Stars

Carlo Ancelotti vertraute gerne auf die individuelle Klasse seiner Stars. „Wir haben eine große Qualität in der Offensive“, war einer seiner liebsten Sätze. Ihre Ausnahmefähigkeiten bringen Spieler wie Kingsley Coman, Corentin Tolisso oder James Rodriguez aber erst seit dem Jupp-Comeback auf den Platz. Vor allem die beiden Franzosen befinden sich aktuell in bestechender Form. „Coco hat in den letzten Wochen immer wieder angedeutet, dass er ein großartiger Fußballer ist, dass er Torgefahr ausstrahlt und dass er vorne in den Strafraum hineingeht“, adelte Heynckes Rekord-Transfer Tolisso nach seinem Doppelpack. Sportdirektor Salihamidzic ergänzte: „King hat sich super entwickelt. Was er für eine Geschwindigkeit hat! Mit Coco haben wir auch viel gesprochen und gearbeitet.“

Friede, Freude, Eierkuchen nach dem Sieg der Bayern über Paris - nicht nur bei der Südamerika-Fraktion.

Und genau das ist entscheidend: Während Ancelotti darauf hoffte, dass die individuelle Klasse irgendwann einmal zum Vorschein kommt, investiert Jupp viel Arbeit in die Spieler. Sinnbildlich dafür ist die Leistungsexplosion von James, der bekanntlich ja Wunschspieler von Carletto war - unter Heynckes aber richtig aufdreht. Wenn der Triple-Coach in den nächsten Wochen einzelne Spieler weiterhin so sichtbar verbessert, wird das in Alles-oder-Nichts-Partien gegen große Gegner den Unterschied ausmachen.

Bayerns Erfolgsfaktor Nummer drei: Stimmung

Während sich ein harmloser FCB von vor zwei Monaten noch die Frage stellen musste: „San mia no mia?“, können die Roten nach der Paris-Gala getrost behaupten: „Mia san wieder wer!“ In den letzten Wochen von Carletto war die Stimmung bei vielen Spielern am Boden und gipfelte mit der Kopfschüttel-Aufstellung im Paris-Hinspiel. Die Stars suchten regelmäßig das Gespräch mit ihm, doch der Mister war auch innerhalb der Mannschaft nicht als Mann der großen Worte bekannt - auch weil er größere Probleme mit der deutschen Sprache hatte als erwartet. Nun ist mit Heynckes jemand an der Seitenlinie, der auf Deutsch und Spanisch mit den Spielern sprechen kann. „Ich glaube, dass die Kommunikation Deutsch-Deutsch leichter ist, als Italienisch/Englisch-Deutsch. Die direkte Kommunikation über Heynckes hilft enorm und trägt mit zur guten Stimmung bei“, meint Meijer. 

Ein weiterer Stimmungs-Bringer ist die Menschlichkeit des 72-Jährigen. Der Sky-Experte: „Jupp ist mehr der Beobachter. Er schaut sich alles an und ist derjenige, der jemanden an die Schulter fasst und das kurze Gespräch mit den Spielern sucht.“  Während Carletto mit seiner undurchsichtigen Rotation Spieler und Fans gegen sich aufbrachte, hat Jupp ein Händchen dafür. Das bewies die Leistung gegen Paris erneut. Jupp: „Ein Trainer arbeitet mit den Spielern täglich und hat dann einen viel besseren Überblick, was zu tun ist. Zudem habe ich 20 Lizenzspieler, fast nur Nationalspieler. Ich muss vom gesamten Kader Gebrauch machen. Für mich war die Aufstellung keine Überraschung. Ich habe für jeden Spieler Argumente“, begründete Heynckes seine überraschende Formation. Kein Wunder, dass Bayern-Patron Uli Hoeneß schon auf der Jahreshauptversammlung schwärmte: „Wenn Sie erleben, welche Stimmungsänderung durch Jupp Heynckes in den Verein gekommen ist. Alle schweben nur noch. Es ist ein ganz anderer Geist da. Was man mit Disziplin und vorbildhaftem Verhalten erreichen kann, beweist uns Jupp Heynckes.“ 

Die ziemlichen besten Freunde Hoeneß und Heynckes wissen, dass für die großen Erfolge eine gute Stimmung im Verein und vor allem innerhalb der Mannschaft elementar wichtig ist. Wer die Leistungsbereitschaft der FCB-Stars für die Mitspieler gegen Paris live erleben durfte, der hat gemerkt: Hier kämpft jeder für jeden! Und wer mit Teamgeist den Rekord-Angriff um Neymar, Mbappé und Cavani ausschalten kann, der muss sich auch vor anderen Superstars wie Weltfußballer Cristiano Ronaldo oder Lionel Messi nicht verstecken.

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