Spielerberater plaudert aus

Wegen 24 Millionen: So ging Neymar den Bayern durch die Lappen

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Neymar (l.) ist zum teuersten Fußballer Welt aufgestiegen.

Die 222 Millionen Euro, die PSG an den FC Barcelona für Neymar bezahlt, sprengen alle bisherigen Dimensionen des Transfermarkts. Vor einigen Jahren wurde der brasilianische Superstar auch dem FC Bayern angeboten - doch der griff nicht zu.

München - 222 Millionen Euro - der Wechsel von Neymar vom FC Barcelona zu Paris St. Germain hat die möglichen Ablösesummen auf dem internationalen Transfermarkt in neue, bislang unvorstellbare Dimensionen katapultiert. PSG-Boss Nasser Al-Khelaifi glaubt trotzdem, ein Schnäppchen gemacht zu haben: "Es hört sich seltsam an, aber wir werden mehr Geld verdienen, weil Neymar bei uns ist, als er gekostet hat. Der Klub wird profitieren“, sagte der äußerst vermögende Scheich aus Katar bei der Vorstellung des 25-jährigen Brasilianers.

Uli Hoeneß möchte Transfer-Wahnsinn nicht mitmachen

Der FC Bayern sträubt sich bekanntermaßen gegen den aktuellen Transfer-Wahnsinn. „Ich möchte keinen Spieler für 150 oder 200 Millionen kaufen, diesen Wahnsinn möchte ich nicht mitmachen. Das sind Dinge, die wir beim FC Bayern total ablehnen“, erklärte Präsident Uli Hoeneß anlässlich des neuen Neymar-Ablöserekords.

Dabei hätte der deutsche Rekordmeister vielleicht selbst diese Wahnsinnsablöse erzielen können. Glaubt man den Ausführungen des Spielerberaters Pedrag Racki, standen die Münchner 2010 selbst kurz vor der Verpflichtung des damals 17-jährigen hoffnungsvollen Talents. 

Racki berichtete gegenüber der kroatischen Zeitung Novi List von einem Treffen mit dem damaligen FCB-Sportdirektor Christian Nerlinger, bei dem es um eine mögliche Verpflichtung Neymars ging. „Es war im Wintertransferfenster 2010, mein Kollege Danny Budimir (von der „Golden Goal Sports & Marketing“-Agentur, Anmerk. d. Red.) kontaktierte Neymars Agenten Wagner Ribeiro, während ich durch meinen langjährigen Freund Giovanni Trapattoni ein Treffen mit Nerlinger organisierte. Ribeiro erteilte Budimir und mir die Vollmacht, um mit den Bayern über einen Transfer zu verhandeln.“

24 Millionen Euro für ein 17-jähriges Talent waren dem FC Bayern zu viel

Demnach versuchte Racki Nerlinger klar zu machen, dass der FC Bayern das „Geschäft des Jahrhunderts“ abschließen könne. „Neymar war damals 17 Jahre alt und man konnte da schon sehen, wie gut er werden wird. Er hatte eine hervorragende Technik, war aber noch viel dünner als heute“, erklärt der Agent. Das Treffen mit Nerlinger fand dann wohl auch statt, der Sportdirektor war gut vorbereitet: „Ich traf mich in München mit Nerlinger, zuvor hatten wir schon zweimal telefoniert. Er sagte mir, dass er Neymar kenne und dass er zu den talentiertesten Spielern der Welt zählt.“

Christian Nerlinger war von 2009 bis 2012 Sportdirektor des FC Bayern.

Ein Transfer kam allerdings nicht zustande. Den Bayern erschien der aufgerufene Preis für den Youngster, der damals noch beim FC Santos in Brasilien spielte, wohl nicht angemessen, wie Racki erklärt: „Neymar sollte 18 Millionen Euro kosten, dazu wären einige Boni geflossen. Das Gesamtvolumen der Ablöse umfasste 24 Millionen Euro. Nerlinger sagte mir jedoch, dass man Neymars Entwicklung zunächst nur weiter verfolgen würde. Der Preis war der Vereinsspitze für einen Spieler, der noch keine 18 Jahre alt war, zu hoch.“

Drei Jahre später wechselte der angehende Superstar für 88 Millionen Euro zum FC Barcelona, 2017 folgte dann der absolute Megatransfer nach Paris für 222 Millionen Euro. Falls sich das Ganze tatsächlich so zugetragen hat, wie Racki berichtet, dürften sich die Bayern-Bosse inzwischen ziemlich ärgern, dass sie damals nicht zugeschlagen haben.

Transfergerüchte und aktuelle News: Welche Spieler holt der FC Bayern München 2017?

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