JVA Landsberg rüstet auf

Wird dieser Sichtschutz wegen Hoeneß installiert?

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Ein Arbeiter installiert den Sichtschutz an der Justizvollzugsanstalt Landsberg.

Landsberg - Kommt er oder nicht? Noch immer ist nicht klar, wo Uli Hoeneß seine Haftstrafe wegen Steuerhinterziehung antreten wird. Die JVA Landsberg zieht jedenfalls schon einmal die Vorhänge zu.

Besondere Vorkommnisse erfordern außergewöhnliche Maßnahmen. Dass diese Redensweisheit auch für ein Gefängnis zutreffen kann, weiß die JVA Landsberg spätestens seitdem bekannt wurde, dass der verurteilte Steuersünder Uli Hoeneß seine Haftstrafe möglicherweise in der Anstalt am Lech absitzen wird. Das Medienecho war so gigantisch, dass die Gefängnisleitung Ende März einem "Tag der offenen Tür" für Journalisten zustimmte. Wohl auch um zu zeigen, dass es hier keinen Promi-Bonus für Hoeneß geben wird.

Transparenz hin oder her - Hoeneß wurde der öffentliche Einblick in seine Zelle offenbar zuviel. Weil er seine Privatsphäre verletzt sieht, lässt der Ex-Bayern-Präsident nun seine Anwälte prüfen, ob er seine dreieinhalbjährige Haftstrafe auch in einer anderen bayerischen Justizvollzugsanstalt antreten kann. Hier ist unter anderem Landshut im Gespräch.

JVA macht Zäune blickdicht

Ob Hoeneß nach Landsberg kommt oder nicht - die JVA am Lech rüstet in jedem Fall auf. So ließ Gefängnisleiterin Monika Groß nun einen neuen Zaun hochziehen, um die Sicht auf das Knast-Gelände von einem angrenzenden Sportplatz aus zu begrenzen.

Doch auch beim Stichwort Persönlichkeitsrechte gilt: Gleiches Recht für alle. Selbst wenn Hoeneß nicht in Landsberg einrücken muss - der Sichtschutz bleibt. Laut Gefängnisleitung so lange, bis die neue Mauer im westlichen Teil des Geländes fertig ist. Diese Umbaumaßnahme hat übrigens nichts mit Deutschlands bekanntestem Häftling zu tun: Eine Modernisierung des 105 Jahre alten Knasts war schon seit längerem geplant.

JVA Landsberg errichtet Sichtschutz - Bilder

JVA Landsberg errichtet Sichtschutz - Bilder

Zufahrtsstraßen werden gesperrt

Aber auch an anderer Stelle scheint man sich in Landsberg auf einen größeren Ansturm vorzubereiten. An den Zufahrtsstraßen hat die Gefängnisleitung Verbotsschilder aufstellen lassen: "Anstaltsgelände! Kein öffentlicher Durchgang" steht darauf geschrieben. Eine Maßnahme, um Kamerateams und neugierige Passanten abzuhalten? Und damit ein Zeichen, dass Hoeneß doch nach Landsberg kommt?

Diese Frage vermag momentan nicht mal die Anstaltsleitung zu beantworten. Über zu wenig Trubel kann sich die JVA Landsberg aber so oder so nicht beklagen. Es sind eben außergewöhnliche Zeiten für das Gefängnis am Lech.

Sebastian Grauvogl

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