Arena-Verordnung verbietet den Einsatz

Wegen Megafon: Droht Müller eine Geldstrafe?

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Thomas Müller feiert den Sieg über Porto mit den Fans - mit einem Megafon.

München - Droht Bayern-Star Thomas Müller eine Geldstrafe? Er hatte nach dem CL-Spiel gegen den FC Porto in der Arena ein Megafon benutzt.

Jubel, Trubel, Heiterkeit! Nach dem 6:1 über den FC Porto feierten die Bayern-Fans in der Südkurve ausgelassen den Einzug ins Halbfinale der Champions League. Mittendrin, statt nur dabei: Thomas Müller. Der 25-Jährige kletterte auf den Zaun, schnappte sich ein Megafon der Fans und stimmte zu Feier-Gesängen an.

Doch droht dem Weilheimer deswegen nun Ungemach? Laut "Verordnung der Landeshauptstadt München über die Arena in Fröttmaning (Arena-VO)" ist der Einsatz von Megafonen verboten! Im § 5, Absatz 1g heißt es, den Besuchern ist das Mitführen von "Geräten zur Geräusch- oder Sprachverstärkung (z.B. Megafon)" untersagt. Der Grund: Es soll vermieden werden, dass Fans via Megafon zu Straftaten animiert oder aufgehetzt werden. Zudem wird der Lärmschutz als Grund angegeben.

Der Vorsänger der Braunschweiger Ultras "Cattiva Brunsviga" wurde nach dem DFB-Pokalspiel beim FC Bayern Anfang März 2015 wegen des Einsatzes eines Megafons vom Kreisverwaltungsreferat (KVR) München zu einer Geldbuße von 178,50 Euro verdonnert. Dieser schmuggelte das Gerät in die Arena, trotz des Hinweises auf das Verbot.

Die "Blau Gelbe Hilfe", eine Hilfsorganisation für Braunschweiger Fans in rechtlichen Fragen, äußerte sich in der Causa Müller auf ihrer Internetseite wie folgt: "Uns stellt sich nun die Frage, bekommt Herr Müller jetzt auch einen Bußgeldbescheid des KVR München? Gemäß der Stadionordnung hat er ja einen, in der Allianz Arena, nicht erlaubten Gegenstand benutzt. Damit nicht genug, der gute Herr Müller beging diesen Verstoß sogar vor laufenden Fernsehkameras."

Wenn das Megafon aber verboten ist - warum hatten die Bayern-Fans dann überhaupt eines dabei? "Von diesem Verbot gibt es eine Ausnahme für die Heimmannschaften 1860 und FC Bayern", erklärte Daniela Schlegel vom KVR auf Nachfrage unserer Onlineredaktion. "Die Vereine suchen die Personen aus, die Megafone nutzen dürfen. Diese werden vor dem Spiel bei der Polizei angemeldet und stehen auch in engem Kontakt mit den Beamten." Dass Thomas Müller eine dieser gemeldeten Personen war, ist aber eher unwahrscheinlich...

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Allerdings gibt es Entwarnung von Seiten der Polizei. Denn: Auch wenn Thomas Müller nicht als Megafon-Nutzer gemeldet war, ist es äußert fraglich, ob dieses Verbot für ihn gilt. Er ist ein Spieler, kein Stadionbesucher. Außerdem ist er bekannt und es ist nicht davon auszugehen, dass Müller via Megafon die Fans anstachelt oder zu Straftaten animiert. Der Bayern-Star hat demnach nichts zu befürchten.

Übrigens: Der Deutschen Fußball-Bund (DFB) empfiehlt die Erlaubnis eines Megafons für Fankurven, egal ob Heim- oder Auswärtsfans.

Florian Weiß

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