„Neuer wird durch die Hölle gehen“ - Offener Brief an die Fans

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So protestierten die Bayern-Fans beim Pokalspiel gegen Manuel Neuer.

München - Der FC Bayern hat in einem offenen Brief an seine Fans appelliert, beim Heimspiel gegen den FC Schalke Fairness walten zu lassen. Allerdings werden die Netze hinter den Toren wieder angebracht.

Mit einem flammenden Appell an „Respekt, Achtung, Toleranz und Fairness“ hat der FC Bayern München seine eigenen Fans vor dem Gastspiel von Schalke 04 mit Manuel Neuer am Samstag (18.30 Uhr/Sky und Liga total!) zu Mäßigung im Umgang mit dem Nationaltorwart aufgerufen. Der Name des von den Bayern umworbenen und bei Teilen der Fans der Münchner umstrittenen Torhüters fehlt in dem offenen Brief vom Freitag zwar. Doch der Klub will wohl in erster Linie den Neuer-kritischen Anhang beruhigen.

Bayerns Pokal-Aus gegen Schalke in Bildern und die Einzelkritik: 1x Note 6, 6x Note 5

Der FC Bayern musste im Halbfinale des DFB-Pokals ein bitteres Aus gegen den FC Schalke 04 einstecken. Hier sehen Sie die Bilder. © dpa
Besonders im Fokus stehen diese beiden Herren: Manuel Neuer und Thomas Kraft. © Getty
Die Torwartposition erhitzt beim FC Bayern weiterhin die Gemüter. © AP
In einer Umfrage von tz-online haben sich zwar rund 55 Prozent für Manuel Neuer als Keeper der nächsten Saison ausgesprochen - doch auch die Neuer-Gegner sind zahlreich. © AP
Sehr zahlreich sogar! © dpa
Soll Neuer kommen? © AP
Diese Fans haben eine eindeutige Meinung. © sampics
Und sie zeigen sie. © AP
Das Mini-Plakat in Großaufnahme. © dpa
Diese Bayern-Anhängerin hofft auf den Pokal. © AP
Das Maskottchen hofft auch. © dpa
Doch auch Felix Magath hätte ihn gerne. © AP
Louis van Gaal ebenso. © AP
Kein Grund zur Sorge: Felix Magaths rotes Auge. © AP
Die Teams laufen ein. © Getty
Händeschütteln! © sampics
Und los geht's! © Getty
Der FC Bayern kommt zunächst ordentlich ins Spiel. © Getty
Mario Gomez ... © Getty
... hat mehrere Möglichkeiten. © Getty
Doch dann schlägt Raul zu! © dpa
15. Minute: Nach einer Ecke ist Höwedes völlig allein. Schweinsteiger schaut nur zu, wie der Schalker Innenverteidiger den Ball zu Raul köpft. Der Spanier hält den Schädel hin. © dpa
Tor! © AP
Die Schalker drehen zum Jubeln ab. © AP
Das ist der Torschütze! © Getty
Raul! © Getty
Und das ist der Vorbereiter: Benedikt Höwedes © AP
Die Königsblauen freuen sich. © AP
Bayern ist bedient und rennt das ganze Spiel dem Rückstand hinterher. © AP
Doch immer wieder heißt die Endstation: Manuel Neuer © dpa
Die Bosse auf der Tribüne wirken besorgt. © AP
Christian Nerlinger und Louis van Gaal auf der Bayern-Bank © Getty
In der zweiten Halbzeit kommt es zu einem Zusammenstoß von Arjen Robben und Manuel Neuer. © sampics
Arjen Robben fliegt. © sampics
Und sieht anschließend Gelb. © sampics
Die Bayern um Franck Ribéry versuchen noch einiges. © dpa
Van Gaal hat die Spieler in der Pause wachgerüttelt. Das bringt zwar eine bessere Leistung, aber kein Tor. © dpa
Auch die Hereinnahme von Miroslav Klose bringt keinen Treffer. © dpa
Dann ist das Spiel aus! © sampics
Bayern ist enttäuscht © dpa
Schalke jubelt © dpa
Und wie! © dpa
Thomas Müller ist bedient © dpa
Manuel Neuer tröstet Thomas Kraft © sampics
Schalke rutscht ins Finale gegen den MSV Duisburg ... © sampics
... und auf den Boden! © sampics
Die Schalker hatten offenbar T-Shirts für den Finaleinzug vorbereitet. © dpa
Kommen wir nun zur Bayern-Einzelkritik © AP
Thomas Kraft: Ihm war die besondere Situation, seinem Konkurrenten Neuer gegenüberzustehen nicht anzumerken. Chancenlos beim Gegentor, ansonsten wenig geprüft. Note: 3 © Getty
Philipp Lahm: Versuchte gemeinsam mit Robben viel Druck zu machen, kam ihm immer wieder zu Hilfe. Im Vergleich zum Dortmund-Spiel verbessert, mit einigen wichtigen gewonnenen Zweikämpfen. Seine Zuspiele in die Spitze waren jedoch zu unpräzise. Note: 4 © Getty
Anatoli Timoschtschuk: Wirkungsvoll und durchsetzungsstark im Duell mit Farfan. Jedoch mit einem großen Aber: Als Innenverteidiger überfordert, wenn er bei Standards gegen Raul eingeteilt war. Verschuldete so das 1:0 und ermöglichte dem Spanier weitere gute Möglichkeiten. Zu Recht ausgewechselt. Note: 6 © Getty
Ab der 58. Minute: Toni Kroos: Ließ sich im Spielaufbau teilweise bis in die Abwehr zurückfallen, verteilte von dort aus die Bälle. Sollte für mehr Offensivkraft sorgen, Geistesblitze hatte er aber keine. Note: 5 © Getty
Breno: Sein erster Einsatz in der Startelf seit dem ersten Rückrundenspieltag – und er rechtfertigte seine Aufstellung. Körperlich total robust, extrem zweikampfstark und mit gutem Stellungsspiel. Ein Innenverteidiger, der seinen Namen verdient. Note: 3 © Getty
Danijel Pranjic: Machte selten Druck nach vorne, ohne dabei seine Defensiv-Arbeit zu vernachlässigen. Aber: Das Zusammenspiel mit Ribéry funktionierte nur sehr selten und seine Flanken waren schwach. Note: 5 © Getty
Luiz Gustavo: Durfte wieder im defensiven Mittelfeld ran. Dort mit großer Ruhe am Ball, verteilte die Bälle mit viel Übersicht. Sehr aggressiv, aber manchmal etwas übereifrig im Zweikampf, was unnötige Freistöße nach sich zog. Note: 4 © Getty
Ab der 82. Minute: van Buyten: o.B. © Getty
Bastian Schweinsteiger: Schon wieder an einem Gegentreffer beteiligt, als er vor dem 1:0 nicht eng genug an Höwedes war, der das Tor vorlegte. Wirkungslos und mit Stockfehlern. Note: 5 © Getty
Arjen Robben: Wurde meist mit mindestens zwei Mann gedeckt, hatte daher in der ersten Hälfte nur wenige gefährliche Aktionen. Wurde in der zweiten Hälfte besser, deutete seine Weltklasse aber bestenfalls an. Note: 4 © Getty
Thomas Müller: Anfangs agil und beweglich, tauchte aber mit längerer Spielzeit mehr und mehr ab. Insgesamt ohne Torgefahr. Note: 5 © Getty
Ab der 77. Minute: Miroslav Klose: o.B. © Gettz
Franck Ribéry: Wurde meist von zwei Schalkern zugestellt und konnte sich gegen diese Überzahl kaum durchsetzen. Bekam aber auch nur wenige brauchbare Anspiele. Note: 5 © Getty
Mario Gomez: War viel unterwegs – Torgefahr strahlte er aber nur sehr selten aus. Die Tormaschine hat im Moment irgendwie Sand im getriebe. Note: 5 © Getty

„Es ist unsere Art von Gastfreundschaft , alle Besucher eines Spieles mit Herzlichkeit und Achtung zu empfangen. Sportliche Konkurrenz auf dem Platz ist in Ordnung, zum 'Mia san mia' unseres Klubs gehört aber auch, dass wir uns gegenseitig respektieren und uns mit sportlicher Fairness entgegentreten“, heißt es in dem vom Vorstand unterzeichneten Aufruf. Da bei den vergangenen Heimspielen in der Münchner Arena „immer wieder Gegenstände aufs Spielfeld geworfen“ worden seien, wird der Klub außerdem für die restlichen Saisonspiele die Netze hinter den Toren wieder anbringen lassen.

Neuer ist damit zumindest vor Wurfgeschossen einigermaßen sicher. Beim jüngsten Gastspiel mit Schalke im DFB-Pokal-Halbfinale am 2. März war Neuer von Teilen der Bayern-Fans in der Südkurve mit kritischen Plakaten („Koan Neuer“) und Schmähungen begrüßt worden. Die Bayern hatten sich danach bei Neuer und Schalke für das Verhalten ihres Anhangs entschuldigt.

„Neuer wird durch die Hölle gehen!“

Weil Neuer aber in der Zwischenzeit seinen Abschied aus Gelsenkirchen verkündet hat und von einem Wechsel nach München auszugehen ist, droht dem 25-Jährigen jetzt abermals ein feindseliger Empfang. Die Ultra-Gruppierung Schickeria hat bereits weitere Aktionen angekündigt. „Er wird durch die Hölle gehen!“, kündigte ein Fan im Internet an. Nur eine von vielen Schmähungen - auch aus dem Schalke-Lager, das Neuer seinen Wechselwunsch verübelt. Aus einer Ultra-Gruppierung wurde Neuer deshalb ausgeschlossen. 

sid

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