Nach schwerer Verletzung

Hummels, Ramos, Knoche: Holt Bayern Ersatz für Badstuber?

+
Münchens Sportdirektor Matthias Sammer.

München - Die schwere Verletzung von Holger Badstuber schmerzt den FC Bayern sehr. Der erneute Ausfall zwingt die Münchner, über mögliche Alternativen für den Verteidiger nachzudenken.

Der Schock sitzt noch immer tief. Bei der 6:1-Gala im Champions-League-Rückspiel gegen den FC Porto riss sich Holger Badstuber den vorderen Oberschenkelmuskel und wird voraussichtlich drei bis vier Monate ausfallen. Für Badstuber ist es damit die vierte Horror-Verletzung seit 2012. Zuvor kämpfte sich der Verteidiger nach zwei Kreuzbandrissen und einem Sehnenriss wieder zurück und zeigte mit guten Leistungen, dass die Verantwortlichen des FC Bayern mit ihm planen können.

Der erneute monatelange Ausfall Badstubers zwingt die Münchner nun, über Alternativen in der Abwehr nachzudenken. Jerome Boateng spielt in Guardiolas Planung für die Abwehr eine zentrale Rolle, doch wer soll auf Dauer an seiner Seite verteidigen? Interne Lösungen scheinen Dante, Javier Martinez und Medhi Benatia zu sein, doch stellen sie auch die Ideallösung dar? Dantes Formtief zieht sich nun schon über die gesamte Saison - seine Zukunft beim FC Bayern scheint mehr denn je ungewiss. Zudem läuft der Vertrag des Brasilianers noch bis 2017, ein Abgang im Sommer scheint wahrscheinlich.

Javier Martinez ist nach seinem Kreuzbandriss und achtmonatiger Pause erst seit ein paar Tagen wieder im Mannschaftstraining. Man wird erst in Zukunft sehen, wie der Spanier seine schwere Verletzung wegsteckt und ob er wieder sein altes Niveau erreichen kann. Hinter Medhi Benatia stehen ebenfalls Fragezeichen. Seit seinem Wechsel im Sommer vom AS Rom, für den die Münchner 28 Millionen Euro hinblätterten, konnte der Marokkaner zwar vereinzelt gute Leistungen zeigen, jedoch fehlt ihm noch die Konstanz. Zudem warfen ihn mehrere kleinere Verletzungen immer wieder zurück. Zur Zeit steht er Trainer Pep Guardiola wegen einem Muskelfaserriss nicht zur Verfügung - immerhin soll sich Benatia für das Halbfinale kommende Woche im DFB-Pokal gegen Borussia Dortmund fit gemeldet haben.

FC Bayern: Kommt Ersatz für Badstuber?

Die Verantwortlichen des Rekordmeisters sind gezwungen, sich nach möglichen Alternativen für die Abwehr umzusehen. Wir haben einen Blick auf mögliche Verstärkungen für die zukünftige Bayern-Innenverteidigung geworfen und sagen Ihnen, wer eventuell in Frage kommt.

Sergio Ramos: Der Innenverteidiger von Real Madrid wurde in den letzten Wochen mit dem FC Bayern in Verbindung gemacht. Pep Guardiola soll großes Interesse haben, Ramos an die Isar zu locken und alle Optionen ausloten, um einen Wechsel zu ermöglichen. Die Wahrscheinlichkeit eines Transfers ist jedoch sehr gering. Zum einen hat der 29-Jährige einen Marktwert von 45 Millionen Euro - Real dürfte jedoch deutlich mehr verlangen. Zudem scheint sich Ramos bei den Königlichen wohl zu fühlen und keine Wechselabsichten zu hegen. Sollte es der FC Bayern schaffen, Ramos einen Wechsel nach München schmackhaft machen, käme das einem Paukenschlag gleich. Wahrscheinlichkeit: 5 Prozent.

Mats Hummels: Die Gerüchte um einen Weggang von Mats Hummels aus Dortmund halten sich hartnäckig. Dafür hat Hummels mit gezielten Aussagen jedoch selbst gesorgt. Die BVB-Fans warten vergeblich auf ein Treuebekenntnis des 26-Jährigen. Hummels selbst hat wohl andere Pläne - ein Wechsel kommenden Sommer scheint wahrscheinlich. Auch zum FC Bayern? Medienberichten zufolge zieht es Hummels eher nach England. Demnach soll er sich sogar zu ersten Gesprächen mit Verantwortlichen von Manchester United getroffen haben. Sein Marktwert beläuft sich auf 35 Millionen Euro - Dortmund scheint aber erst ab 45 Millionen Euro gesprächsbereit zu sein. Ein Wechsel nach München wäre für den FC Bayern sehr interessant, würde man damit wohl auch das Innenverteidiger-Duo der Nationalmannschaft stellen. Die Wahrscheinlichkeit eines solchen Szenarios ist aber eher gering.
Wahrscheinlichkeit: 8 Prozent.

Marquinhos: Der Brasilianer soll auf der Einkaufsliste des FC Bayern stehen. Zur Zeit ist er noch bei Paris St. Germain unter Vertrag und weckt auch das Interesse anderer europäischer Top-Klubs. Nicht verwunderlich, denn Marquinhos ist erst 20 Jahre alt und gilt als großes Verteidiger-Talent. Die Frage ist, ob der PSG bereit ist, solch ein Talent ziehen zu lassen? Die Tendenz geht eher gegen nein. Sein Marktwert liegt bei 25 Millionen Euro.
Wahrscheinlichkeit: 10 Prozent.

Branislav Ivanovic: Ivanovic' Vertrag beim FC Chelsea läuft im Sommer 2016 aus. Der Serbe zeichnet sich vor allem durch seine physische Präsenz aus, hat jedoch auch offensive Qualitäten und ist durchaus torgefährlich. Jose Mourinho setzt ihn primär als Rechtsverteidiger ein - Ivanovic ist in der Defensive aber sehr variabel einsetzbar. Iva gilt als einer der besseren Verteidiger aus der Premier League und kann seine guten Leistungen konstant abrufen. Ist er also einer für Pep? Warum nicht. Der Serbe ist zwar schon 31 Jahre alt, kann aber sicherlich noch die ein oder andere Saison auf hohem Niveau spielen. Sein Marktwert liegt bei 17 Millionen Euro. Ivanovic scheint eine gute Alternative für den FC Bayern, wofür die Münchner nicht all zu tief in den Geldkoffer greifen müssten.
Wahrscheinlichkeit: 15 Prozent.

Benedikt Höwedes: Für den Schalker Knappen spricht seine defensive Flexibilität und sein Alter von 27 Jahren. Er kann auf jeder Verteidigerposition eingesetzt werden und blickt bereits auf eine stolze Karriere zurück, so darf er sich unter anderem Weltmeister nennen und das nicht ohne Grund. Bei der Weltmeisterschaft in Brasilien war er unter Jogi Löw in jedem Spiel gesetzt und zahlte das Vertrauen durch gute Leistungen zurück. Seitdem ist Höwedes auf dem Zettel einiger europäischen Top-Klubs. Angeblich existiert eine Ausstiegsklausel in Höhe von 17,5 Millionen Euro und Höwedes selbst soll mit einem Wechsel in die Premier League kokettieren. Solange er nicht seinen im Sommer 2017 auslaufenden Vertrag bei Schalke verlängert, werden auch die Gerüchte um ihn nicht abreißen. Aufsichtsrat-Chef Clemens Tönnies soll einem vorzeitigen Wechsel bereits einen Riegel vorgeschoben haben, jedoch scheint es kaum möglich, Höwedes zu halten, wenn der FC Bayern mit einem guten Angebot um die Ecke kommt.
Wahrscheinlichkeit: 20 Prozent.

Robin Knoche: Das wäre ein Wechsel ganz nach dem Geschmack des FC Bayern. Robin Koche zu verpflichten, hätte wohl mehrere Vorteile. Zum einen würde man einen jungen, spielstarken Innenverteidiger holen, der schon Bundesligaerfahrung hat und sich zunächst mit einem Bankplatz zufrieden geben würde. Zum anderen könnte man aus Sicht des Rekordmeisters einen zukünftigen Meisterschaftskonkurrenten schwächen. 12 Millionen stehen auf dem Preisschild von Robin Knoche. Dazu ist der gebürtige Braunschweiger beidfüßig und 1,90 Meter groß. Das Risiko für die Münchner bei solch einem Transfer wäre überschaubar.
Wahrscheinlichkeit: 20 Prozent.

kus

Auch interessant

Meistgelesen

So kommen Sie noch an Tickets für den FC Bayern
So kommen Sie noch an Tickets für den FC Bayern
Transfergerücht: Bayern an Napoli-Superstar dran
Transfergerücht: Bayern an Napoli-Superstar dran
Klare Ansage im Kampf um Goretzka: Bayern bekommt Konkurrenz aus Italien
Klare Ansage im Kampf um Goretzka: Bayern bekommt Konkurrenz aus Italien
Transfergerüchte und aktuelle News: Welche Spieler sind beim FC Bayern München im Gespräch?
Transfergerüchte und aktuelle News: Welche Spieler sind beim FC Bayern München im Gespräch?

Kommentare