Ribéry will auch den nächsten Elfmeter schießen

"Wenn ich Lust habe, lupfe ich wieder!"

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Selbst blamiert statt Jens Lehmann boßgestellt: Ribéry nach seiner Elferpanne beim VfB.

Der König wurde in Öl verewigt. Es ist eines der neuesten Bilder im Leistungszentrum des FC Bayern. Franck Ribéry mit Mantel und Eckfahne als Zepter in der Hand.

Zu Saisonbeginn wurde er von Ausrüster Nike zum Regenten gekrönt, heute hängt ein Ölportrait des Fotos im Aufenthaltsbereich der Spieler an der Säbener Straße. Der Zauberer polarisiert – so auch am Dienstagabend. In Stuttgart bewegte sich Ribéry zwischen Genie und Wahnsinn.

Dribblings, Tricks, Direktspiel: ein Augenschmaus! Sein Elfmeter: Arroganz! Ribéry versuchte Jens Lehmann zu verspotten – und blamierte sich beim Lupfer in die Tormitte selbst. „Der Elfmeter hat mir gar nicht gefallen, das war Cirque du Soleil. Das muss er sich abgewöhnen“, schimpfte Uli Hoeneß. Zurecht. Das Spiel hätte nach Ribérys Elfer-Blamage kippen können, wäre der VfB nicht gar so limitiert gewesen. Der Manager rüffelt den Superstar. Reaktion Ribéry gegenüber der tz: „Uli Hoeneß hat mich nicht direkt angesprochen. Ich bin wie ich bin. Die Kritik ist nicht schlimm für mich. Ich verstehe, dass der Manager genervt ist – aber ich kenne ihn gut, ich denke heute findet er das schon nicht mehr so schlimm.“ Für Lehmann gab’s sogar Lob: „Bravo! Ich habe ihm gratuliert.“

Eines steht für den Franzosen fest: „Wenn es am Freitag einen Elfmeter gibt, werde ich schießen.“ Und wieder lupfen? „Wenn ich Lust habe, werde ich es wieder machen, ja!“ Schon als es in der 55. Minute den zweiten Elfer des Spiels gab, diskutierte Ribéry wieder mit Bastian Schweinsteiger, überließ dem Kollegen aber die Ausführung. Schweini zuRibérys Missgeschick: „Der Lehmann ist ein schlauer Mensch, der hatte eine Vorahnung. Franck ist unberechenbar. Auf und neben dem Platz. Man kann sich bei dem Typen nie sicher sein, deshalb macht es auch so viel Spaß.“ Kommentar Philipp Lahm. „So wie ich ihn kenne, geht er das nächste Mal wieder hin. Den nächsten macht er wieder rein.“

Alles dreht sich um Ribéry – auch, weil er das Interesse von Europas Topklubs immer größer wird. Dem schiebt der Magier jetzt einen Riegel vor: „Ein Wechsel ist im Moment nicht das Thema des Tages, nicht aktuell.“ Seinen Wunsch nach Neuzugängen wiederholte Ribéry gegenüber der tz: „Wir sind in vielen Wettbewerben, wir wollen die Champions League gewinnen. Ich denke, dass wir dafür eine bessere Mannschaft, Verstärkungen brauchen. Ich sage das nicht für mein eigenes Wohl, sondern für das Wohl des FC Bayern.“

ta, mv

VfB-FCB: Die Bayern in der Einzelkritik und weitere Bilder vom Spiel

VfB-FCB: Die Bayern in der Einzelkritik und weitere Bilder vom Spiel © 
Der Schock steht ihm ins Gesicht geschrieben: VfB-Trainer Markus Babbel. © dpa
Ribéry trifft zum 2:0 für die Bayern. © dpa
Während der Franzose zum Jubeln aufbricht, fuchtelt Jens Lehmann wild mit den Armen. © dpa
Klares Signal in die Stuttgarter Kurve. © dpa
Schließlich noch die Glückwünsche von Schweini abholen. © dpa
Schneller als Khedira: Franck Ribéry. © dpa
Luca Toni erzielt das 3:0 und schraubt... © dpa
... und schraubt und schraubt. © dpa
Schließlich darf Ribéry gratulieren. © dpa
Jens Lehmann motzte und lamentierte. Allein, es half nichts. Der Ex-Nationalkeeper kassierte satte fünf Buden. © dpa
Was Ribéry misslang, schafft Schweini: Er verwandelt den zweiten Bayern-Elfmeter zum 4:0 sicher. © dpa
Franck Ribéry sogar am Boden noch schneller am Ball als Jan Simak. © dpa
Luca Toni obenauf, Serdar Tasci down. © dpa
Die VfB-Spieler wie begossene Pudel... © dpa
Jens Lehmann ... © sampics
... ist bedient. © sampics
Den Bayern-Verantwortlichen hingegen ... © sampics
... ist das Erstaunen über die Höhe des Siegs ins Gesicht geschrieben. © sampics
... die Bayern dagegen ließen sich zurecht von ihren Fans feiern. © dpa
Eine eindrucksvolle Vorstellung. © dpa
Hoch sollen wir leben! © sampics
Was ist denn das bitte für ein spitzbübisches Lächeln? Uli Hoeneß und der DFB-Pokal... © dpa
Die Einzelkritik: Michael Rensing: In der ersten Halbzeit nicht ein einziges Mal gefordert. Auch ohne Keeper hätte der VfB das Bayern-Tor nicht getroffen. In der zweiten Häfte fing er sich dann doch noch eins. Der Rest? Eine Weltklasse-Parade und viel Ruhe. Note: 2 © dpa
Christian Lell: Verrichtete auf Rechts seinen Part solide. Allerdings: Gegen die offensiv nicht existenten Stuttgarter konnte er naturgemäß nicht sonderlich auffallen. Note: 3 © fishing4
Lucio: Gute Darbietung. Wenn’s hart auf hart kommt, ist er sich für nichts zu schade. Scherenschläge in der Luft oder Kopfballduelle mit Migräne-Gefahr? Egal. Lucio ist dabei. Note: 3 © dpa
Martin Demichelis: Machte mit Lucio den Laden dicht. Wirklich viel musste er dafür nicht leisten, denn die Stuttgarter strahlten überhaupt keine Torgefahr aus. Dafür hätte aber Demichelis um ein Haar eingeköpft. Egal, er muss ja nur Tore verhindern, und das tat er gut. Note 3. © fishing4
Philipp Lahm: Wie immer. Fehlerlos, ballsicher, eifrig, intelligent. Permanent im Vorwärtsgang, ohne jemals die Defensive zu vernachlässigen. Mann, ist der gut. Note: 2 © dpa
Bastian Schweinsteiger: Maßvorlage auf Demichelis, die nicht verwertet wurde, dann kurz darauf das 1:0. Schweini nutzte einen kapitalen Fehler von Boka und netzte souverän ein. Per Elfer traf er auch zum 4:0. Note: 1 © dpa
Ab der 58. Hamit Altintop: Gab sofort Gas, beackerte die rechte Seite wie gewohnt laufstark. Er will ins Team, das merkt man. Aber nach dieser Schweini-Leistung wird’s nichts leichter. Note: 3 © dpa
Mark van Bommel: Bleibt er? Geht er? Seine Entscheidung steht an. Bis dahin spielt er allerdings verdammt gut. Ruhig, souverän und dominant. Vor allem defensiv eine abgezockte und wertvolle Darbietung des Holländers. Note: 3 © Sampics
ab der 46. Minute: Ottl. Reihte sich mühelos in die Bayern-Maschinerie ein. Note 3. © Sampics
Zé Roberto: Elfer rausgeholt, Tor vorbereitet und selber eingenetzt. Glänzend vom 34-Jährigen. Jede Aktion hatte Hand und Fuß. Ruhig und überlegt machte Zé wie so oft alles richtig. Note: 1 © dpa
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Franck Ribéry: Zwischen Genie und Wahnsinn. Leitete das 2:0 ein und vollendete eiskalt. Mit vielen Zauberpässen, aber auch mit viel Arroganz. Versuchte wieder mal einen Panenka-Elfer per Lupfer. Doch Lehmann blieb stehen. Insgesamt eine ziemlich starke Leistung von Ribéry. Note: 2 © dpa
Miroslav Klose: Eine gute Chance versiebte er, weil er zu lange mit dem Abschluss zögerte. Dem ersten Elfer ging sein Schuss voraus. Kapital konnte bekanntlich nicht daraus geschlagen werden. Mannschaftsdienlich wie immer. Note: 3 © dpa
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Luca Toni: Die Stuttgarter deckten ihn konsequent, aber nicht überhart. Zu selten konnte er sich von den Schwaben befreien. Einmal reichte es dann aber doch – und der Ohrschrauber begrüßte die Stuttgarter Kurve. Nach Traumvorlage von Ribéry lupfte Toni lässig an Lehmann vorbei. Ein weiteres Tor bereitete er mustergültig vor. Note: 2 © dpa
Ab der 68. Landon Donovan: ohne Bewertung. © fishing4

Quelle: tz

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