Comeback nach vier Jahren

Wie im Triple-Jahr: "Papa" Heynckes macht die Bayern flott

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Jubelte über den Sieg zum Einstand: Jupp Heynckes.

Jupp Heynckes weckt bei den Spielern Erinnerungen an die legendäre Triple-Saison, doch der Trainer selbst sieht den FC Bayern lange nicht auf europäischem Top-Niveau.

München - Thomas Müller dachte nach der nächsten gelungenen Aufführung der Heynckes-Festspiele selig zurück an die größte Sternstunde der Vereinsgeschichte. Der neue, alte Trainer Jupp Heynckes bringe "die Energie und die Leidenschaft mit, die er auch 2013 hatte", sagte der Torjäger von Bayern München nach dem 3:0 (2:0) in der Champions League gegen Celtic Glasgow - doch "Papa" Heynckes wollte von Triple-Träumen nichts wissen.

"So weit dürfen wir im Moment nicht denken, wir müssen uns wirklich noch sehr verbessern", sagte Heynckes, "da gibt es in Europa andere Mannschaften, die führend und sicher weiter sind als wir." Heynckes selbst nannte Titelverteidiger Real Madrid, auch Paris St. Germain gehöre dazu, das den Bayern in Gruppe B weiterhin Platz eins verwehrt. Und, warnte Heynckes, hierzulande warteten nach dem Hamburg-Trip am Samstag mit RB Leipzig und Borussia Dortmund ebenfalls noch "ganz andere Mannschaften".

Traineroldie als Idealbesetzung

Dennoch hat der Trainerroutinier beim Rekordmeister Spielweise und Stimmung in wenigen Tagen stark verbessert. "Ich habe den Eindruck, er wäre nie wirklich weg gewesen", sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge im ZDF: "Jupp ist der ideale Trainer jetzt, er ist der fitteste 72-Jährige, den ich in meinem Leben kennengelernt habe."

Heynckes ist der älteste Übungsleiter, der je in der Königsklasse gecoacht hat - aber, betonte Arjen Robben: "Das Alter ist nur eine Zahl, er ist frisch und hat Lust." Die Mannschaft folge Heynckes, ergänzte Jerome Boateng, "er ist eine Mischung aus Fußballtrainer und Vaterfigur". Seit Heynckes übernommen habe, sei "ein Ruck" durchs Team gegangen, sagte Sportdirektor Hasan Salihamidzic.

Das war am Mittwochabend erneut zu beobachten. Müller, der unter Heynckes wie ausgewechselt wirkt, traf nach starker Anfangsphase zur Führung (17.). Er habe "wieder ein Stück weit den Thomas Müller gesehen, wie ich ihn hier kenne", sagte Heynckes. Joshua Kimmich, für Heynckes ein "super Junge", erhöhte (29.). Mats Hummels besorgte den Endstand (51.). Heynckes aber gab Hummels recht, der gesagt hatte, die Bayern seien noch nicht auf europäischem Top-Niveau.

Neustart gelungen

"Das sind die ersten Schritte", sagte Heynckes über seinen gelungenen Neu-Start, es bleibe noch viel Arbeit. Das zeigte die wacklige Schlussphase, in der biedere Schotten plötzlich gefährlich wurden. "Das darf einer Mannschaft wie der unsrigen nicht passieren", sagte der Trainer, "man muss von der ersten bis letzten Minute hellwach sein!" Heynckes, hat Rummenigge beobachtet, sei eben "kein Euphoriker, er findet immer das Haar in der Suppe, das finde ich gut".

Um für noch mehr Stabilität zu sorgen, will Heynckes an seinem Plan festhalten, zunächst so wenig wie möglich zu rotieren. "Das sind Hochleistungsprofis, die können ohne Probleme drei Spiele in der Woche absolvieren", sagte er. Dass in der zweiten Reihe bei Stars wie James oder Corentin Tolisso Unruhe aufkommt, glaube er nicht. "Ich habe mit allen gesprochen, die nicht von Anfang an dabei waren - mehr als mit den anderen. Sie wissen, was ich vorhabe."

Eine Mannschaft mit 23 Freunden sei ohnehin nicht nötig, ergänzte Robben, es sei nur wichtig, dass sich jeder auf den anderen verlassen könne. "Wenn du Titel gewinnen willst, brauchst du diese Chemie und diesen Zusammenhalt." Das sei jetzt gegeben, sagte Kimmich bei Sky: "Wir sind so weit, dass wir alle Spiele gewinnen können."

sid

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