DFB-Pokal-Drama gegen Dortmund

Wieder Drama um Robben - kam der Einsatz zu früh?

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Bayern-Schock: Der gerade eingewechselte Robben muss mit einer Fußverletzung gleich wieder vom Platz.

München - Zwischen tosendem Willkommen-zurück-Applaus und geschockten Gesichtern lagen weniger als 20 Minuten. Arjen Robbens Leiden geht weiter.

So schnell wird aus einem erbaulichen Stück ein sportliches Drama: Da dachte mindestens das halbe Stadion, dass die 90 Minuten Pokalhalbfinale diesmal schon nach 68 Minuten rum waren. Es stand 1:0, Arjen Robben wurde eingewechselt. Und das war mehr als nur ein normaler taktischer Tausch – es war ein Zeichen der Hoffnung für alle Bayernfans: Ja, am Mittwoch kann Super-Arjen Barcelona schwindlig spielen! Sieben Minuten später schoss Aubame­yang das 1:1, weitere neun Minuten später war Robben schon wieder raus: Wadenverletzung – und das ist ein echtes Drama für die Bayern! Am 22. März hatte sich Robben gegen Mönchengladbach eine Bauchmuskelzerrung zugezogen, danach ging das Zittern los. Mindestens sechs Wochen Pause hatte der damalige Bayernarzt Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt als Regenerationszeit prognostiziert. Am Mittwoch gegen Barcelona wären sechseinhalb Wochen verstrichen…

Das war die eine Sache, die andere war, dass Bayern nun in einer schwierigen Situation steckt – denn so ein Elferschießen ohne Treffer muss man auch erst mal verkraften. Wie also geht es weiter – mit Robben, und mit der eigenen Psyche? Ex-Bayer Mehmet Scholl glaubt aber nicht, dass der Rekordmeister, bei dem auch noch Lewandowski mit Verdacht auf Gehirnerschütterung in die Klinik fuhr, durch den Wind ist: „Um die Bayern braucht man sich psychisch überhaupt keine Sorgen machen. Das wird sie mental nicht treffen. Aber: Sie haben Körner gelassen, die Müdigkeit kommt jetzt. Im Hinspiel in Barcelona wird man das noch kompensieren können, aber dass Pep nicht viel wechseln kann, das wird sich bemerkbar machen.“ Philipp Lahm versuchte das Aus ebenfalls als Betriebsunfall zu verkaufen. „So ist es im Elfmeterschießen. Manchmal kommt der glücklichere weiter, manchmal der bessere. Glückwunsch an Dortmund. Man muss auch gratulieren können und das tun wir.“

Pressestimmen: "Dortmund verkloppt die Bayern"

Pressestimmen: "Bayern rutscht aus!"

Auch wenn’s schwerfällt, Manuel Neuer wählte denselben Weg und wollte sich lieber mit den positiven Aspekten beschäftigen: „Ja, es ist blöd gelaufen“, sagte er zu den Elfer-Ausrutschern. „Sie wollten rechts oben in die Ecke schießen und rutschen beide weg. Aber wir haben alles unter Kontrolle gehabt, dann haben wir fünf Minuten gehabt, wo wir den BVB haben spielen lassen – und dann ist es schwer, den Schalter wieder umzulegen.“

So sah es auch Pep Guardiola, der seine Mannschaft nach dem Aus lobte: „Wir haben gut gespielt, dann haben wir das System gewechselt, nach dem Tor von Dortmund haben wir ein paar Minuten Probleme gehabt. Aber ich bin sehr, sehr zufrieden mit meiner Mannschaft. Wir waren etwas müde, so etwas passiert – in Leverkusen haben wir das Elfmeterschießen gewonnen, diesmal haben wir es verloren.“

Bayern scheitert am BVB - einmal Note 1, dreimal Note 4

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Nun also muss alles daran gesetzt werden, dass die nächsten Spiele nicht verloren werden – und da kommt wieder Arjen Robben ins Spiel. Mehmet Scholl glaubt aber nicht, dass der Holländer bald wieder helfen kann: „Es gibt ja jetzt Abstufungen: Muskelfaserriss, Muskelbündelriss – da muss man abwarten, was die genaue Diagnose ist. Aber für Barcelona? Das kann ich mir nicht vorstellen. Vielleicht, vielleicht das Rückspiel.“ Auch eine Hoffnung – wenn auch nur eine kleine.

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