"Das ganze Thema ist nicht gut für Ribéry"

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Ex-Bayer Willy Sagnol.

München - Willy Sagnol spricht im tz-Interview über den Skandal um Franck Ribéry und was im französischen Fußball so alles falsch läuft. Der ehemalige Bayern-Verteidiger nimmt seinen Landsmann ausdrücklich in Schutz.

Anderthalb Jahre ist es jetzt her, seit Willy Sagnol beim FC Bayern kapitulieren musste. Zu stark waren die Schmerzen in seiner angerissenen Achillessehne. Das Karriereende mit 32. So richtig fit ist der Franzose immer noch nicht. Beim Eröffnungsspiel des Ingolstädter Audi-Sportparks am Samstag begleitete er die Bayern-Allstars nur als Glücksbringer. Doch der ehemalige Publikumsliebling ist auch ohne Profifußball glücklich. Sogar eine Rückkehr zum Verein ist möglich, wie Sagnol im Interview mit der tz verrät.

Herr Sagnol, nach Ihrem Karriereende als Profikicker haben sie sich für ein Sportmanagement-Studium entschieden. Ist die Abschlussprüfung schon in Sicht?

Sagnol: Ja, es läuft sehr gut und ist interessant. Ein paar Monate habe ich noch, dann bin ich fertig.

Und dann?

Sagnol: Ich weiß noch nicht, ob ich weiter in Richtung Management gehen will oder doch den Trainerschein mache.

Sehen wir Sie bei einem deutschen Verein wieder?

Sagnol: Ich habe die letzten zehn Jahre in Deutschland Fußball gespielt. Ich kann es mir nur schwer vorstellen, woanders zu arbeiten.

Der FC Bayern bindet gerne verdiente Ex-Spieler in sein Konzept ein…

Sagnol: Wir haben schon ein bisschen darüber diskutiert. Aber wir lassen uns damit Zeit. Momentan ist das alles offen. Das hat mehr damit zu tun, was ich machen will und was dann möglich ist. In den nächsten Monaten werden wir sehen.

Die 16 Richtlinien des FC Bayern

Sehen Sie hier die 16 "Mia san mia"-Leitsätze zum Durchklicken. © 
01. Mia san ein Verein: Unsere Herkunft, Entstehung und Geschichte liegt in einer gemeinnützigen Idee eines Vereins, die wir bis heute leben. © Quelle: Bayern-Magazin
02. Mia san Botschafter: Durch unser Auftreten im In- und Ausland haben wir ein großes Maß an Verantwortung. Jeder Spieler, Trainer, Manager, Betreuer und Angestellte trägt mit seiner Persönlichkeit nicht nur zum Image des FC Bayern, sondern zu einem Bild des Clubs in der Öffentlichkeit bei. © Quelle: Bayern-Magazin
03. Mia san Vorbilder: Auf und neben dem Platz sind wir Vorbilder für die Jugend. An unseren Werten und wie wir diese leben orientieren sich die Sportler von morgen. © Quelle: Bayern-Magazin
04. Mia san Tradition: Wir haben eine lange und erfolgreiche Geschichte und die Entwicklung des Fußballs maßgeblich mitgeprägt. Darauf können wir stolz sein. © Quelle: Bayern-Magazin
05. Mia san Innovation: Die Verbesserung auf allen Ebenen unserer Arbeit ist unser Ansporn. Ob sportlich, administrativ, technologisch oder zwischenmenschlich, lernen wir täglich dazu und wollen Maßstäbe setzen und Vorreiter als einer der Topclubs der Welt sein. © Quelle: Bayern-Magazin
06. Mia san Selbstvertrauen: Wir gehen in jedes Spiel, um zu gewinnen. Neunzig Minuten spielen wir mutig nach vorne und setzen unser Spiel durch. Wir haben stets das Heft in der Hand. © Quelle: Bayern-Magazin
07. Mia san grenzenlos: Unsere Wurzeln und Werte resultieren aus der Entwicklung unseres Landes. Durch unsere kulturelle Vielfältigkeit und die Erfahrungen, die wir in der täglichen Arbeit mit unseren Spielern machen, verbinden wir unsere Tugenden mit globaler Denkweise und verbessern unser Spiel. © Quelle: Bayern-Magazin
08. Mia san Fußball: Ob alt oder jung, männlich oder weiblich, schwarz oder weiß, ob Champions League oder Kreisklasse, wir sind Fußball zum Anfassen und Mitspielen. Für uns ist die „schönste Nebensache der Welt“ einfach unsere Berufung. © Quelle: Bayern-Magazin
09. Mia san Respekt: Ob Spieler, Geschäftsstellenmitarbeiter, Betreuer, Vorstand, Trainer, Aushilfen oder Präsidium – ohne unseren respektvollen Umgang im Team wären wir nicht auf diesem Weltklasseniveau. © Quelle: Bayern-Magazin
10. Mia san Freude: Wir freuen uns am Spiel, an der Arbeit, am Gewinnen, am Wettbewerb, am Tore schießen, am Zweikampf, an der Gemeinschaft und am Teamgeist. Dies alles treibt uns täglich an. Aber wir akzeptieren auch Niederlagen. © Quelle: Bayern-Magazin
11. Mia san Treue: Über zwölf Millionen Fans bekennen sich allein in Deutschland zum FC Bayern, zehntausende reisen von weit her zu unseren Spielen an. Alles für 90 Minuten Leidenschaft. © Quelle: Bayern-Magazin
12. Mia san Partner: Zu unseren Fans, Fanclubs, Mitgliedern und Sponsoren pflegen wir ein partnerschaftliches Verhältnis. Doch wir wollen darüber hinaus zuverlässige, verlässliche Freunde sein. Wir leben und entwickeln den Sport mit all seinen Facetten zusammen weiter. © Quelle: Bayern-Magazin
13. Mia san Heimat Der FC Bayern München ist überall auf der Welt zu Hause. Doch wir wissen, wo wir daheim sind. © Quelle: Bayern-Magazin
14. Mia san Motor: Die vergangenen Jahrzehnte haben gezeigt, wie viel Energie im FC Bayern steckt. Dies gibt uns allen Selbstvertrauen und ist Motivation für die Zukunft. © Quelle: Bayern-Magazin
15. Mia san Verantwortung: Unserem gemeinnützigen Auftrag werden wir gerecht durch verantwortungsvolles Handeln. Vorbildlich kümmern wir uns um den Menschen. Toleranz, Hilfsbereitschaft und Fairness sind uns Verpflichtung. © Quelle: Bayern-Magazin
16. Mia san Familie: Auch nach einer aktiven Karriere ist unsere Tür für alle offen. Wir stehen ein Leben lang zusammen. © Quelle: Bayern-Magazin
Mia san mia. © Quelle: Bayern-Magazin

Zu Ihrer zweiten Heimat, Frankreich. Der neue Trainer Laurent Blanc hat alle WM-Spieler für ein Spiel gesperrt. Was halten Sie von dieser Strafe?

Sagnol: Ich weiß nicht, ob das gut ist. Aber es ist ja nur ein Freundschaftsspiel. In der EM-Qualifikation im September ist das eine ganz andere Situation.

Von all den Buhmännern bekommt Franck Ribéry am meisten ab. Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge wittern eine Verschwörung und sprechen von einer Hetzkampagne der französischen Politiker. Wie sehen Sie das?

Sagnol: Ich verstehe nicht, warum das alles in die Öffentlichkeit gegangen ist. Ribéry und Benzema haben am Anfang dazu nichts öffentlich gesagt. Aber die Presse hat alles bekommen. Ich finde das furchtbar und unrecht. Wenn ein Politiker oder ein Arzt etwas Schlechtes macht, gelangt das nie an die Zeitung. Ich bin nicht dazu da, zu beurteilen, ob das gut oder schlecht war, was die beiden gemacht haben. Aber dass dieses Thema jeden Tag im Fernsehen läuft und in der Zeitung steht, finde ich schrecklich. Frankreich gibt damit kein gutes Bild ab.

Also eine Verschwörung als Rache für die schlechte WM?

Sagnol: Ich weiß nicht, ob das mit der WM zu tun hat. Benzema war schließlich nicht dabei. Aber Fußball ist in Frankreich wie in Deutschland nun mal sehr wichtig. Wenn man über dieses Thema spricht und nicht an die anderen wirtschaftlichen und sozialen Probleme denken muss, ist das für die Politiker ganz gut. Die können dann in Ruhe arbeiten.

Was denkt Frankreich jetzt von Franck Ribéry?

Sagnol: Warum sollten sie sauer auf ihn sein? Ribéry ist nicht der erste Mann auf dieser Erde, der etwas mit einer Nutte gehabt hat. Das haben viele Leute! Dieses ganze Thema ist nicht gut für Ribéry – und noch schlimmer für Frankreich. Deutschland, Italien, England und Spanien lachen momentan nur noch über Frankreich – nicht nur über Ribéry.

Zurück zum FC Bayern. Statt auf teure Transfers setzt Louis van Gaal auf Nachwuchskräfte wie Diego Contento. Was ist drin in der kommenden Saison?

Sagnol: Ich gebe Bayern recht. Sie haben Spieler wie Badstuber, Contento und Alaba. Die werden sich gut weiterentwickeln und kosten Bayern nicht viel Geld. Ich verstehe das.

Als ehemaliger Außenverteidiger: Trauen Sie Contento den Schritt zum Stammspieler zu?

Sagnol: Contento hat zu wenig gespielt, als dass man etwas Definitives sagen könnte. Aber im Hin- und Rückspiel gegen Lyon hat er super gespielt. In der Bundesliga war er komischerweise nicht so gut.

Ist das Triple in der kommenden Saison drin?

Sagnol: Die Leistung der letzten Saison war schon großartig. Aber am Ende bleiben nur die Titel. Ich weiß nicht, ob sie das so noch mal hinkriegen. Ins Champions-League-Finale einzuziehen, ist wahnsinnig schwer. Sie haben gegen Florenz und Manchester auch ein bisschen Glück gehabt. Aber das gehört dazu. Ich hoffe, sie packen’s noch einmal. Ich wünsche ihnen nur das Beste.

Und Sie sehen wir im Verein dann bald wieder…

Sagnol: Ja, ich hoffe es, mal sehen. Bayern ist mein Herzensverein geblieben.

Interview: Tobias Kimmel

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