Allofs zufrieden mit Los

"Wir haben gehofft: Nicht die Bayern!"

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Klaus Allofs.

Sinsheim - Nach dem 3:2-Sieg in Hoffenheim ist der VfL Wolfsburg zuversichtlich: Die Niedersachsen müssen im Pokal-Halbfinale nicht gegen die übermächtigen Bayern antreten, die Aufgabe in Dortmund halten sie für lösbar.

Als das Los gezogen war, gerieten der kuriose Auftritt von Ricardo Rodriguez und die starke Vorstellung des 22-Millionen-Mannes Kevin de Bruyne zur Nebensache - beim VfL Wolfsburg machte sich Hoffnung auf den zweiten Einzug ins DFB-Pokalfinale nach 1995 breit. Denn obwohl eine hohe Hürde im Weg steht, wurde der Wunsch von Sportchef Klaus Allofs („Nicht wieder bei Bayern München“) nach dem 3:2 (2:1) im Viertelfinale beim Bundesliga-Rivalen 1899 Hoffenheim erfüllt. Die Aufgabe bei Borussia Dortmund hält Allofs für lösbar - ein deutliches Indiz für das neue Selbstvertrauen des Meisters von 2009.

„Wir haben gehofft, dass wir im Halbfinale nicht wieder gegen die Bayern antreten müssen - das ist so eingetroffen“, sagte Allofs. Im Vorjahr hatten sich die Wölfe eine 1:6-Klatsche in der Runde der letzten Vier bei den Bayern abgeholt. „Ein Heimspiel wäre uns lieber gewesen. Aber die letzten Spiele gegen den BVB haben gezeigt, dass wir nicht chancenlos sind.“

Coach Dieter Hecking wirkte beim Ausblick auf das Spiel am 15. oder 16. April fast schon euphorisch. „80.000 Zuschauer und eine Riesenstimmung - das wird ein weiteres Highlight in dieser Saison“, äußerte der Coach, der sich nur zu gern an das bisher letzte Duell mit dem Champions-League-Finalisten erinnert. Am zwölften Spieltag gewannen die „Wölfe“ mit 2:1 - allerdings zu Hause.

Bei jenem Punktspiel vor rund drei Monaten erzielte der Schweizer Rodriguez einen Treffer. Diese Gefahr droht dem BVB diesmal nicht. Schließlich ist der Außenverteidiger nach seinem denkwürdigen Auftritt im Viertelfinale gesperrt. „Das war schon sehr speziell“, kommentierte Rodriguez seinen Abend in Sinsheim.

Zunächst brachte der 21-Jährige seinen Klub mit zwei verwandelten Foulelfmetern (26. und 40.) auf die Siegerstraße. Dann sorgte Rodriguez mit seiner Gelb-Roten Karte wegen Spielverzögerung (70.) noch einmal ungewollt für Spannung in der packenden Partie, die auch aufgrund der beiden Tore des Hoffenheimers Roberto Firmino (38. und 90.+1) sowie des dritten Wolfsburger Treffers durch Bas Dost (64.) mehr als 13.347 Zuschauer verdient gehabt hätte.

„Das war mein allererster Platzverweis“, sagte Rodriguez, der spanische und chilenische Wurzeln hat, mit seinem wunderbaren Schweizer Akzent: „Bei den Elfmetern hatte ich keine Bedenken. Die habe ich schon immer geschossen und auch immer reingemacht. Dass ich im Halbfinale nicht dabei bin, ist schade. Aber die Mannschaft schafft das auch ohne mich.“

Diese Zuversicht ist vor allem mit Blick auf die Entwicklung de Bruynes angebracht. Der Belgier zeigte in Sinsheim eine überragende Vorstellung, obwohl er nach eigenem Bekunden noch lange nicht in Topform ist. „Es ist nicht so einfach, wenn man zuletzt nicht gespielt hat“, sagte der 22-Jährige, der beim FC Chelsea monatelang nur auf der Ersatzbank gesessen hatte: „In England haben wir kaum trainiert, weil wir jeden dritten Tag ein Spiel hatten. Ich muss mich erst wieder an die Trainingsintensität gewöhnen.“

sid

Die DFB-Pokal-Sieger seit 1985

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