Keeper macht Praktikum

Wird Müller der erste Rennfahrer beim FC Bayern?

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Heinz Müller zwischen Fußball und Motorsport. Wie es aussieht, hat vorläufig noch einmal der Fußball gewonnen.

München - Heinz Müller trainiert derzeit beim FC Bayern mit und stünde als Praktikant Gewehr bei Fuß, falls beim Rekordmeister ein weiterer Torhüter ausfallen würde. Dabei hatte der Ex-Mainzer eigentlich schon das Fach gewechselt.

Zuletzt hütete Heinz Müller fünf Jahre lang das Tor des FSV Mainz 05, wechselte sich dabei immer wieder mit Christian Wetklo als Nummer 1 ab. Diese Ära endete jedoch im Sommer: Wetklo ging als Standby-Keeper zum Verein seines Herzens, dem FC Schalke 04. Und auch Heinz Müller war drauf und dran, sich einen Jugendtraum zu erfüllen. Jedoch nicht im Tor eines großen Fußballvereins, sondern abseits des grünen Rasens, in der ADAC-GT-Masters-Serie. Der 36-Jährige stand kurz davor, ins Rennfahrer-Geschäft einzusteigen. "Ich habe mich schon immer für den Rennsport begeistert", hatte Müller im Spätsommer zur "Bild"-Zeitung gesagt. Nachdem die Angebote von Fußball-Klubs nach dem Abschied aus Mainz zunächst ausgeblieben waren, entschied sich der Torhüter für die ersten Schritte zu einem Wechsel in den Motorsport. Ein Freund mit guten Kontakten hatte ihm den Zugang zur Szene verschafft, in der sich auch Ex-Skispringer Sven Hannawald verdingt. "Der Motorsport und die Leidenschaft für Autos begleiten mich schon mein ganzes Leben", sagte Müller im Sommer der "FAZ".

Ein kompletter Quereinstieg wäre der Wechsel in die Rennfahrer-Serie freilich nicht gewesen, zumal Müller zuvor auch schon Erfahrungen auf verschiedenen Circuits gesammelt hatte: "Schon in den vergangenen Jahren bin ich Hobbyrennen gefahren und habe zweimal den Tuner Grand Prix der Motorsportzeitung „Sport Auto“ gewonnen mit meiner Corvette", erzählt er stolz. Zwischen dem Torwartspiel und dem Verhalten auf einer Rennstrecke sieht Müller durchaus Parallelen: "Aus dem Torwartleben bringe ich eine gute Reaktionsfähigkeit mit und bin Tumulte gewohnt. Auf der Rennstrecke geht es ja manchmal auch so zu wie bei einem Eckball im Fünfmeterraum", sagt er.

Nach einigen Testfahrten soll Müller von Experten ein gewisses Talent bescheinigt worden sein, zu mehr kam es bislang aber noch nicht. Denn wenn der FC Bayern ruft, sei es nur zu einem "Torwart-Praktikum", fährt man als 36-jähriger, vertragsloser Fußballer wahrscheinlich mit quietschenden Reifen an der Säbener Straße vor. Bereits zu Beginn seiner Versuche auf der Rennpiste hatte Müller gesagt: "Erst mal muss ich betonen, dass sich das alles noch verschieben kann, sobald ein attraktives Angebot aus dem Fußball kommt. Wenn ich dann wirklich auf der Rennstrecke lande, erfülle ich mir einen Bubentraum." An ein mögliches Engagement beim FC Bayern hatte Müller aber vermutlich nicht mal im Traum gedacht.

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