Frankreich gegen Deutschland

Ribéry: Lieber Familienurlaub statt WM?

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Franck Ribéry mit seiner Frau Wahiba.

Rio de Janeiro - Gegen Deutschland hatten die Franzosen auch auf den Fan-Beistand ihres verletzten Stars gehofft - aber Franck Ribéry will nicht nach Brasilien fliegen. Der Bayern-Profi macht lieber Urlaub.

Es hätte das Spiel des Franck Ribéry werden können: Seine letzte WM, Viertelfinale, Maracanã, der Klassiker gegen Deutschland, gegen sieben Vereinskollegen vom FC Bayern. Für den Franzosen aber heißt es derzeit: Ferien statt Fußball, Strand statt Stadion. Wegen Rückenproblemen hatte der Offensivkünstler seine Teilnahme an der Weltmeisterschaft schon vor dem ersten Match absagen müssen - und auch als Edelfan wird man Europas Fußballer des Jahres nicht am Zuckerhut sehen: Wie französische Medien berichteten, schlug Ribéry eine Einladung des Verbands (FFF) für das Match aus.

Statt sich in den Flieger zu setzen und kurzfristig nach Rio de Janeiro zu reisen, bleibe Ribéry bei seiner Familie im Urlaub und ruhe sich weiter aus, hieß es am Mittwoch. Auf den moralischen Beistand seines verhinderten Stars muss Frankreichs Coach Didier Deschamps verzichten - dabei hätten er und die Mannschaft sich auf den Besuch des 31-Jährigen „sehr gefreut“, wie Deschamps sagte.

Neben Ribéry hatte FFF-Chef Noël Le Graët auch die ebenso verletzten Steve Mandanda und Clément Grenier zum Spiel gegen die DFB-Auswahl eingeladen. „Franck, Clem, Steve, diese Qualifikation gehört auch euch!!!“, twitterte Torjäger Karim Benzema, nachdem sich das Team durch das 2:0 gegen Nigeria das Viertelfinal-Ticket gesichert hatte.

Wenn der „Équipe Tricolore“ am Freitag (18.00 Uhr MESZ) im legendären Maracanã-Stadion von Rio der Coup gegen Joachim Löws Mannschaft und wie 2006 der Einzug ins Halbfinale gelingt, wird ihn Ribéry also nur vom Fernseher aus verfolgen können. Nach dem bitteren WM-Aus und einer unrühmlichen Posse zwischen dem französischen Verband und FC-Bayern-Arzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt um falsche Diagnosen, seltsame Medikationen und sogar eine „Spritzen-Angst“ hatte sich Ribéry aus dem Staub gemacht: Urlaub, Ibiza, Familie und Freunde.

Während die Franzosen in Südamerika ihre Siegesserie starteten und sich immer mehr für das Skandalturnier 2010 rehabilitierten, zeigten Paparazzi-Bilder ihren eigentlichen Superstar beim Sonnenbaden auf der spanischen Mittelmeerinsel. Dort sollte Ribéry seine Enttäuschung über das verpasste Turnier verdauen, es wäre die voraussichtlich letzte WM in seiner Karriere geworden.

Nun bleibt dem sensiblen Edeltechniker nur noch die Heim-EM 2016 für den erhofften Titel mit der Nationalmannschaft - und das Happy End einer durchwachsenen Karriere bei den „Bleus“: 2006 scheiterte Ribéry im WM-Finale an Italien. Es folgten 2008 das EM-Aus in der Vorrunde, 2010 der Skandal in Südafrika und ebenfalls die Heimfahrt nach nur drei Spielen. 2012 war im EM-Viertelfinale gegen Spanien Schluss.

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Auf der Zielgeraden seiner Karriere wird nun der FC Bayern im Fokus stehen - und schon in der nächsten Woche geht es los. Am 9. Juli bittet der deutsche Rekordmeister seine nicht bei der WM spielenden Profis zum ersten Training an die Säbener Straße. Dann will auch Ribéry die Badelatschen wieder gegen Fußballschuhe tauschen.

dpa

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