"Manu der Libero": Nur Beckenbauer ist besser

Porto Alegre - Seine Abwehr ließ ihn permanent in Stich: Ohne "Libero" Manuel Neuer stünde Deutschland nicht im Viertelfinale der WM.

Andreas Köpke musste nicht lange überlegen. „Nur Franz Beckenbauer, vielleicht“, antwortete der Bundestorwarttrainer mit einem breiten Grinsen auf die Frage, ob er schon mal einen besseren Libero als Manuel Neuer gesehen habe.

Der „Kaiser“ löste seine Herausforderungen jedoch immer mit Eleganz und Lässigkeit. „Manu der Libero“ musste dagegen bei seinen waghalsigen Ausflügen mehrmals Kopf und Kragen riskieren, um Deutschland beim 2:1 nach Verlängerung gegen Algerien ins WM-Viertelfinale am Freitag (18.00 Uhr MESZ) gegen Frankreich zu retten. Es war wohl einer der spektakulärsten Auftritte eines Keepers in der langen DFB-Historie.

Entsprechend wurde der 28-Jährige von Bayern München auch mit Lob von allen Seiten überschüttet. „Er war überragend gut. Er hat wie ein Libero reagiert und uns vor vielen brenzligen Situationen bewahrt“, würdigte Bundestrainer Joachim Löw die außergewöhnliche Vorstellung seines besten Abwehrspielers.

Für Köpke ist Neuer schlichtweg „der kompletteste, und damit auch beste Keeper der Welt“. Dass Oliver Kahn seinem Nachfolger „Harakiri“ vorwarf, konnte er überhaupt nicht nachvollziehen. „Das Risiko ist nicht unnötig“, konterte Köpke.

Vielmehr habe Neuer doch „Spaß an seinem Spiel. Man wird auch auf der Bank nie nervös, weil Manu in keiner Situation unsicher ist“, fügte der „BTT“ an. Seine Präsenz, „und so, wie er antizipiert, ist einmalig, fantastisch“. Der könnte „auch Innenverteidiger spielen“, meinte deshalb Ex-Nationalspieler Christoph Metzelder.

Neuer selbst blieb trotz der Elogen gewohnt cool, sprach lediglich von „einem schmalen Grat“ auf dem er sich in so einer Partie bewegen würde. Er müsse einfach „die richtigen Entscheidungen treffen. Aber wenn ich mich entschieden habe, ziehe ich das zu 100 Prozent durch.“ Siehe Algerien. Irrwitzige 19 Ballkontakte hatte er im Achtelfinale außerhalb des Strafraums.

"Schürrle rettet DFB-Elf": Internationale Pressestimmen

Deutschland Algerien Pressestimmen
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UOL Esporte (Brasilien): "Deutschland schießt zwei Tore in der Verlängerung, besiegt Algerien und steigt in der WM auf." © 
Público (Portugal): "Mehr als dreißig Jahre später ist Algerien wieder eine harte Nuss für Deutschland geworden." © 
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Spiegel Online © Screenshot: Webseite
As (Spanien): "Schürrle sorgt für ein Wunder." © 
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Kölner Express © Screenshot: Webseite
A Bola (Portugal): "Algerien demotiviert Löw - Der Trainer der Deutschen bedauert die verpassten Chancen während der regulären Spielzeit." © 
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BR Online © Screenshot: Webseite
O Dia (Brasilien): "Lahm wertschätzt den hart erkämpften Sieg: 'Wir haben gewusst, was uns erwarten würde'." © 
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Der Westen © Screenshot: Webseite
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La Marca (Spanien): "Deutschland überlebt die algerische Rebellion." © 
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O Globo (Brasilien): "Deutschland besiegt Algerien in der Nachspielzeit und sichert sich einen Platz im Viertelfinale." © 
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Daily Mail (England): "Özil und Schürrle ziehen Deutschland durch zu einem Showdown im WM-Viertelfinale mit Frankriech - nachdem Algeria Deutschland 120 Minuten massiv unter Druck setzt." © Screenshot: Webseite
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krone.at (Österreich) © Screenshot: Webseite
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oe24.at (Österreich) © Screenshot: Webseite
Prensa Libre (Guatemala): "Schürrle und Özil bringen Deutschland in Viertelfinale." © 

Dabei nahm der Nationalkeeper, der gegen Frankreich sein 50. Länderspiel absolvieren wird, auch Verletzungen in Kauf. „Wenn ich Angst hätte, würde ich auf der Linie bleiben. Ich versuche nicht, über eine Verletzung nachzudenken“, sagte Neuer. Er wisse doch, was er kann, „das ist mein Spiel“. Dafür sei der Keeper doch auch „weltberühmt“, ergänzte Per Mertesacker.

Held Neuer: So wird er im Web gefeiert

Dass Neuer gegen die Algerier so etwas wie ein Feldspieler mit Handschuhen war, bewies seine sogenannte „Heatmap“. Diese zeigt an farbigen Schraffierungen, wo sich der Spieler auf dem Feld aufgehalten hat: Neuers „Heatmap“ zeigte blaue Ausschläge rechts neben der Seitenlinie, links neben der Seitenlinie und auch 30 Meter vor dem Tor. Und mit weiten Abschlägen wie etwa auf Andre Schürrle bereitete er sogar noch mehr Chancen vor als so mancher Offensivspieler.

Wie einst Franz Beckenbauer als Libero.

sid

Rubriklistenbild: © dpa

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