Zwei Stars fehlen in Island

Bei einer Frage zum DFB-Gegner muss Flick schmunzeln - dann weicht er gekonnt aus

Hansi Flick ist im Profil zu sehen, als er lächelt
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Gute Laune vor dem Abflug nach Island: Bundestrainer Hansi Flick peilt seinen dritten Sieg im dritten Spiel an.

Die deutsche Nationalmannschaft steht vor ihrem dritten WM-Qualispiel binnen weniger Tage. Es ist ein besonderes. Bundestrainer Hansi Flick wird vorher auf dem falschen Fuß erwischt.

München - Hansi Flick musste schmunzeln: Die isländische Medienszene hatte ihn ertappt. Ihn, den Fleißarbeiter, der berühmt ist fürs Analysieren und Auskundschaften aller Gegner. Doch die Namen von Spielern, von fehlenden oder von denen, auf die es ankommen wird diesen Mittwoch (ab 20.45 Uhr bei uns im Live-Ticker) im WM-Qualifikationsspiel in Reyk­javik?

„Es ist die Mannschaft, die wir kennen“, sagte der deutsche Bundestrainer, „und wir wissen, dass sie sich im Umbruch und Neuaufbau befindet. Wir sind aber vor allem auf uns fokussiert, ein Großteil der Trainingsinhalte ist auf unser Spiel gerichtet. Es geht um unsere Qualität, und da ist es nicht so wichtig, wer uns gegenübersteht.“

DFB-Spiel gegen Island: Reus und Baku sind schon abgereist

Grundsätzliches hat er seinen Leuten schon erzählt. Alles gut also - bis sich jedoch Marco Reus als angeschlagen meldete. „Leichte Knieprobleme“, vermeldete Flick bei dem Dortmunder, der beim 6:0 gegen Armenien ein feines Spiel abgeliefert hatte. Also entließ er ihn vorzeitig und ohne Island-Reise zum Verein - bei Ridle Baku verfuhr er ebenso. „Wir dürfen nur 20 Feldspieler plus drei Torhüter fürs Spiel nominieren.“

Flick hat inklusive des dritten Torwarts Kevin Trapp fünf Spieler, die er in keiner seiner ersten beiden Partien einsetzte. Ob es noch Spielzeiten für sie geben wird, das kann sich spontan entscheiden, je nach Verlauf des Abends in Island. „Der Fokus liegt eindeutig darauf, dieses Spiel zu gewinnen.“

Video: Flick schließt Wutrede wie einst Völler für sich aus

DFB-Spiel gegen Island: Jubiläums-Partie für den Favoriten

Klar, denn dann dürfte der neue Bundestrainer die erste Maßnahme seiner Amtszeit mit dem Gefühl der Zufriedenheit abschließen. Neun Punkte wären das Maximum, die am Sonntag den Armeniern abgeluchste Tabellenführung in der Qualifikationsgruppe wäre verteidigt. Überhaupt nicht ins Bild passen würde nach der Steigerung vom Liechtenstein-2:0 zum Armenien-6:0 eine Niederlage. Die deutsche Nationalmannschaft bestreitet ihr 100. WM-Qualifikationsspiel, der Wettbewerb ist die Königsdisziplin über Generationen hinweg. Nur drei Matches wurden in all den Jahrzehnten verloren, kein einziges auswärts.

Vor der Aufgabe in Island wurde auch innerhalb des Teams über den legendären Wut-Auftritt von Rudi Völler nach dem 0:0 von 2003 im Fernsehstudio gesprochen, das als „Weißbier-Interview“ mit dem damaligen ARD-Reporter Waldemar Hartmann in die Geschichte einging. Er ist auch der Generation YouTube vertraut. Leon Goretzka dazu: „Wir sollten zusehen, dass Hansi nicht in eine ähnliche Situation gerät.“

Was die Reaktion anging, konnte Flick seinen Schützling jedenfalls beruhigen. „Es ist nicht vorstellbar, definitiv nicht“, sagte der Bundestrainer lächelnd. „Ich würde das in dieser Form nie machen.“ (Günter Klein)

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