tz-Interview mit dem Sky-Kommentator

Wolff Fuss: "Bayern ist beängstigend"

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Die Gegner der Bayern gingen – Ausnahme ManCity – zumeist leer aus.

München - Im Gespräch mit der tz spricht Sky-Fußball-Experte Wolff Fuss über die Lage des deutschen Fußballs, Favoriten und Fehlleistungen in der Königsklasse.

Samstag Nachmittag sitzt Wolff Fuss für Sky im Kommentatoren-Sessel von Augsburg, einem potenziellen Kandidaten für Europa in der nächsten Saison – „wenn auch noch nicht für die Champions League“, wie der Experte meint.

Herr Fuss, wenn man sieht, wie der FC Bayern ohne zahlreiche Stars mal eben 3:0 gegen Moskau gewinnt, dann kann man in moderner Jugendsprache locker behaupten: Läuft bei dir, Pep! Oder?

Wolfgang Fuss.

Fuss: Ja, total. Das ist ein Zeichen für die Konkurrenz: Es ist beängstigend gut, was die spielen! Man mag sich gar nicht vorstellen, wie das wird, wenn tatsächlich alle dabei sind in der Rückrunde. Vielleicht entwickelt sich da in der Sozialstruktur eine neue Problematik, aber ich will jetzt erst mal nichts herbeireden. Also: Was die Bayern spielen, das ist State of the art! Die lassen zwei, drei Torchancen zu, und das ist es dann. Wenn der Gegner die nicht nutzt, dann spannen sie einmal kurz den Bizeps an und das Ding fliegt in die Luft.

Selbst gegen ManCity war es trotz der Niederlage phasenweise überragend.

Fuss: Absolut. Dabei war dieses Spiel das einzige in der gesamten Hinrunde, in dem man mal gesehen hat, dass sie sich eine Auszeit genommen haben für die letzten 20 Minuten. Ansonsten haben sie sich auch diese Auszeiten abgewöhnt!

Schalke hatte davon einige.

Fuss: Bei Schalke liegen die Probleme ein bisschen tiefer. Die kennen ihren Weg noch nicht! Bei denen redet man immer über die unbestrittene, gute, individuelle Klasse. Aber die haben es weder unter Keller noch unter di Matteo geschafft, eine klare Spiel-Idee für sich zu entwickeln.

Trotzdem haben sie sich für das Achtelfinale qualifiziert, genau wie Leverkusen, Dortmund und eben Bayern. Ich fühle mich ein wenig an letztes Jahr erinnert, wie geht es Ihnen?

Fuss: Mmh. Jetzt aber bitte nicht auch noch das Achtelfinale Bayern – Arsenal!

Warum denn nicht?

Fuss: Ich würde einfach mal wahnsinnig gern den Vergleich zwischen Bayern und Paris sehen. Ich glaube fast, das habe ich letztes Jahr schon gesagt. Aber das wäre ein Knaller! Bayern würde gefordert werden – Paris ist für mich die Mannschaft, die am weitesten ist von allen von den Scheichs alimentierten Klubs.

Es fehlt eine komplette Überraschungstruppe wie Nikosia oder Malaga. Hat Sie dennoch eine Mannschaft aus den Socken gehauen?

Fuss: Im positiven Sinne eher weniger. Ich hatte von Liverpool mehr erwartet, vielleicht kann man demzufolge Basel hervorheben.

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Was war für Sie das Knallerspiel der Vorrunde?

Fuss: Natürlich der Bayern-Sieg gegen AS Rom. Da haben die alles kaputt geschossen und mal eben die sieben Hügel abgetragen, auf denen Rom erbaut wurde.

Können wir uns nicht insgesamt ein bisschen selbst feiern? Deutschland ist die einzige Nation, die vier Teams durchgebracht hat!

Fuss: Es spricht gerade alles für den deutschen Fußball! Dortmund hat sich sehr souverän durchgesetzt, Bayern auch. Der Eindruck von Leverkusen, die sich nach zwei vergebenen Matchbällen wahrscheinlich noch in den Hintern beißen, verwässert ein wenig. Aber auch Schalke muss sich ja für nichts entschuldigen.

Und die Lage im übrigen Europa?

Fuss: Die Engländer haben einen verloren in der Gruppenphase, ebenso die Spanier. Die Italiener haben mit Ach und Krach Juventus durchgebracht! Generell sollte der italienische Fußball aufpassen, dass er nicht in der Bedeutungslosigkeit verschwindet. Denn die Franzosen werden stärker! Da hast du Paris, Monaco und auch Olympique Marseille, die über kurz oder lang zurückkommen.

Hat uns die WM gut getan?

Fuss: Es wurde ja befürchtet, dass die deutschen Teams nach dem Turnier ins Loch fallen. Das hat man nicht gemerkt, auch wenn man es in Dortmund vielleicht ein bisschen anders sieht. National kann man das sicher auch. Ansonsten bin ich aber überzeugt, dass Dortmund ins Finale kommen kann. Der CL-Titel ist realistischer als die Meisterschaft, auch wenn das jetzt vielleicht nicht schrecklich kreativ ist. Der Punkt ist: Dortmund gehört zu den Mannschaften, die dem Topfavoriten Bayern gefährlich werden können.

Interview: mic

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