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Bender-Zoff: Holzhäuser schießt gegen Heynckes

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Bayer Leverkusens Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser zeigt sich erstaunt über seinen ehemaligen Trainer Jupp Heynckes. © Getty

Leverkusen - Jupp Heynckes' öffentlich bekundete Wertschätzung für den Leverkusener Fußballprofi Lars Bender sorgt bei Bayer-Boss Wolfgang Holzhäuser nicht unbedingt für Freude.

Alles begann mit einem Spaß. Im Trainingslager im Trentino wollte ein Journalist von Jupp Heynckes wissen, ob die Bayern nun Lars Bender anstelle des zu teuren Javi Martínez verpflichten würden. Der Bayern-Coach schmunzelte. „Vorausschauend habe ich Lars Bender schon bei der EM eine SMS geschrieben, als er das Tor erzielte“, so der Coach, der sich dabei das Grinsen nicht verkneifen konnte. „Ich habe ganz nüchtern geschrieben: ‚Prima Leistung, Guter Einstand. Glückwunsch. Vielleicht trägt das ja Früchte.‘“ Doch aus dem Spaß ist purer Ernst geworden.

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Leverkusens Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser fand Heynckes’ Aussagen gar nicht lustig und schießt in der BamS gegen den Bayern-Coach: „Ich will keinen Ärger mit den Bayern, aber ich bin sehr verärgert und sehr verwundert, dass Jupp Heynckes das Thema Bender indirekt öffentlich gemacht hat.“ Der Bayer-Klubchef weiter: „Wir haben letzte Woche eine Anfrage des FC Bayern bekommen. Aber ich habe direkt gesagt, dass wir ihn nicht abgeben werden. Wir haben mit den Bayern vereinbart, das Thema nicht öffentlich zu machen. Und dass der Spieler nicht angesprochen wird.“

Neben Jupp Heynckes ist auch Bayerns Sportvorstand Matthias Sammer bekennender Fan der Bender-Zwillinge. Ein Interesse des Rekordmeisters dementierte er aber. „Es gibt keinen Kontakt zu Lars Bender“, sagte Sammer. Wunschspieler sei nach wie vor der Spanier Javi Martínez von Athletic Bilbao. „Wir haben beim FC Bayern gewisse Überlegungen, die immer noch in Richtung Javi Martínez gehen, da wir der Meinung sind, dass er ein exzellenter Spieler ist, der sehr gut in unser Profil hineinpassen würde.“

Wiederum nicht gut ins FCB-Profil passen die 40 Millionen Euro, die Bilbao für ihn will. Lars Bender wäre da bei einem Marktwert von rund 15 Millionen Euro auf jeden Fall die kostengünstigere Variante. In Leverkusen machen sich die Bosse aber keinerlei Sorgen, dass die Bayern doch noch zuschlagen. Lars Bender hat seinen Vertrag noch vor der EM bis 2017 verlängert, daher sieht sich Sportdirektor Rudi Völler in einer guten Position. „Es kann immer etwas Außergewöhnliches passieren, aber wir gehen nicht davon aus“, so Völler. „Lars hat eine tolle EM gespielt. Ehrlich gesagt bin ich froh, dass wir den Vertrag mit ihm kurz vorher noch verlängert haben.“

Gut für ihn, schlecht für Heynckes, der nach wie vor von Bender schwärmt: „Ein super Junge!“ Hätten die Bayern mal früher die Augen aufgemacht. Da spielte Lars zwei Straßen weiter in der Löwen-Jugend. Und hätte womöglich gar nichts gekostet.

lop

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