Super-Talent aus Südkorea will es bei Bayern schaffen

„Will in einem Weltklub spielen“ - So hart arbeitet Jeong für den Profi-Traum

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Wooyeong Jeong ist der erste Südkoreaner, der das Trikot des FC Bayern trägt. Sein Ziel ist klar, er will einen Einsatz bei den Profis absolvieren.

Wer ist dieser Wooyeong Jeongder seit Januar dieses Jahres beim FC Bayern München unter Vertrag steht? Er ist der erste Südkoreaner beim FC Bayern und will sich bei den Profis durchsetzen:

Wooyoeng Jeong wurde im Südosten Südkoreas geboren und begann erst mit zehn Jahren das Fußball spielen. Viel zu spät, um ein großer Fußballer zu werden, mögen viele denken. Bei Jeong scheint das anders zu sein. Um sich fußballerisch weiter verbessern zu können, wagte er den Schritt in das Ausland. „Ich wollte unbedingt nach Europa.“, gibt der 19-Jährige gegenüber dem Kicker zu, „Wenn du dich entwickeln willst, musst du das machen. Alle, die in Südkorea außergewöhnlich gut kicken können, sind schon lange nicht mehr da.“ 

Mit diesem Ziel vor Augen absolvierte Jeong Probetrainings beim 1. FC Köln, beim FC Augsburg und bei RB Salzburg. Auch beim FC Bayern spielte er vor, durfte neben der U19 und U23 auch gleich bei den Profis mittrainieren. Er überzeugte die Verantwortlichen mit seinem selbstbewussten Auftreten, seiner Schnelligkeit und seinem intelligentem Spiel.

Real Madrid war bisher sein Highlight

Deshalb verpflichteten ihn die Bayern für 700.000 Euro Ablöse von Incheons U18 und statteten ihn mit einem bis 2022 laufenden Vertrag aus. Warum der FC Bayern, bei dem die Konkurrenz so groß ist? „Ich will irgendwann sowieso in einem Weltklub spielen. Ich habe die Herausforderung angenommen.“, sagt der Südkoreaner selbstbewusst. Auch für den FC Bayern ist diese Verpflichtung ein gewagtes Unternehmen. „Wenn wir einen Spieler von so weit her holen, dann haben wir die Fantasie, dass da noch Entwicklungspotenzial ist.“, so Jochen Sauer gegenüber dem Sportmagazin. Und sollte sich Jeong nicht wie gewünscht entwickeln? Der FC Bayern scheint sich seiner Verantwortung bewusst zu sein: „Wir sind es dem Jungen und seinen Eltern schuldig, dass wir ihn nicht nur zum Auffüllen einer Mannschaft verpflichten.“

Seit Januar wohnt er im Nachwuchsleistungszentrum des FC Bayern. „Das Duell mit Real Madrid in der Youth League, auch wenn wir knapp ausgeschieden sind“, antwortet Jeong auf die Frage, was sein schönstes Erlebnis bisher beim FC Bayern war. Aber Jeong muss sich an die neue Umgebung eingewöhnen: „Kommunikation ist die schwierigste Aufgabe“, so Jeong, der dafür fünfmal in der Woche Deutschunterricht bekommt. Auch körperlich muss der 19-Jährige noch zulegen, um gegen Spieler wie Süle oder Boateng gegenhalten zu können. 

„Ich bin durch harte Arbeit fast bis zu den Profis durchgekommen“

Für die U19 des FC Bayern machte er vier Spiele in der Bundesliga Süd/Südwest, wo ihm ein Treffer gelang. Der 19-Jährige stand in der Startelf beim Abschiedsspiel von Bastian Schweinsteiger. Mit im Team waren unter anderem Arjen Robben und Franck Ribery. Diese beiden Altstars soll er eines Tages beerben. Aktuell spielt der Südkoreaner in der Regionalliga Bayern für die U23 und führt die Tabelle mit seiner Mannschaft an. In 14 Einsätzen erzielte er sechs Treffer und bereitet drei Treffer vor. Für die Südkoreanische U15-Nationalmannschaft hat Jeong vier Spiele absolviert. Dabei konnte er drei Treffer erzielen.

Die gezeigten Leistungen blieben nicht unbemerkt. Schon Altmeister Jupp Heynckes hatte den Mittelfeldspieler auf dem Zettel. Als Ribery im März mit Grippe nicht gegen den SC Freiburg auflaufen konnte, wollte der Heynckes den  damals 18-Jährigen mitnehmen. Ein Syndesmosebandanriss verhindert das Debüt. Davon lässt Jeong sich nicht unterkriegen: „Ich bin durch harte Arbeit fast bis zu den Profis durchgekommen.“ Im September, als sich Coman und Rafinha verletzten, berief ihn Niko Kovac in den erweiterten Kader für das Champions League Spiel in Lissabon. Zwar reichte es nicht für die Bank, aber für Jeong ein weitere Schritt zu seinem großen Ziel. Auch am Dienstag im DFB-Pokal Spiel gegen SV Rödinghausen stand die Nachwuchshoffnung im Kader der Bayer. Doch entgegen aller Spekulationen kam Jeong nicht zu einem Einsatz. Kovac schickte stattdessen Teamkollege Meritan Shabani für einige Minuten in der Schlussphase aufs Feld. Jeong wird trotzdem nicht aufgeben und weiterhin hart arbeiten, bis der Kroate ihn im Starensemble mitmischen lässt.

Text: Markus Altmann

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