Xabi über Hintergründe seines Wechsels

Alonso: Entscheidung pro Bayern war kompliziert

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"Alles hört auf mein Kommando!" - Xabi Alonso ist der Chef in Bayerns Mittelfeld.

München - Xabi Alonso kam erst Ende August von Real Madrid zum FC Bayern, spielt aber so traumwandlerisch sicher, als sei er schon seit Jahrzehnten der Taktgeber im Münchner Mittelfeld. Die Entscheidung für den Wechsel fiel ihm aber nicht leicht.

Mehr als ein kurzes Aufwärmen mit den neuen Kollegen brauchte Xabi Alonso nach seinem Wechsel zum FC Bayern nicht. Wenige Stunden später stand der von Real Madrid gekommene Routinier auf Schalke in Münchens Startelf und übernahm von Beginn das Zepter.

Mit Alonsos Verpflichtung hatten die Bayern-Bosse kurz vor dem Ende der Sommer-Transferperiode auf die schwere Verletzung von Javi Martinez und den Abgang von Toni Kroos zu Real Madrid reagiert. Viele Außenstehende sahen in dem Transfer eine Panikreaktion: Was soll Bayern denn mit einem fast 33-Jährigen, der aufgrund seiner zahlreichen Erfolge vielleicht schon ein bisschen satt sein könnte?

Alonso: "Real ist Rock 'n'Roll, Bayern ist Jazz"

Doch Alonso widerlegte seine Kritiker eindrucksvoll. Er ist der Taktgeber in Bayerns Mittelfeld und spielt, als hätte er nie ein anderes als das Bayern-Trikot getragen. Eine Tatsache, die den spanischen Welt- und Europameister selbst überrascht hat, wie er im Interview mit der Süddeutschen Zeitung erklärt: "Ich hatte vor meinem ersten Einsatz kaum Zeit, um mich umziehen und den neuen Kollegen Hallo zu sagen. Für mich war es auch eine Überraschung, gleich von der ersten Minute an so ins Spiel einbezogen zu werden - und nicht etwa als verdächtiges Päckchen behandelt zu werden. Ich hätte nicht gedacht, dass es so schnell gehen würden, ehrlich nicht." Und das, obwohl sich die Spielweisen Reals und Bayerns stark unterscheiden. "Madrids Stil ist mehr Rock 'n'Roll", so Alonso, Bayerns hingegen "eher Jazz".

Der Spanier spricht auch über die Gründe seines Wechsels vom Champions-League-Sieger nach Deutschland. Offenbar fehlte nach der Décima, dem zehnten Titelgewinn in der Champions League, die Motivation: "Wenn du ein solches Ziel erreichst, ist es schwierig, dich wieder anfixen zu lassen. Ich glaube, so etwas ist zutiefst menschlich. Als dann diese Möglichkeit in München auftauchte, wusste ich: Diesen Zug musst du nehmen."

Suche nach neuer Herausforderung statt Flucht vor Kroos

Dass Real im Sommer Weltmeister Toni Kroos aus München nach Madrid gelockt hatte und Alonso vor der jungen Konkurrenz flüchtete, bestreitet er vehement: "Überhaupt nicht. Ich habe seine Verpflichtung immer für eine großartige Nachricht für den Klub gehalten. Dass ein Spieler von der Kategorie, der Klasse, der Qualität von Kroos kommt, hat mich gefreut. Ich glaube, wir hätten zusammen perfekt funktioniert, wenn ich geblieben wäre."

Leicht gefallen war ihm der Entschluss, Madrid zu verlassen, dennoch nicht. Es sei eine "komplizierte Entscheidung" gewesen, erklärt Alonso: "Ich war bei einem der besten Klubs der Welt. Ich fühlte, dass der Klub und die Fans Wertschätzung für mich empfanden. Ich hatte ein großartiges Verhältnis zu Trainer Carlo Ancelotti, er hatte großes Vertrauen zu mir. All die Dinge, die da geschrieben wurden, von wegen jetzt ist Toni Kroos da, jetzt wird Xabi Alonso weniger Spielzeit haben, entsprachen überhaupt nicht dem Gefühl, das ich hatte. Es ging mir wirklich darum, eine neue Herausforderung zu finden."

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Bei dieser Suche stellte es für Alonso, der bei Real einer der treuesten Spieler von Coach Jose Mourinho war, auch kein Problem dar, nun zu Pep Guardiola zu wechseln, dem jahrelangen Lieblingsfeind Mourinhos. "Ich respektiere die Figur des Trainers sehr", sagt Alonso. "Ich habe mit Mourinho, Pelligrini, Ancelotti ein gutes Verhältnis gehabt, in Liverpool mit Benitez. Dass ich in Madrid mit Mourinho gearbeitet habe, während Pep eine großartige Zeit bei Barca hinlegte, und dass jetzt plötzlich vermeintliche Gegensätze zusammenwachsen - das sind Dinge, die wir Profis in diesem Job mit großer Selbstverständlichkeit erleben. So läuft das Geschäft."

dh

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