Provokateur, Passgeber, Souverän

Xabi Alonso: Bayerns moderner Held

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Spiel mit Stil: Alonsos Pässe erreichten Costa verlässlich.

Athen – Provokateur, Passgeber, Souverän – Xabi Alonso spielt bei Bayerns Auswärtssieg gegen Olympiakos seine glanzvollste Rolle.

Xabi Alonso, 33, hat im Lauf seiner Karriere schon viele Rollen gespielt. Er war der Azubi von Real Sociedad San Sebastian, er war der Anheizer an der Anfield Road beim FC Liverpool, der Routinier von Real Madrid. Beim Spiel gegen Olympiakos, in Diensten des FC Bayern, gefiel sich der Baske in einer ungewohnten Rolle: Er war der Provokateur von Piräus.

Die Fans von Olympiakos hatten in ihm bald den Buhmann gefunden, nachdem er Mitte der ersten Hälfte ein vermeintlich brutales Foul begangen hatte, ohne dafür bestraft zu werden. Xabi Alonso ließ sich aber von den gellenden Pfiffen im Hexenkessel nicht beirren. Die Griechen blicken auf eine lange Liste von antiken Helden zurück. Xabi Alonso war am Mittwoch ein moderner Held.

Alonsos Stilmittel: Butterweiche Seitenwechsel

Er stand stets richtig, und er hatte stets eine gute Idee, wie er aus seinem Ballbesitz Kapital schlagen konnte. Beliebtestes Stilmittel: weite, in weicher Kurve geschlagene Bälle auf die linke Seite, immer exakt auf den Fuß des wartenden Douglas Costa.

Dabei hat sich Xabi Alonso in der Königsklasse vergangene Saison einige Patzer und Aussetzer geleistet. Bei seinem 100. Spiel in der Champions League versaute er sich selbst das Jubiläum, er flog mal mit Gelb-Rot vom Platz und verschuldete einige folgenschwere Gegentreffer. In Porto landete er bei einem Tor der Portugiesen auf dem Hosenboden, viele sahen darin schon ein Sinnbild: der FC Bayern und Xabi Alonso, gemeinsam bei einer Bruchlandung. Doch Helden sind immer nach einem verlässlichen Muster gestrickt: Sie stehen auf, wenn sie straucheln. In der Antike war das so, in der Moderne ist es genauso.

Alonso verletzt? "Wir hoffen, es ist nichts Schlimmes"

Als Xabi Alonso nach 75 Minuten wegen eines Schlags aufs Sprunggelenk vom Feld ging, litt die Balance des Bayern-Spiels plötzlich sichtlich. Auch, weil Arturo Vidal noch keinen nachhaltigen Zugang zu seinen neuen Kollegen gefunden hat, was ihm prompt einen plakativen Rüffel von Franz Beckenbauer via „Sky“ einbrachte: „Standfußballer haben wir genug, die brauchen wir nicht beim FC Bayern.“ Ein typischer Satz des „Kaisers“, nicht ganz ernst zu nehmen, denn der Vorwurf, die Münchner würden zu viele Standfußballer beschäftigen, ist Nonsens. Recht hat Beckenbauer jedoch mit der Aussage: „Das war nicht das, was man von ihm erwartet. Er kann sicher besser spielen.“

98-Coach: Das erwartet die Bayern in Darmstadt

Xabi Alonso verließ das Stadion unterdessen mit einem leichten Humpeln. „Wir hoffen, es ist nichts Schlimmes“, meinte Matthias Sammer. Der Sportchef hatte wie alle anderen gesehen: Momentan spielt dieser Xabi Alonso seine glanzvollste Rolle. Die des Helden.

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awe

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