Jochen Breyer analysiert die Champions League

ZDF-Experte: Die Bayern-Gruppe ist tückisch

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ZDF-Moderator Jochen Breyer.

München - Jochen Breyer moderiert im ZDF die Champions League. In der tz analysiert er vorab die Lage der deutschen Mannschaften FC Bayern, Borussia Dortmund, Schalke und Bayer Leverkusen!

Noch 263 Tage, dann steht der Pott der Pötte bereit zur Abholung in Berlin, dann steigt das Champions-League-Finale in der deutschen Hauptstadt. Bis dahin kämpfen auch vier Bundesliga-Teams um Europas Krone, zu sehen bei Sky und im ZDF. Dort präsentiert unter anderem Jochen Breyer die Königsklasse, für die tz analysiert er vorab die Lage der Deutschen!

FC Bayern: Der Rekordmeister hat von allen deutschen Teams die mit Abstand tückischste Gruppe erwischt, da schlägt man keinen Gegner mal eben im Vorbeigehen: Kein Maribor, kein Anderlecht, kein krasser Außenseiter. Moskau klingt zwar für die Bayern nicht wirklich bedrohlich, wird aber wieder mal eine Reise ins Ungewisse. Da das Spiel Ende September stattfindet, dürften keine drei Meter Schnee auf dem Platz liegen, und auch das Verkehrschaos werden die Bayern diesmal wohl großzügig mit einplanen. Aber: Es sind keine Zuschauer zugelassen, wird also ein Geisterspiel. Ungewohnt! Dennoch: Ich glaube, es wird in der Gruppe ein Duell mit ManCity geben, die Rolle des Züngleins an der Waage nimmt der AS Rom ein. Wer gegen die Italiener verliert, der hat ein Problem! Und das geht schneller als letztes Jahr gegen Viktoria Pilsen.

Dortmund: Ob die Borussen die Gruppenphase unbeschadet überstehen, wird vor allem davon abhängen, ob sie gute Ohropax finden. Bei Galatasaray anzutreten, ist für jedes Team der Welt unangenehm – allein schon akustisch, das sind die lautesten Fans Europas. Und die Fans werden zu Tausenden auch nach Dortmund kommen – da trifft dann ohrenbetäubend auf ohrenbetäubend – ein Spektakel! Der stärkste Gegner in dieser Gruppe ist aber eindeutig Arsenal, die Gunners haben sich hervorragend verstärkt. Ich verstehe bis heute nicht, warum Barcelona Alexis Sánchez abgegeben hat, der wirbelt jetzt schon wie zu besten Zeiten in Spanien! Dazu haben sie mal eben Welbeck von Manchester United bekommen. Auf der anderen Seite gibt es mit Özil auch ein weltmeisterliches Sorgenkind, mit Poldi sind es sogar zwei. Ich würde mir wünschen, dass die deutschen WM-Sieger eine tragende Rolle spielen, auf der anderen Seite könnte das Dortmund gehörig in Bedrängnis bringen.

Leverkusen: In dieser Gruppe fällt einem natürlich sofort der AS Monaco mit seinen russischen Millionen ins Auge, allerdings hat dieser Klub an zwei schweren Verlusten zu knabbern, da sowohl Falcao als auch Rodríguez den Verein verlassen haben. In Frankreich ist Monaco nach fünf Spieltagen Vorletzter, sieht also stark danach aus, als ob die beiden entscheidend fehlen. Auf die Leverkusener freue ich mich sehr und bin unheimlich gespannt, ob sie mutig oder eher übermütig an die Sache rangehen. Sie erinnern mich im Moment ein wenig an den BVB im ersten Champions-League-Jahr unter Klopp. Dortmund ist damals wie eine Schulklasse auf Klassenfahrt zum Abenteuerspielplatz durch Europa gereist – alle hatten tierisch Lust, sind voll drauf losgestürmt und richtig auf die Nase gefallen. Mal sehen, ob Leverkusen genauso ins offene Messer rennt!

Schalke 04: Eigentlich muss man nicht mehr viel zu Chelsea sagen, gerade in München sind die Jungs gut bekannt. Und Mourinho erst recht. Vielleicht aber eins noch: In den letzten Jahren war Chelsea eine super Mannschaft – eine super Mannschaft ohne formstarke Stürmer. Mourinho hat schon im letzten Jahr halb Europa nach Topstürmern durchforstet – jetzt hat er endlich einen gefunden: Diego Costa. Das ist die Formvollendung für Chelsea! In der Gruppe sind die Plätze aber verteilt: Nummer eins geht an Chelsea, da kann Schalke kriseln oder aufblühen, die kommen dahinter. Und dann? Maribor hat einen Gesamtmarktwert, der halb so hoch ist wie der von Paderborn. Um es also mit den Worten von SC-Trainer Breitenreiter zu sagen: „Das ist der krasseste Außenseiter, der jemals in der Champions League gespielt hat.“

Titelaspiranten: Ich halte dieses Jahr Paris SG für sehr gefährlich, die bringen Hunger mit – und Zlatan! Zudem wird der FC Barcelona wieder durchstarten. Dort heißt Pep jetzt Luis, genauer: Luis Enrique. Er wird frischen Wind hineinbringen. Zusätzlich steht für mich wieder der FC Bayern sehr weit oben auf dem Zettel, auch der FC Chelsea. Titelverteidiger Real Madrid sehe ich dagegen nicht ganz vorne, eben weil sie letztes Jahr den Pott geholt haben und die Sehnsucht nach La Decima gestillt ist. Außerdem sind die gerade ziemlich mit sich selbst beschäftigt und müssen sich erst mal finden!

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