Auftritt zum Schmunzeln

"Zehn Minuten!" Götze zeigt Selbstironie - kurz

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Mario Götze.

München – "Ich fühle mich stark genug, um viele Spiele zu machen": Xabi Alonso erklärt sein Spiel - und warum er sich so gar nicht todgeweiht fühlt.

Als Mario Götze den Raum am Montagnachmittag betrat, dachte man zunächst, er mache einen Scherz. „Zehn Minuten“, sagte der WM-Siegtorschütze, als er sich vor die versammelte Medienschar setzte. Zum Hintergrund: Götze hatte sein erstes großes Interview nach dem Titel in Brasilien in der „SZ“ mit den Worten „20 Minuten“ (Zeit für Fragen) eröffnet und mit diesem uncharmanten Einstieg das Bild des unnahbaren Profis bedient, das sich in seinem ersten Jahr beim FC Bayern geformt hatte. Man musste also fast ein bisschen schmunzeln über diesen Hauch von Selbstironie.

Aber nur kurz. Denn Götze verließ den Raum nach exakt 9:39 Minuten.

Ob es daran lag, dass er zum Training musste? Dass gegen Manchester City der Auftakt der Champions League ansteht? Oder doch daran, dass der 22-Jährige einfach nicht gerne mit Journalisten redet? Darüber dürfte es verschiedene Auffassungen geben. Fakt ist trotzdem nach wie vor: Mehr als das Nötigste sollen die Fans über diesen Mario Götze nicht erfahren. Er gab auch am Montag kaum etwas Nennenswertes von sich preis.

Was man weiß: Götze freut sich auf die Champions League, auf „diesen besonderen Wettbewerb. Man hat die Nationalhymne gehört, nun hört man die der Champions League. Es geht um den attraktivsten Pokal in den drei Wettbewerben.“ Erwartet wird von allen Beteiligten – obwohl Manchester City es in den letzten Jahren in der Champions League nicht weit gebracht hat – ein „schweres Spiel“. Dass die Citizens mit mehr Respekt als im Vorjahr (3:2 für Manchester) nach München reisen, weil sie auf immerhin fünf von sechs Weltmeistern im Bayern-Trikot treffen können, erwartet Götze nicht. Sicher ist nur: „Wir müssen eine Truppe auf dem Platz haben, die alles gibt. Aber ich bin guter Dinge, dass das der Fall sein wird.“

Götze selbst hat sich bei seinem Führungstreffer am Samstag beim 2:0 gegen den VfB Stuttgart noch ein bisschen Selbstvertrauen für die Königsklasse geholt. „Ein positives Erlebnis“, resümierte er nüchtern: „Wie immer, wenn man ein Tor schießt.“

Von der Kritik, die Trainer Pep Guardiola nach dem Sieg gegen Stuttgart an allen Mittelfeldspielern – außer Xabi Alonso – geübt hatte, hatte Götze noch nichts gehört. „Xabi ist ein Spieler, von dem wir alle etwas lernen können.“ Aber dass alle außer dem neuen Star zu wenig gerannt sein sollen? „Da müssen Sie den Trainer fragen.“ Gut für Götze: Bei dieser Frage waren 9:30 Minuten um – und Xabi Alonso stand passenderweise auch schon vor der Tür und wartete.

Fliegender Wechsel, und dann durfte der neue Regisseur auf dem Platz auch die Wortführung daneben übernehmen. Er widersprach Guardiola. „Ich fühle mich stark genug, um viele Spiele zu machen“, sagte der 32-Jährige. Es war ihm – im Gegensatz zu Götze – ein Anliegen, den deutschen Journalisten sein Spiel zu erklären. Es komme „nicht darauf an, wie viel man läuft, sondern wie intelligent man läuft“, sagte der Spanier. 11,8 Kilometer hatte er am Samstag zurückgelegt, sich oft tief in die Abwehr fallen lassen, aber auch offensiv Akzente gesetzt. „Tot“ – wie Guardiola prognostizierte, sollten seine Kollegen ihn in den kommenden Wochen nicht etwas mehr unterstützen – sei er aber noch nicht: „Ich hatte 48 Stunden Regeneration.“ Das sollte sogar in seinem Alter reichen, sagte er lachend. Nach dem Motto: Totgesagte leben länger.

Die Hoffnungen ruhen in der weiterhin stark dezimierten Bayern-Mannschaft auf Alonso – und er selbst will sich seinen Traum verwirklichen. Mit Liverpool und Real Madrid hat er die Champions League bereits gewonnen. „Es wäre toll, das mit dem dritten Team zu schaffen“, sagte er: „Aber ich weiß, dass es ein langer Weg ist.“

Ein Weg bis zum 6. Juni 2015 in Berlin. Dass das Finale in der Hauptstadt stattfindet, wusste Götze übrigens noch nicht. Der Grund: „Weil es noch so lange hin ist.“

Hanna Schmalenbach

 

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