Der Chilene und der Reitsport

Die Zügel in der Hand: Arturo Vidals zweite Leidenschaft

Vidal mit Frau Maria Teresa und Sohn Alonso. 
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Vidal mit Frau Maria Teresa und Sohn Alonso. 

München - Arturo Vidal hat neben dem Fußball eine zweite große Leidenschaft: Pferde. Inzwischen besitzt er über 100 davon - und beim Rennsport ist Vidal genauso ehrgeizig wie auf dem Platz.

Als Fußballprofi gibt es viele Möglichkeiten, seinem Sport auch nach der aktiven Karriere verbunden zu bleiben. Die einen werden Trainer, die anderen wechseln ins Management. Und die Option, als Experte dem Geschäft treu zu bleiben, gibt es auch noch. Aber nicht für Arturo Vidal. Wenn der Chilene eines Tages die Fußballschuhe an den Nagel hängt, wird er sich seiner allergrößten Leidenschaft widmen: den Pferden. Denn ähnlich wie Ex-Bayer Claudio Pizarro, der einen seiner Vierbeiner nach der Kanzlerin Merkel benannte, und Thomas Müller ist auch der Krieger ein absoluter Pferdenarr, der gut und gerne auch mal ein paar Euro in seine Passion investiert. Arturo hält die Zügel in der Hand!

Alles begann in Vidals Kindheit. Der kleine Arturo wuchs in San Joaquín auf, einem Armenviertel von Santiago de Chile, weshalb er bereits in jungen Jahren arbeiten und seinen Teil dazu beitragen musste, dass die Familie über die Runden kam. Vidal tat dies beim Reitklub von Santiago, genauer gesagt in den Ställen, wo er inmitten von Säuberungen und Fütterungen zum ersten Mal in Kontakt mit den Tieren trat, die ihn bis heute so faszinieren. Mit neun Jahren soll ihn Stallbesitzer Enrique Carreño aus Geldmangel rausgeworfen haben, seinem bis dato größten Hobby tat das aber keinen Abbruch. Im Gegenteil. Kaum hatte Vidal das nötige Kleingeld zusammen, kaufte er sich einen Stall: das Stud Alvidal.

Hochzeit auf der Rennbahn

Mittlerweile kann der Bayern-Spieler über einhundert Pferde sein Eigen nennen, die von Jockeys in Grün-Weiß, den Farben seines Heimatvereins Rodelino Roman, geritten werden. Eines stach aber besonders hervor: der vierjährige Scad-Daddy-Sohn II Campione. Rund 65 000 Euro zahlte er für den vierfachen Gruppe-I-Sieger und verkaufte ihn im vergangenen Jahr für satte 1,85 Millionen. Euro. Seine große Liebe verdankt Vidal im Übrigen auch dem Pferdesport, schließlich ist Gattin Maria Teresa die Tochter eines Züchters. Geheiratet wurde natürlich auf der Pferderennbahn, eine Feier, die sich die beiden angeblich schlappe 650 000 Euro kosten ließen.

Auch in München bleibt er seiner Leidenschaft treu. Auf dem Online-Portal tellytrack.com verfolgt der 29-Jährige die Rennen seiner Pferde live und wettet gerne auch mal den ein oder anderen Euro auf sie. „In der Regel geht er aufs Ganze“, wird ein Bekannter im Magazin Caras zitiert. „Er hat schon einmal 90 Millionen Pesos (rund 130 000 Euro, d.Red.) an einem Nachmittag verloren. Aber der Mann lässt nicht locker, er hat ein dickes Fell und bleibt seiner Leidenschaft treu.“

Strenger Boss: Ärger mit Jockey

Dass seine Pferde auf der Rennstrecke genauso top sind wie der Krieger auf dem Platz, hängt mit Sergio Inda zusammen. Der berühmte Pferdetrainer treibt die Vierbeiner zu Höchstleistungen und arbeitet schon seit langer Zeit mit Vidal zusammen. „Eines steht fest“, so Inda in einem Interview mit der chilenischen Zeitung La Cuarta. „Seine Pferde sind genauso Siegertypen wie er.“ Läuft es hingegen mal nicht so auf der Rennstrecke, kann Vidal aber auch austeilen. Erst vergangene Woche ritt ein Jockey eines von Vidals Pferden nicht so, wie dieser es sich vorstellte, worauf es direkt Ärger gab. „Eine Schande ist das“, twitterte der Copa-America-Sieger. „Der Reitklub Santiago lädt wenig professionelle Jockeys ein und spielt so mit dem Vertrauen der Leute in den Stud Alvidal.“

Auf tz-Nachfrage meinte Vidal dazu: „Ich habe mich geärgert, weil der Jockey das Pferd das ganze Rennen nicht voll ausgeritten hat. Er meinte, das Pferd habe sich komisch angefühlt und er wollte seine Karriere nicht aufs Spiel setzen. Aber er war Favorit. Und viele Leute haben auf ihn gesetzt. Mich stört nicht, dass er Letzter geworden ist. Mich stört vielmehr, dass die Leute das nicht wissen, aber ihr Geld trotzdem verloren haben.“ Sei’s drum. Um eine Fußballerfloskel zu bemühen: Wichtig ist immer das nächste Rennen. 

J.C. Menzel López

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