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Zweite Jupp-Pleite: RB Leipzig braust FC Bayern aus

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Von: José Carlos Menzel López, Manuel Bonke

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Der wegweisende Moment zum ersten Sieg über den FC Bayern: Timo Werner bezwingt Sven Ulreich beim Treffer zum 2:1-Endstand
Der wegweisende Moment zum ersten Sieg über den FC Bayern: Timo Werner bezwingt Sven Ulreich beim Treffer zum 2:1-Endstand. © AFP / ROBERT MICHAEL

Von wegen im Brauseschritt zur Meisterschaft! Bayern München kassiert in Leipzig die dritte Bundesliga-Pleite der Saison. Dass der Sieg der Gastgeber verdient ist, daran lässt Jupp Heynckes keinen Zweifel.

Leipzig - Mit einem 2:1-Sieg machte RB Leipzig dem FC Bayern gestern Abend einen Strich durch die angedachte Titel-Rechnung. Denn: Nun können sich die Münchner die Meisterschaft nach der Länderspielpause im Heimspiel gegen den BVB nicht aus eigener Kraft sichern. Torwart Sven Ulreich analysierte die Niederlage nach dem Spiel bei Sky: „Wir haben von Anfang an nicht so gut in das Spiel reingefunden, haben viele Bälle verloren und nicht so den Zugriff bekommen. RB hat gut gepresst. Wir waren in der Gesamtdefensivleistung nicht so wach, wie wir es gewohnt sind.“ Treffende Analyse von „Ulle“. 

Beispiel gefällig? Fünf Minuten waren gespielt, als Bruma am Bayern-Sechzehner Druck auf Joshua Kimmich machte. Daraufhin geriet der Rückpass des FCB-Youngsters in Richtung Ulreich zu kurz und Bruma sprintete dazwischen, doch der Keeper war hellwach und gerade noch rechtzeitig vorm Leipziger am Ball. Die Antwort der Bayern auf die Anfangsoffensive von RB ließ eine knappe Viertelstunde auf sich warten - hatte es dann aber in sich: Thomas Müller und James hebelten auf rechts die gegnerische Hintermannschaft mit einem feinen Doppelpass aus. Die anschließende Flanke des Kolumbianers fand Sandro Wagner, der zur 1:0-Führung einköpfte (12.). Beim Tor-Jubel schaltete der Nationalspieler in den Knutsch-Modus, busselte erst das Bayern-Wappen seines Trikots, dann das Köpfchen von James ab. 

Werner markiert entscheidendes Tor - Heynckes lobt aggressive Leipziger

Bayern-Trainer Jupp Heynckes war nach dem Treffer trotzdem nicht mehr zum Knutschen zumute. „Wir haben nicht so gespielt wie in den letzten Wochen. So muss man ganz klar sagen: Leipzig ist verdienter Sieger. Es gibt solche Spiele, wo man nicht so souverän auftritt. Auch wir müssen um unsere Siege kämpfen und heute hatten wir einen überragenden Gegner“, redete „Don Jupp“ Klartext. Vor allem im Mittelfeld-Zentrum bekam der FCB keinen Zugriff. Die Gäste kamen mit dem aggressiven Pressing der Leipziger überhaupt nicht zurecht und ließen sich zu Fehlern und unkosequenten Zweikämpfen hinreißen:

Erst hielt Ulreich die Führung der Münchner mit zwei Weltklasse-Reflexen gegen Yussuf Poulsen fest (14.), danach entschärfte er einen Kopfball von Timo Werner aus kurzer Distanz (19.) und fischte einen Freistoß von Bruma aus dem Kreuzeck (27.). Zehn Minuten später musste der Bayern-Schlussmann dann hinter sich greifen: Sebastian Rudy klärte den Ball im eigenen Sechzehner nicht energisch genug. Daraufhin gelangte das Spielgerät über Konrad Laimer und Naby Keita zu Werner. Den ersten Schuss des Stürmers konnte Niklas Süle mit einer beherzten Grätsche noch blocken, doch der Nachschuss aus sechs Metern von Keita schlug unhaltbar zum 1:1-Ausgleich im Netz ein. Dass der Ausgleich verdient war, zeigte ein Blick in die Statistik: Nach Torschüssen stand es  zu diesem Zeitpunkt 12:1 für Leipzig. 

Das lief nicht nach Plan: Die Bayern-Bosse um Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß
Das lief nicht nach Plan: Die Bayern-Bosse um Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß. © MIS / Bernd Feil /M.i.S.

Nach dem Seitenwechsel kam es für den deutschen Rekordmeister noch dicker - nicht nur im Statistikbogen, sondern auf der Anzeigetafel. Timo Werner wurde nach einem langen Abstoß von Keita auf Reisen geschickt, flitzte zwischen Süle und Mats Hummels durch und versenkte den Ball alleine vor Ulreich abgezockt zum 2:1. Heynckes reagierte prompt auf den Rückstand, brachte Franck Ribéry für Juan Bernat ins Spiel. Kurz nach seiner Einwechslung geriet der Monsieur gleich mit Keita nach einem Foulspiel aneinander. Beide Heißsporne kassierten nach einem kurzen Wort- und Handgefecht Gelb. 

Ab  der 72. Minute hieß es beim FCB Offensive pur! Robert Lewandowski kam für James ins Spiel und bildete mit Torschütze Wagner eine Doppelspitze. An der Niederlage konnte das aber auch nichts mehr ändern. Kurz vor Schluss mussten RB kurz zittern, als Ilsanker einen Ball im Strafraum an den Arm bekam. Der Videoschiedsrichter meldete sich, aber Schriri Fritz entschied: kein Elfmeter! So blieb es beim 2:1-Sieg der Leipziger. 

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Manuel Bonke, José Carlos Menzel López

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