Die Heimat wird aufpoliert

So könnte der FC Bayern den Audi Dome modernisieren

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Arena mit Zukunft: Der Audi Dome.

München – Bayerns Basketballer feilen an neuen Konzepten für den Audi Dome. Trainer Svetislav Pesic übt jedoch Kritik am unklaren Rückhalt innerhalb des Vereins.

Neulich in Berlin haben die Basketballer des FC Bayern ja noch einmal vor Augen geführt bekommen, dass auch eine moderne Halle ihre Tücken haben kann. Das Eurocup-Duell bei Alba Berlin war wegen eines Computerfehlers in der Arena am Ostbahnhof gleich mehrfach unterbrochen. Netter Zufall, dass der Klub just tags darauf seinen Ausstieg aus den Planungen für ein Neubau-Projekt in München verkündete.

Klar ist seither: Die Zukunft von Basketball in München liegt da, wo der bekannteste Teil seiner Geschichte begann. Der Audi Dome, die einstige Rudi-Sedlmayer-Halle, die 1972 das olympische Turnier beherbergte, soll zur dauerhaften Heimstatt werden. Zumindest Svetislav Pesic überraschte das nicht. „Ich weiß davon seit zwei Jahren“, sagte er. 2014, in jenen Tagen, in denen seine Profis der Deutschen Meisterschaft entgegenstrebten, hatte sich der Klub dazu bekannt, die Arena am Westpark auch im Falle einer Einigung mit dem Brausehersteller Red Bull weiter zu betreiben.

Passiert ist seither freilich nicht allzu viel. Die vorgenommenen Veränderungen waren – wie die Installation von VIP-Sitzen – eher kosmetischer Natur. Die Mannschaft selbst etwa arbeitet weiter unter Bedingungen der siebziger Jahre. Andernorts längst gängige Einrichtungen zur Regeneration wie Sauna oder Entmüdungsbecken müssen die Profis andernorts in Anspruch nehmen. Pesic hat das akzeptiert. Man habe die mangelnden Möglichkeiten mit Enthusiasmus und Arbeit kompensiert – „weil wir positiv Verrückte sind.“ Habe eine Mannschaft mit Zukunft aufgebaut, in der mit Paul Zipser, Maxi Kleber oder auch Daniel Mayr Talente Dienst tun, „wie sie kein anderer Bundesligaklub hat“.

Und doch ist der 66-Jährige leicht verstimmt. Er ist Teil eines Vereines, der weiter unentschlossen zu sein scheint, wie rückhaltlos er sich hinter seine zweite Profisparte neben dem Fußball stellen soll. „Ich würde mir schon mehr Unterstützung erwarten“, sagte er.

Immerhin: Was die Infrastruktur betrifft, so wird die Besserung greifbar. In diesen Wochen feilen die Basketballer mit der Stadt an einer vorzeitigen Verlängerung des bis 2018 datierten Mietvertrags. „Wir streben weitere fünf bis zehn Jahre an“, sagt Volker Stix. Gleichzeitig arbeiten die Münchner an Konzepten, wie man die Arena schrittweise aufbessern kann. Die noch zur Wiedereröffnung 2011 bestehenden baulichen Bedenken – vor allem die Dachkonstruktion galt als umstritten – gibt es nicht mehr.

Und so können sich die Bayern getrost darauf konzentrieren, die Arena von Grund auf aufzumöbeln. Die ersten Überlegungen und Konzepte hat man in der Schublade. Bei normalem Verlauf würde man, die entsprechenden Genehmigungen vorausgesetzt, wohl schon nach Saisonende im Kabinentrakt den Anfang machen. „Weil die Mannschaft unser größtes Kapital ist“, wie Stix sagt. Die schon länger diskutierte Ausweitung der Zuschauerkapazität – ein Fassungsvermögen von 7800 bis 8000 Plätzen liegt nach ersten Gutachten im Bereich des Möglichen – stünde dann im kommenden Jahr auf dem Plan. Wie wohl auch so manche Veränderungen im Umlauf der Arena. Bis hin zu einem begehbaren Fanshop, der dann an die Stelle des noch eher provisorischen „Lockers“ treten würde, in dem die Bayern seit einigen Wochen die Textilien aus dem Katalog ihres Ausrüsters anbieten.

Das wird nicht billig, auf „rund 2,5 Millionen Euro“ schätzt Volker Stix die fälligen Gesamtkosten. Aber das kennt man schon: 4,5 Millionen Euro hatte man 2011 in die Halle stecken müssen, um sie überhaupt zu einer bundesligatauglichen Spielstätte zu machen.

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