Der Ex-FCB-Trainer im Interview

Svetislav Pesic im Interview: FC Bayern? Da ist noch immer eine Verbundenheit

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Vater und Sohn: Svetislav und Marko Pesic treffen Donnerstag aufeinander

Am Donnerstagabend kehrt der ehemalige FCB-Trainer Svetislav Pesic in den Audi Dome zurück. Im Interview spricht er über das bevorstehende Duell und sein Karriereende.

München - Der FC Barcelona gegen den FC Bayern Basketball. Der aktuelle Verein gegen den ehemaligen Klub. Vater gegen Sohn. Für Svetislav Pesic (69) ist die Euroleague-Partie am Donnerstag im Audi Dome (20.00 Uhr) eine Rückkehr. Die Trainerlegende übernahm die Bayern 2012 und führte die Münchner 2014 zur Meisterschaft, ehe er 2016 aus gesundheitlichen Gründen eine Pause machen musste. Mittlerweile coacht er wieder den FC Barcelona, gewann mit den Spaniern den Landes-Pokal und hat sehr gute Chancen auf einen Playoff-Platz in der Euroleague. Trotzdem soll es keine Geschenke an seinen Sohn, FCB-Geschäftsführer Marko Pesic, und dessen Verein geben (die Bayern benötigen unbedingt einen Sieg).

Im tz-Interview spricht Svetislav Pesic über das bevorstehende Duell und verrät, warum er in jedem Fall nach München zurückkehren wird.

Herr Pesic, Donnerstag stehen Sie zum ersten Mal vor der gegnerischen Mannschaftsbank im Audi Dome. Was ist das für ein Gefühl?

Svetislav Pesic: Ich fühle nach wie vor eine große Verbundenheit zum FC Bayern Basketball. Meine Zeit in München habe ich in sehr guter Erinnerung und bin nach wie vor sehr gerne dort. Ich verfolge jedes einzelne Spiel und kenne nach wie vor jeden Zentimeter des Audi Dome. Vielleicht ist genau das heute Abend ein kleiner Vorteil. Denn ich bin mit vollem Herzen Trainer. Und als solcher bereite ich mein Team bestmöglich auf sein bevorstehendes Spiel vor. Ganz egal, wie der Gegner heißt.

Das bedeutet, es gibt auch im Duell Vater gegen Sohn keine Geschenke.

Pesic (lacht): Natürlich nicht. Marko (Pesic, die Red.) und ich kennen Situationen, in denen wir auf zwei unterschiedlichen Seiten stehen, bereits gut.

Wie beurteilen Sie die bisherige Saison der Bayern? Sind Sie überrascht, dass es die Mannschaft mit zwölf Erfolgen den deutschen Rekord bereits geknackt hat?

Pesic: Um ehrlich zu sein: Ich kenne viele der Spieler, die Philosophie des Trainers und die Vereinsstrukturen sehr gut. Ich weiß, wie professionell das alles in München abläuft. Insofern bin ich überhaupt nicht überrascht. Dem Verein ist es gelungen, sich über die vergangenen Jahre hinweg, etwas aufzubauen, wertvolle Erfahrungen zu sammeln und sich einen Namen in Europa zu machen. Heute weiß jedes Team: Man muss sein bestes Spiel zeigen, um gegen Bayern zu gewinnen. Es geht um die Konstanz, nicht nur um einzelne Siege. Das ist es, was viele – auch hier in Spanien ­­– häufig vergessen. Gerade hier in Barcelona zählen nur Trophäen.

Eine haben Sie jedenfalls schon. Der FC Barcelona ist der spanische Pokalsieger, steht zudem auf Platz eins der Liga. Und auch die Chancen auf die Euroleague-Playoffs sind sehr gut...

Pesic: Wir befinden uns in einem Aufbauprozess. Die Ergebnisse der vergangenen Jahre entsprachen nicht den Ansprüchen an den FC Barcelona. Wir arbeiten nun daran, dies zu ändern. Und das benötigt Zeit. Momentan könnte man von einer erfolgreichen bisherigen Saison sprechen. Aber wir sind noch nicht auf dem Level, das wir erreichen wollen.

Sie genießen hier in München Kult-Status, führten den Verein zum Meistertitel 2014. Können Sie sich vorstellen, irgendwann noch einmal zurückzukehren?

Pesic: Ich glaube, ich möchte meine Trainerkarriere beim FC Barcelona beenden. Was ich danach mache, das werden wir sehen. Ich werde dann in jedem Fall die meiste Zeit in München verbringen.

Sie haben Ihre Wohnung hier noch, oder?

Pesic: Natürlich. Hier leben meine Kinder, meine Enkel und viele meiner Freunde. Ich habe in München meine Ecken, an denen ich sehr gern und häufig bin.

Wie zum Beispiel ihr Stamm-Café...

Pesic (lacht): Richtig! Wenn jemand bei uns zuhause anruft und mich sprechen will, ist es häufig so, dass Vera, meine Frau, antwortet: „Svetislav ist im Wohnzimmer.“ Und wenn derjenige dann fragt: „Könntest du bitte den Hörer dann schnell mal weitergeben?“ antwortet meine Frau: „Das geht nicht. Er ist im anderen Wohnzimmer!“ Und damit meint sie dann mein Stamm-Café.

Interview: Lena Meyer

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