Playoffs gegen Oldenburg

Spiel fünf: Was spricht für Bayern?

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Bayern-Coach Svetislav Pesic hofft auf das Finale gegen ALBA.

München - Spiel fünf, alles oder nichts – mehr Spannung geht nicht. Am Donnerstagabend (19.35 Uhr, Sport1 live) treffen die Bayern im Audi Dome im entscheidenden Playoff-Spiel um den Einzug ins Finale auf Oldenburg.

„Das ist eine neue Herausforderung für uns“, sagte Coach Svetislav Pesic nach der 60:70 (31:29)-Niederlage in Niedersachsen. Was spricht für wen? Welche Faktoren entscheiden?

Die tz wagt einen Blick in die Glaskugel

Direkter Vergleich: Bayern gewann in der regulären Saison 95:62 gegen Oldenburg und entschied Spiel eins der Serie mit 85:67 für sich. Den letzten Vergleich im Audi Dome allerdings verlor der FCB (103:105 n.V.). Trotzdem: (Heim-)Vorteil Bayern.

Momentum: 2:2 nach 0:2-Rückstand, die EWE Baskets schwimmen auf der Erfolgswelle. „Der Sieg für Oldenburg ist verdient“, so FCB-Guard Heiko Schaffartzik. „Jetzt kommt es eben zu Spiel fünf. Das werden wir gewinnen.“ Doch Sebastian Machowski, Trainer der EWE Baskets, meinte: „Ich muss meiner Mannschaft zum erneuten Mal ein Riesenkompliment machen für den Sieg.“ Vorteil Oldenburg.

Physis: Bayern hat in dieser Saison über 70 Partien bestritten(Liga, Pokal, Euroleague), die Oldenburger über 50 (Liga, Pokal, Eurocup). Vorteil Oldenburg.

Schiedsrichter: Bayern bekam in Oldenburg 29 Fouls gegen sich gepfiffen, die EWE Baskets 18. „Über die Schiedsrichter darf ich nichts sagen“, sagte Coach Pesic vielsagend. „Sonst komme ich vielleicht direkt ins Gefängnis.“ Aber: Traditionell neigen die Referees dazu, Heimteams eher pfleglicher zu behandeln. Vorteil Bayern.

Moral: Die Bayern leisteten sich in Oldenburg eines der unerklärlichsten Viertel der jüngeren Basketball-Historie (7:25), kamen aber wieder auf fünf Punkte heran. „Wir hätten viel besser am Defensivrebound arbeiten müssen, dann hätten wir vielleicht noch gewinnen können“, analysierte Center Yassin Idbihi. Zu wissen, warum man ein Spiel nicht noch komplett gedreht hat, ist immer gut. Deshalb: Vorteil Bayern.

Erfahrung: Oldenburg war im Vorjahr im Finale, verlor in drei extrem knappen Spielen gegen Bamberg (63:65, 61:63, 88:91 n.V.). Die Bayern wollen erstmals nach dem Neustart des Projekts ins Finale, ihre Spieler aber haben Routine ohne Ende, und ihr Coach erst recht. Druck sollte ihnen nichts ausmachen. Vorteil Bayern.

Individuelle Klasse: Bayern (Etat zwölf Millionen Euro) hat die besseren Einzelspieler als die EWE Baskets (Etat sechs Millionen). Und in den Playoffs sind oft nicht mehr ausgeklügelte Systeme gefragt, sondern es geht schlicht und einfach darum: Wer will es mehr? (Hoffentlich) Vorteil Bayern…

Für Kurzentschlossene gibt es übrigens noch Tickets via Onlineshop und an der Abendkasse im Audi Dome (Öffnung 18 Uhr).

In Berlin werden sie Donnerstagabend auch ganz genau nach München schauen. Denn ALBA sicherte sich durch einen 69:61-Sieg bei den Artland Dragons mit 3:1 den Einzug ins Finale. Coach Sasa Obradovic: „Ich bin stolz auf mein Team. Wir stehen verdient im Finale.“ Und warten auf den Gegner...

Das sind die Roten Riesen: Der Kader vom FC Bayern München

Mit dem Aufstieg in die Bundesliga hatte der FC Bayern Basketball sein erstes Etappenziel erreicht. Die Premierensaison verlief einigermaßen zufriedenstellend, in der ersten Runde der Playoffs war allerdings Schluss. In der Saison 2012/13 schafften es die Roten Riesen in den Playoffs dann schon bis ins Halbfinale. Springt heuer NOCH mehr heraus? © dpa
Bayern-Präsident Uli Hoeneß (r.) unterstützt das ehrgeizige Projekt nach Kräften. © dpa
Nachdem Dirk Bauermann (r.) zu Beginn der Saison 2012/13 entlassen wurde, übernahm zunächst der bisherige Co-Trainer Yannis Christopoulos (l.) die Verantwortung. © sampics
Ende November 2012 übernahm dann Ex-Bundestrainer Svetislav Pesic. © dpa
Steffen Hamann (r.) ist Point Guard und einer der erfahrensten Profis im Kader. Sein Motto lautet: Don't be a part of the problem - be a part of the solution. © sampics
Der 2,08 Meter große Small Forward Robin Benzing ist deutscher Nationalspieler und einer der größten Hoffnungsträger des Klubs. © sampics
Der passionierte Kaugummikauer Chevon Troutman ist das Kraftpaket des Teams. Als Center räumt der US-Amerikaner unter dem Korb ab. © dpa
Der gebürtige Texaner Demond Greene spielt seit 2010 für die Roten Riesen. Mit 1,85 Meter ist der Shooting Guard einer der kleinsten im Team, macht das aber mit seiner Athletik und teilweise spektakulären Spielweise wett. © sampics
Mauricio Marin kommt von ALBA Berlin - mit ihm haben die Bayern Baskets einen der vielversprechendsten deutschen Nachwuchsspieler unter Vertrag genommen. Derr 1,92 Meter große Shooting Guard wurde 2011 zum besten Nachwuchsspieler der NBBL gewählt. © imago
John Bryant hat im Sommer 2013 einen Zweijahresvertrag bei den Bayern unterschrieben. Der 2,11-Meter-Riese aus den USA spielt auf der Position des Centers. © Christina Pahnke / sampics
Malcom Delaney eignet sich mit seinen 1,91 Metern bestens als Combo Guard. Im Sommer 2013 wechselte der Amerikaner von Budiwelnyk Kiew zu den Bayern nach München. © AFP
Nihad Djedovic spielte schon beim FC Barcelona und Alba Berlin, zur Saison 2013/14 wechselte der Bosnier an die Isar. © dpa
Yassin Idbihi spielt auf der Position des Centers. Der 2,08-Meter-Hüne aus Köln wechselte im Juli 2013 von ALBA Berlin zum FC Bayern. © sampics
Power Forward Boris Savovic kam eine Woche vor Saisonstart 2013/14 noch an die Isar. "Er war kurzfristig auf dem Markt, deshalb haben wir sofort reagiert", sagt Geschäftsführer Marko Pesic. © Christina Pahnke / sampics
Heiko Schaffartzik hat die Position des Point Guard. Im Jahr 2013 wechselte er aus der Hauptstadt an die Isar. Der 1,83 Meter große Berliner hat ein aufregendes Leben hinter sich: Als Jugendlicher erkrankte er an Leukämie, konnte die Krankheit aber besiegen. Später wurde der junge Spieler des Marihuanakonsums überführt und für einige Spiele gesperrt. © dpa
Lucca Staiger wechselte zur Saison 2013/14 zum FC Bayern und spielt dort die Position des Shooting Guards. © AFP
Auch Bryce Taylor hat bei den Roten Riesen die Position des Shooting Guards inne. Der US-Spieler wechselte ebenfalls zur Saison 2013/14 zu den Münchnern. Davor stand er bei den Artland Dragons und Alba Berlin unter Vertrag. © Christina Pahnke / sampics
Alassane Dioubate ist eines der hoffnungsvollen Nachwuchstalente im Bayern-Kader. Der Kölner kam 2010 als 16-Jähriger nach München, er spielt auf der Forward-Position. © fcb-basketball.de

bb

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