Nach Titelverteidigung in der BBL

Bayern-Basketballer wollen in Europa angreifen - In einem Punkt hinkt man aber hinterher

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Die Basketballer des FC Bayern München sind Deutscher Meister und wollen jetzt auch international angreifen. 

In der Bundesliga schafften die Basketballer des FC Bayern erstmals die Titelverteidigung. Nun sollen auch international Erfolge her.

München - Die Freude bei den Basketballern des FC Bayern München war groß, als sie am Sonntag ihren Meistertitel in der Bundesliga verteidigt hatten. Ohne Niederlage marschierten die Münchner durch die Play-offs. Auch wenn es in der finalen best-of-five-Serie gegen Alba Berlin in allen drei Begegnungen eng und spannend war. Im Spiel drei im heimischen Audi Dome ging es sogar in die Verlängerung, ehe die Münchner als deutscher Meister feststanden. Nun will der FC Bayern auch international eine größere Rolle spielen.

Bayern Basketballer wollen in die Euroleague-Play-offs

„Unser Ziel in der nächsten Saison muss sein, besser zu sein als in dieser“, sagte FCBB-Geschäftsführer Marko Pesic in der SportBild am Mittwoch. „Spätestens, wenn die neue Halle im Herbst 2021 fertig ist, wollen wir in der Euroleague regelmäßig in den Play-offs spielen und die Chance haben, das Final Four zu erreichen.“ Die Euroleague ist vergleichbar mit der Champions League im Fußball - mit der Ausnahme, dass nicht alle Mannschaften sich sportlich dafür qualifizieren müssen. Die meisten sind gesetzt und auch die Münchner werden durch eine Wildcard auf jeden Fall die nächsten beiden Spielzeiten auf der größten europäischen Basketball-Bühne vertreten sein. 

In der abgelaufenen Saison reichte es mit 14 Siegen aus 30 Spielen immerhin für Platz elf von 16. Die besten acht kommen ins Play-off-Viertelfinale. Das hat zwar bisher noch keine deutsche Mannschaft geschafft, ist aber das vorgegebene Ziel des FC Bayern. „Ich finde, dass wir dieses Jahr schon eine gute Rolle gespielt haben“, sagte Bayern-Präsident Uli Hoeneß. „Alle wichtigen Spiele gegen die Großen sind sehr eng ausgegangen. Wir werden weiterhin daran arbeiten, die Play-offs in der Euroleague zu erreichen.“

Etat der Bayern Basketballer wird von 20 auf 25 Millionen Euro erhöht

Dafür müssen die Bayern es jedoch schaffen, ihre Leistungsträger zu halten. Der ehemalige NBA-Spieler Derrick Williams soll wieder mehrere Angebote aus den USA vorliegen haben, möchte dort aber nicht nur Ergänzungsspieler sein. Vladimir Lucic, mit 23 Punkten Top-Scorer im dritten Finalspiel, verlangt eine Gehaltserhöhung. „Ich will hier bleiben, aber es ist die Entscheidung des Klubs, ob er mit den Angeboten anderer Vereine mitgeht“, sagte der Serbe. Auch die Verträge von Nihad Djedovic, dem wertvollsten Spieler der Finalserie, dem amerikanischen Center Devin Booker oder Star-Point-Guard Stefan Jovic sind noch nicht verlängert. Zumindest die Trainerposition ist mit Dejan Radonjic für die kommende Saison besetzt. 

Alleine Lucic würde die Bayern über eine Million Euro brutto pro Saison kosten. Laut SportBild liegt der Etat des fünfmaligen deutschen Meisters aktuell bei 20 Millionen Euro. „Wir versuchen, auch da einen Schritt nach vorne zu machen. Wenn alles gut läuft, können wir auf 25 Millionen kommen“, berichtet Pesic. Rund die Hälfte davon lassen sich auf die Spielergehälter zurückführen. Im Vergleich zur internationalen Konkurrenz spielen die Bayern damit aber immer noch keine große Rolle. Die Spitzenklubs aus Barcelona, Istanbul, Moskau oder Madrid können auf 30 bis 40 Millionen Euro nur für Spieleretats zurückgreifen, und das bei geringeren Steuersätzen im Ausland. 

SAP-Garden wird neue Heimstätte der Bayern Basketballer

Einen weiteren Baustein in der Planung nimmt in München daher der neue SAP-Garden ein, der 2021 fertiggestellt werden soll. 11.500 Zuschauern soll die neue Halle Platz bieten und damit 5000 mehr als noch der Audi Dome. „Das Potenzial für Basketball in München ist da. Aber wir müssen unsere Hausaufgaben machen und in den nächsten Jahren eine starke Mannschaft zusammenstellen“, sagte Pesic. „Event-Charakter hin oder her: Als Tabellen-Zehnter werden wir die Halle nicht füllen können.“

pp

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