Vater des Erfolgs

Bayern-Baskets: Widmen den Titel Uli Hoeneß

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Die Basketballer des FC Bayern München feiern die erste deutsche Meisterschaft seit 1955.

Berlin - Mit der ersten Meisterschaft seit 1955 ist Bayern München auch im Basketball ganz oben angekommen. Den Titel widmete die Mannschaft Uli Hoeneß.

Die Stimmen der Helden hatten gelitten. Nach einer langen Party-Nacht in Berlin (Marko Pesic: „Ich habe bis halb fünf durchgehalten, war aber nicht der Letzte…“) präsentierten die Bayern-Basketballer gestern vor dem Audi Dome 600 Anhängern die Silbertrophäe für den nationalen Champion. Es ist der dritte Meistertitel nach 1954 und 1955. „Wir haben uns das hart erarbeitet“, sagte Kapitän Steffen Hamann. „Und man darf nicht vergessen, dass wir das auch für Uli gemacht haben.“ Svetislav Pesic dachte in den ersten Momenten des Triumphes ebenfalls an Hoeneß. „Schöne Grüße an unseren lieben Uli Hoeneß, seine Frau und die komplette Familie.“ Auch Edmund Stoiber hatte sich am Audi Dome eingefunden und sagte in Richtung der Spieler: „Ich bin stolz, dass Basketball zur zweiten großen Freude des FC Bayern geworden ist und dass ihr den Basketball so vorangebracht habt.“

Am Donnerstagmittag war das Team in München gelandet, und die Nacht nach dem 75:62 (33:30)-Sieg im vierten Spiel der best-of-five-Serie bei ALBA Berlin war kurz. Im Avenue-Club am Berliner Alexan­derplatz wurde gefeiert. Selbst Routiniers wie Svetislav und Marko Pesic zeigten sich von ihrer emotionalen Seite. „Es ist so, wie wenn du nach einer langen Auswärtsreise nach Hause kommst und dein Sohn sagt: ,Papa, ich freue mich, dass du da bist.‘ So geht es mir gerade“, berichtete Marko Pesic.

„Heute habe ich Freudentränen vergossen“, räumte Flügelspieler Bryce Taylor ein. Gegen 01.00 Uhr zog es die Roten Riesen in den eigens für sie geöffneten Club im legendären Café Moskau an der Karl-Marx-Allee, wo mit reichlich Sekt in leuch­tenden Flaschen bis zum Morgen gefeiert wurde. „Wir haben heute eines der besten Auswärtsspiele dieser Saison gezeigt. Das klingt altmodisch, aber ich bin wirklich stolz auf meine Mannschaft“, fand Pesic. Nach zusammen sieben Meisterschaften mit ­ALBA formten der Serbe und sein Co-Trainer Emir Mutapcic, der neue Bundestrainer, in München ein Siegerteam, das vier Jahre nach Beginn des Angriffs auf die nationale Spitze am Ziel ist.

Und immer wieder gingen die Gedanken an den in Landsberg inhaftierten Macher des Projekts. „Dieser Titel ist auch für Uli Hoeneß, der den Basketball nach München geholt hat“, sagte Center Yassin Idbihi. Sportdirektor Pesic erzählte: „Ohne Hoeneß wären wir nicht hier. Ich war gestern noch beim Geburtstag seiner Frau. Er hat uns zugeschaut.“ Bester Scorer in Berlin waren Deon Thompson (18), zum wertvollsten Spieler der Finals wurde Malcolm Delaney (sieben Zähler, auch MVP der regulären Saison) gewählt.

Die FCB-Baskets werden ihren Star allerdings wohl verlieren. Der Website ­eurohoops.net sagte Delaney, der erst mal ­Urlaub in seiner Heimat Baltimore macht: „Ich werde versuchen, in den USA einen Vertrag zu bekommen. Wie jeder Amerikaner will ich in der NBA spielen.“ Während der Saison hatten sich die Houston Rockets um den 25-Jährigen bemüht. Auch der griechische Spitzenklub Olympiakos Piräus hat ­Interesse. Marko Pesic dazu: „Wir versuchen, in München eine kontinuierliche Entwicklung anzustreben, aber die besten Spieler gehen zu anderen Vereinen in Europa, wo sie mehr Geld verdienen können.“

Schlusswort Hamann: „Wir haben in den nächsten sechs Wochen kein Training, das werden jetzt schöne Tage.“

so

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