Bayern verlieren fünftes Finalspiel - Bamberg wird Meister

FCB-Baskets: Mission Titelverteidigung gescheitert!

+
Bitter: Jagla & Co. verloren im fünften Finalspiel deutlich

Bamberg - Aus der Traum von der zweiten Meisterschaft! Die FC-Bayern-Basketballer verloren am Sonntag das fünfte Finalspiel in Bamberg.

Die Achterbahn-Saison der Bayern-Basketballer ist vorbei – allerdings endete sie nicht an der Spitze. Die Münchner Korbjäger verloren am Sonntag das fünfte Finalspiel in Bamberg mit 84:88 (36:49). Damit sind die Franken der neue deutsche Meister, das Team von Svetislav Pesic muss sich mit dem Vize-Titel zufrieden geben. Topscorer der Bayern in der mit 6800 Zuschauern ausverkauften Brose Arena war John Bryant mit 16 Punkten.

„Glückwunsch an Bamberg! Sie haben den Sieg verdient“, sagte der enttäuschte Svetislav Pesic. „Allerdings...“, schob er hinterher, „bin ich nicht glücklich über die Schiedsrichter-Entscheidungen heute. Ich wünsche mir, dass Robert Lottermoser Spiele meiner Mannschaft nicht mehr pfeift.“ Nicht nur die Entscheidungen der Referees, auch die Art und Weise wie sie seinem Team gegenüber getreten waren, sei nicht in Ordnung gewesen, so der FCB-Trainer. Pesic: „Sie haben das Team verunsichert.“

Die Spieler waren, was diese Thematik anging, ein wenig vorsichtiger mit ihren Äußerungen. Nihad Djedovic meinte: „Es bringt jetzt nichts, über die Entscheidungen der Schiedsrichter zu diskutieren. Es hat am Ende nicht gereicht. Das kann man nicht wegreden. Ich habe das Gefühl, dass wir die Meisterschaft bereits in der zweiten Finalpartie verspielt haben.“ Die Bayern hatten vor knapp zwei Wochen im Audi Dome eine 18-Punkte-Führung hergegeben, Bamberg die Serie damit wieder ausgleichen lassen.

Das fünfte Finalspiel war da über weite Teile eindeutiger. Bamberg erwischte gestern den deutlich besseren Start. Die Hausherren verteidigten hochkonzentriert und leisteten sich so gut wie keine Fehler in der Defensive. Die Folge: Ein meisterliches Selbstbewusstsein in der Offensive. Ryan Thompson, Daniel Theis & Co. bewiesen wieder einmal ihre Wurfstärke aus der Distanz. Und die Bayern? Die ließen sich von so viel Engagement und Ego beeindrucken. Der in Spiel vier so treffsichere John Bryant wackelte zunächst gewaltig, und auch seinen kleineren Kollegen gelang es nicht, sich durch die Bamberger Zone hindurchzuarbeiten. So blieben die Pesic-Schützlinge qualvolle vier Minuten ohne einen einzigen Punkt (0:9). FCB-Kapitän Bryce Taylor: „Ich denke, das war bereits der Knackpunkt. Ab diesem Zeitpunkt sind wir immer einer Führung hinterhergerannt.“

Vladimir Stimac erlöste seine Mitspieler und den wild gestikulierenden Svetislav Pesic mit den ersten zwei Punkten. Taylor legte per Dreier nach. Allerdings behielten die Hausherren das bessere Händchen. Im ersten Viertel trafen die Franken 60 Prozent ihrer Würfe aus dem Feld, die Bayern nur 44. Es überraschte also niemanden, dass dieser erste Abschnitt mit 26:19 an die Herausforderer ging.

Im zweiten Viertel kochten die Emotionen noch ein wenig höher. Während die Bamberger ihren Vorsprung regelrecht entspannt ausbauten, wirkten die Roten Riesen fahrig und etwas überfordert (24:37). Taylor: „Wir haben uns ein wenig beeindrucken lassen.“ Als dann auch noch Dawan Robinson Nihad Djedovic etwas zu Boden rempelte, mussten die Münchner Teamkollegen einen handfesten Streit ihres Leistungsträgers verhindern. Das gelang zwar, aber die Bayern ließen sich weiterhin zu ärgerlichen Fouls hinreißen. Vier Minuten vor der Pause hatte Bryant beispielsweise schon drei (!) auf dem Konto.

Die Erschöpfung war in den Gesichtern der Roten Riesen abzulesen. Nun forderten die langen Serien gegen Frankfurt, Berlin und auch Bamberg ihren Tribut. Die Hausherren hatten dagegen schon das Glänzen des Meisterpokals in den Augen. Trevor Mbakwe & Co. bauten ihre Führung immer weiter aus. Mit 49:36 ging es für die Bamberger in die Kabine.

Die Pesic-Schützlinge kämpften auch nach der Pause hart, konnten aber weiter nicht an ihre Leistung aus dem letzten Spiel anknüpfen. Die Bamberger bauten ihre Führung aus (55:38).

Wenn die Bayern noch etwas bewegen wollten, mussten sie umdenken. Trainer Pesic setzte auf die Energie der deutschen Nationalspieler. Im letzten Viertel bekamen Robin Benzing, Heiko Schaffartzik und Lucca Staiger einiges an gemeinsamer Spielzeit. Es wirkte zumindest ein wenig: Die Münchner verkleinerten ihren Rückstand auf sieben Punkte (65:72). Dennoch machte „Freak City“ seinem Namen weiterhin alle Ehre. Der Vorsprung der Hausherren war schnell wieder auf mehr als zehn Punkte angewachsen (80:67).

Dann kam allerdings doch noch ein wenig mehr Spannung auf: Die Bayern rafften ihre letzten Kräfte zusammen und steigerten sich noch einmal - besonders in der Defensive. Bamberg zeigte Nerven. Bis auf zwei Punkte arbeiteten sich die Pesic-Schützlinge an die Hausherren heran (84:86). Staiger: „Wenn das Spiel noch zwei Minuten länger gedauert hätte, hätten wir sicherlich noch eine Chance gehabt. Aber ein Spiel dauert nun mal 40 Minuten.“ Und so blieb es bei einer knappen Entscheidung. Die Bamberger sicherten sich mit ihrem 88:84-Erfolg den Titel, die Bayern fuhren als Vizemeister nach Hause.

Lena Meyer

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

FCB-Baskets: Traumstart im Eurocup!
FCB-Baskets: Traumstart im Eurocup!
Ein heißer Tanz: Bayern starten in den Eurocup
Ein heißer Tanz: Bayern starten in den Eurocup
Erste Heimpleite: Würzburg wird zum Bayernschreck
Erste Heimpleite: Würzburg wird zum Bayernschreck
FCB-Baskets: Zurück auf der Erfolgsspur
FCB-Baskets: Zurück auf der Erfolgsspur

Kommentare