Fragwürdiges Foul gegen Thompson

Marko Pesic: Kritik an Schiri-Entscheidung

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Geschäftsführer Marko (l.) und Trainer Svetislav Pesic

München - Irgendwie blieb nach dem Spiel gegen Ulm ein fader Beigeschmack bei den FCB-Baskets. Die zwei unsportlichen Fouls gegen Deon Thompson sorgten für Unverständnis.

Irgendwie blieb nach dem Spiel gegen Ulm ein fader Beigeschmack bei den FCB-Baskets. Grund dafür war nicht in allererster Linie die deutliche 72:91-Niederlage gegen die Schwaben, sondern zwei Schiedsrichterentscheidungen. Deon Thompson, der im personalgeschwächten Team der Roten (Kapitän Bryce Taylor und Nihad Djedovic fehlten mit Oberschenkel- und Wadenproblemen) eine tragende Rolle übernahm, wurde im dritten Viertel nach zwei unsportlichen Fouls disqualifiziert. Er musste die Halle sofort verlassen. Zuvor hatte der 27-Jährige noch für die kurzzeitige Führung der Münchner gesorgt (61:60). Nach seinem Verlassen des Parketts ging es bergab. Geschäftsführer Marko Pesic zur tz: „Es geht nicht darum, dass wir verloren haben. Ich will und kann gar nicht sagen, ob wir die Partie mit Deon gewonnen hätten. Vielmehr tut es mir für unseren Spieler leid. Die Entscheidung ist ärgerlich, weil bei ihr nicht das Instant Replay ­(Video-Beweis, d. Red.) hinzugezogen wurde.“

Das war passiert: Im ersten Viertel (18:14 für die Münchner) kassierte Thompson sein erstes unsportliches Foul, weil er am Trikot von Ulms Pierria Henry gezogen haben soll. Pesic: „In meinen Augen hat er das nicht getan, aber okay. Das war vielleicht uneindeutig.“ Im dritten Viertel (61:60) soll Thompson Per Günther grob am Korbversuch gehindert haben. Schiedsrichter Mathias Rucht pfiff ein erneutes, unsportliches Foul. Die TV-Bilder zeigten allerdings, das diese Entscheidung eher fragwürdig war. Auch Ruchts Schiri-Kollege Christof Madinger meldete Zweifel an. Die Referees berieten sich kurz, Rucht blieb allerdings bei seiner Entscheidung – ohne sich noch einmal die Videoaufnahmen anzusehen. Marko Pesic: „Das ist sehr bedauerlich. Im Fußball gibt es immer wieder die Diskussionen einen Videobeweis einzuführen. Im Basketball gibt es diese Möglichkeit, und dann wird sie bei einer so schwerwiegenden Entscheidung nicht genutzt. Das betrifft zwar in diesem Fall uns, aber es ist vor allem insgesamt kein gutes Zeichen an alle Mannschaften der Bundesliga.“

Deshalb wollen die Bayern dieses Mal Stellung beziehen. „Normalerweise kommentieren wir keine Schiedsrichterentscheidungen. In diesem Fall werden wir uns an die Liga wenden und das Ganze hinterfragen“, so Pesic. „Es ist in der Vergangenheit auffällig gewesen, dass die Schiedsrichter immer mehr darauf achten, was auf der Bank passiert. Das geht nicht! Der Fokus sollte auf den Dingen liegen, die auf dem Parkett geschehen“, so Pesic.

Boris Schmidt, BBL-Video-Beobachter der Partie, gab Pesic zumindest im Hinblick auf die fragliche Entscheidung des zweiten unsportlichen Fouls von Thompson recht. „Diese Szene hätten sicher nicht viele so gesehen“, sagte er zum Münchner Merkur. „Das war ohne Frage falsch beurteilt.“ Dass in diesem Fall nicht der Videobeweis zu Hilfe gezogen wurde, bedauert der Verantwortliche. „Leider“, sagte Schmidt gestern, „mit den Bildern wäre man ziemlich sicher zu einem anderen Urteil gekommen.“ Er könne sich vorstellen, dass in Zukunft auch die Trainer die Sichtung des entsprechenden Videomaterials einfordern könnten, so wie es auch im Football der Fall ist.

Die Bayern wollen nun jedenfalls auch wieder sportlich überzeugen. Schon morgen müssen die Roten noch einmal in Ulm ran. Um 19.30 Uhr findet das Eurocup-Rückspiel statt.

lm

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