"Rote Riesen" jetzt gegen Real

Befreiter Pesic-Jubel über Traumstart

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Svetislav Pesic umarmt erleichtert seinen Spieler Malcolm Delaney.

München - Zwei Spiele, zwei Siege - so gut wie der FC Bayern ist noch nie ein deutsches Basketball-Team in die Euroleague-Zwischenrunde gestartet. Bis zum Viertelfinale ist es aber noch ein weiter Weg.

Selbst Svetislav Pesic gab kurz seine Zurückhaltung auf. Befreit jubelte der Bayern-Coach nach der geglückten Euroleague-Aufholjagd gegen Partizan Belgrad und klatschte überschwänglich mit den Heimfans auf der Tribüne ab. „Ich freue mich natürlich immer, wenn wir so gewinnen, wie wir heute gewonnen haben“, sagte der Serbe nach dem 71:65 und dem Traumstart in die Zwischenrunde am Donnerstagabend.

Mit zwei Erfolgen aus zwei Spielen haben die Münchner nicht nur den besten Auftakt eines deutschen Teams in die Top 16 der Königsklasse perfekt gemacht, sondern zumindest eine gute Grundlage für den erstmaligen Einzug ins Viertelfinale gelegt. „Es sind erst zwei Spiele gespielt“, warnte jedoch Nationalspieler Lucca Staiger bei Sport1 angesichts zwölf noch ausstehender Partien. Vier von acht Teams erreichen die nächste Runde. „Wir wissen, was noch für Mannschaften kommen“ - und was für welche: Bereits am Mittwoch steht das Duell beim spanischen Rekordmeister Real Madrid an, zudem geht es noch gegen die Topclubs ZSKA Moskau und Maccabi Tel Aviv.

Das sind die Roten Riesen: Der Kader vom FC Bayern München

Mit dem Aufstieg in die Bundesliga hatte der FC Bayern Basketball sein erstes Etappenziel erreicht. Die Premierensaison verlief einigermaßen zufriedenstellend, in der ersten Runde der Playoffs war allerdings Schluss. In der Saison 2012/13 schafften es die Roten Riesen in den Playoffs dann schon bis ins Halbfinale. Springt heuer NOCH mehr heraus? © dpa
Bayern-Präsident Uli Hoeneß (r.) unterstützt das ehrgeizige Projekt nach Kräften. © dpa
Nachdem Dirk Bauermann (r.) zu Beginn der Saison 2012/13 entlassen wurde, übernahm zunächst der bisherige Co-Trainer Yannis Christopoulos (l.) die Verantwortung. © sampics
Ende November 2012 übernahm dann Ex-Bundestrainer Svetislav Pesic. © dpa
Steffen Hamann (r.) ist Point Guard und einer der erfahrensten Profis im Kader. Sein Motto lautet: Don't be a part of the problem - be a part of the solution. © sampics
Der 2,08 Meter große Small Forward Robin Benzing ist deutscher Nationalspieler und einer der größten Hoffnungsträger des Klubs. © sampics
Der passionierte Kaugummikauer Chevon Troutman ist das Kraftpaket des Teams. Als Center räumt der US-Amerikaner unter dem Korb ab. © dpa
Der gebürtige Texaner Demond Greene spielt seit 2010 für die Roten Riesen. Mit 1,85 Meter ist der Shooting Guard einer der kleinsten im Team, macht das aber mit seiner Athletik und teilweise spektakulären Spielweise wett. © sampics
Mauricio Marin kommt von ALBA Berlin - mit ihm haben die Bayern Baskets einen der vielversprechendsten deutschen Nachwuchsspieler unter Vertrag genommen. Derr 1,92 Meter große Shooting Guard wurde 2011 zum besten Nachwuchsspieler der NBBL gewählt. © imago
John Bryant hat im Sommer 2013 einen Zweijahresvertrag bei den Bayern unterschrieben. Der 2,11-Meter-Riese aus den USA spielt auf der Position des Centers. © Christina Pahnke / sampics
Malcom Delaney eignet sich mit seinen 1,91 Metern bestens als Combo Guard. Im Sommer 2013 wechselte der Amerikaner von Budiwelnyk Kiew zu den Bayern nach München. © AFP
Nihad Djedovic spielte schon beim FC Barcelona und Alba Berlin, zur Saison 2013/14 wechselte der Bosnier an die Isar. © dpa
Yassin Idbihi spielt auf der Position des Centers. Der 2,08-Meter-Hüne aus Köln wechselte im Juli 2013 von ALBA Berlin zum FC Bayern. © sampics
Power Forward Boris Savovic kam eine Woche vor Saisonstart 2013/14 noch an die Isar. "Er war kurzfristig auf dem Markt, deshalb haben wir sofort reagiert", sagt Geschäftsführer Marko Pesic. © Christina Pahnke / sampics
Heiko Schaffartzik hat die Position des Point Guard. Im Jahr 2013 wechselte er aus der Hauptstadt an die Isar. Der 1,83 Meter große Berliner hat ein aufregendes Leben hinter sich: Als Jugendlicher erkrankte er an Leukämie, konnte die Krankheit aber besiegen. Später wurde der junge Spieler des Marihuanakonsums überführt und für einige Spiele gesperrt. © dpa
Lucca Staiger wechselte zur Saison 2013/14 zum FC Bayern und spielt dort die Position des Shooting Guards. © AFP
Auch Bryce Taylor hat bei den Roten Riesen die Position des Shooting Guards inne. Der US-Spieler wechselte ebenfalls zur Saison 2013/14 zu den Münchnern. Davor stand er bei den Artland Dragons und Alba Berlin unter Vertrag. © Christina Pahnke / sampics
Alassane Dioubate ist eines der hoffnungsvollen Nachwuchstalente im Bayern-Kader. Der Kölner kam 2010 als 16-Jähriger nach München, er spielt auf der Forward-Position. © fcb-basketball.de

Gegen Serbiens Serienchampion brauchte es eine deutliche Leistungssteigerung im letzten Viertel, um die bei 14 Punkten Rückstand schon verloren geglaubte Partie noch zu drehen. „Die ersten 20 Minuten, das war nicht unser Basketball“, betonte Pesic. „Es hat sich wieder einmal gezeigt, was ich versuche meinen Spielern zu vermitteln: Dass du ohne Defense, ohne richtige Konzentration, ohne Enthusiasmus nicht bestehen kannst.“ Auch Staiger, der kurz vor Ende einen wichtigen Offensivrebound sicherte, berichtete von einer emotionalen Kabinenpredigt: „Es war eine sehr deutliche und direkte Ansprache von Coach Pesic in der Halbzeit.“

Nicht nur in der europäischen Spitzenklasse, auch im Eurocup hoffen die deutschen Klubs auf ein historisch gutes Ergebnis. In dieser Woche hatten Titelkandidat Brose Baskets Bamberg, ALBA Berlin und auch ratiopharm Ulm zum Auftakt der Runde der besten 32 mit Siegen geglänzt, noch nie schaffte es ein Trio bis ins Achtelfinale.

„Dass unsere vier deutschen Teams so toll in die Zwischenrunde gestartet sind, ist nicht nur sehr erfreulich, sondern wird ihnen weiteren Wind unter den Flügeln verleihen“, erklärte Jan Pommer, Geschäftsführer der Basketball Bundesliga, auf Anfrage. „Wie weit dieser dann das Quartett trägt, wird sich weisen - denn auf diesem Niveau, dies gilt auch für den Eurocup, entscheiden mitunter Nuancen über Sieg und Niederlage.“

dpa

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