Euroleague

Bayern schreiben das nächste Stück Geschichte

Gut gebrüllt: Reynolds holte 17 Punkte.
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Gut gebrüllt: Reynolds holte 17 Punkte.

Was für ein Spiel, was für ein Comeback und was für ein großer Sieg. Die Bayern-Basketballer ließen in der Euroleague den nächsten Favoriten stolpern.

Istanbul – Vor dem Start war in der Ülker Arena noch einmal die Zeit der Freundlichkeiten gekommen. Danilo Barthel scherzte mit den alten Kollegen. „Ich freue mich, dass wir uns mal wieder sehen. Vor allem Paul oder Lucca (Zipser und Lucic, d. Red.)“, hatte der frühere Bayern-Kapitän angekündigt.

Am Ende dürfte zumindest Barthel die Lust aufs lockere Geplauder vergangen. Denn 75:71 (25:45) setzten sich die Bayern auch beim Final-4-Aspiranten Fenerbahce Istanbul nach einem unfassbaren Comeback gewonnen. Sieg Nummer drei in der noch jungen Euroleague-Saison und das Sahnehäubchen auf einer Woche, die mit dem historischen ersten Sieg bei Maccabi Tel Aviv so fulminant begonnen hatte. Die aktuelle Tabelle nach vier Einsätzen werden sich die Bayern übers Bett hängen – Platz drei in der Königsklasse hatte man bis dato noch nie. „Ich bin wirklich stolz auf meine Spieler – diese beiden Siege sind die beste Belohnung.“

Und die Bayern werden auf dem Heimflug am Samstag wohl noch rätseln wie dieser Coup gelingen konnte. In einer Partie, die lange nach einer Katastrophe aussah. Oder vorsichtig ausgedrückt: Die Münchner waren in der (fast) leeren 13 500-Menschen-Arena denkbar zäh in Tritt gekommen. In der Defensive kam man zuverlässig einen Schritt zu spät. Vorne ließ man Ball um Ball sausen, fünf Turnover in den ersten vier Minuten – im Eiltempo rauschte Fenerbahce auf 20 Punkte Vorsprung davon Bayern-Coach Andrea Trinchieri haderte: „Wir sind wie ein platter Reifen, keinerlei Energie – einfach schlecht.“ Aber es scheint tatsächlich eine Qualität des neuen Bayernteams zu sein: Wenn es spielerisch nicht läuft – auf den Kampf ist Verlass. Vor allem an Jalen Reynolds konnten sich die Münchner aufrichten. Der US-Center ackerte unter dem Korb (8 Rebounds) und wenn nötig nagelte er den Ball auch durch die Reuse (17 Punkte). „Wir mussten aggressiver ais der Kabine kommen“, sagte er lapidar.

Und das zeigte Wirkung. Bei Fenerbahce, das sich nun schwer tat, in gute Wurfpositionen zu kommen. Aber auch bei den Bayern, die nach dem Wechsel mit immer breitere Brust über das Parkett hasteten. Mitte des Schlussviertels hatten Reynolds & Co aus dem drohenden Debakel eine Vier-Punkte-Führung gemacht (66:62). Und ganz egal was Fenerbahce auch versuchte – die Bayern hatten immer eine Antwort. Selbst als Superstar Nando de Colo Fenerbahces Startruppe in den Schlusssekunden mit einem Notdreier noch einmal auf Schlagdistanz brachte. Vladimir Lucic (18 Punkte), brachte den Sieg an der Freiwurflinie unter Dach und Fach. Und war am Ende nur noch glücklich: „Das tut wahnsinnig gut.“

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