In Polen

Bauermann hat einen neuen Nowitzki

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Dirk Bauermann ist jetzt polnischer Nationaltrainer

Berlin/Warschau - Ein Duell mit seinem früheren Team sehnt Dirk Bauermann bei der kommenden Basketball-EM nicht unbedingt herbei. Einen neuen Dirk Nowitzki hat er trotzdem schon gefunden.

„Ich muss nicht gegen Deutschland spielen, um ehrlich zu sein, das brauche ich überhaupt nicht“, berichtet der neue Nationaltrainer Polens schmunzelnd. Knapp ein Vierteljahr nach seiner Beurlaubung beim FC Bayern einigte sich der 55 Jahre alte Erfolgscoach mit den Osteuropäern über eine Zusammenarbeit bis zur kommenden EM (4. bis 22. September). „Es geht nicht um eine hauptamtliche Position, sondern darum, die Mannschaft zur Europameisterschaft zu führen und vorzubereiten“, sagte Bauermann.

In Slowenien will er den 17. von 2011 über die erste Turnierphase hinaus bringen. „Wir müssen uns schon gegen die Decke strecken, um überhaupt die Vorrunde zu überstehen“, meinte Bauermann zur eigenen Gruppe, in der es unter anderen gegen Titelverteidiger Spanien und den Gastgeber geht. „Die Polen haben eine Mannschaft, die über ein großes Potenzial verfügt, das sie bisher noch nicht abrufen konnte. Insofern freue ich mich sehr auf diese neue Aufgabe.“

24 Stunden Basketball: Ein Tag mit Dirk Bauermann

24 Stunden Basketball: Ein Tag mit Dirk Bauermann
9:34 Uhr: Der frühe Vogel fängt den Wurm… Dirk Bauermann betritt als einer der Ersten den Arbeitsplatz an der Säbener Straße. Die nachdenkliche Miene verrät, dass er bereits an das heutige Training denkt © sampics
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10:36 Uhr: Los geht’s mit einer Fitnesseinheit. Dabei erklärt Bauermann seinen Spielern, wie die Übungen korrekt auszuführen sind. © sampics
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Nicht der geringste Fehler entgeht dem Blick des Trainers. © sampics
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Selber geht er auch an die Gewichte, um auch weiterhin eine gute Figur in seinem schwarzen Anzug abzugeben. © sampics
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Selber geht er auch an die Gewichte, um auch weiterhin eine gute Figur in seinem schwarzen Anzug abzugeben. © sampics
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12:07 Uhr: Es wird Zeit, sich den wartenden Journalisten zu widmen. © sampics
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Bauermann nimmt im TV-Studio an der Säbener Straße Platz und beantwortet geduldig die Fragen der Reporter. © sampics
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Ob Fragen zum nächsten Spiel, zur Reha der Verletzten oder zu den einzelnen Spielern: Bauermann hat auf jede Frage die passende Antwort. © sampics
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12:53 Uhr: Mahlzeit! In der vereinseigenen Kantine an der Säbener Straße isst Bauermann gemeinsam mit dem Team zu Mittag. © sampics
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Zeit zum Gaudimachen bleibt da natürlich auch, wie hier mit dem Dreiergaranten seines Teams, Jonathan Wallace… © sampics
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13:26 Uhr: Es wird Zeit, sich um das anstehende Training zu kümmern. Während die Mannschaft noch ihr Mittagessen zu sich nimmt, ist Bauermann schon wieder in der Halle ... © sampics
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... und bereitet sorgfältig die Trainingsutensilien vor. © sampics
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Oft kriegt er dabei Besuch, wie hier vom für Basketball zuständigen zweiten Vizepräsidenten Bernd Rauch. © sampics
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13:43 Uhr: Auf geht’s zum Training! Zunächst gibt es ein Einzeltraining, bei dem sich Bauermann speziell um seine verletzten Spieler wie hier Steffen Hamann kümmert. © sampics
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Steffen Hamann © sampics
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Danach leitet der Coach das Training mit dem gesamten Team. Wurftraining, Koordination, Verhalten in der Defense bzw. in der Offense – je nachdem, was ansteht. © sampics
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Bauermann beim Training mit dem gesamten Team. © sampics
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15:54 Uhr: Nach dem Training hat die Mannschaft erst mal Pause. Regeneration steht auf dem Pro­gramm. Bauermann nutzt diese Zeit, um in aller Ruhe die Videos über die Gegner des FCB zu studieren. © sampics
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Dabei macht er sich Notizen und erstellt Profile zu jedem einzelnen Spieler des gegnerischen Teams. © sampics
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Kein Wunder, dass die roten Riesen gut auf ihre Gegner eingestellt sind… © sampics
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Bauermann ist kein Aufwand zu viel © sampics
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17:11 Uhr: Mit einem Lächeln verlässt Dirk Bauermann wieder das Gelände. Das nächste Spiel kann kommen © sampics
24 Stunden Basketball: Ein Tag mit Dirk Bauermann
Bauermann macht sich auf den Heimweg © sampics
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Bauermann macht sich auf den Heimweg © sampics
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17:18 Uhr: Auf nach Hause! Im Bayern-Audi macht sich Bauermann wieder auf den Weg zu seinem Haus in der Nähe von Holzkirchen. Gute 60 Kilometer sind das jeden Tag. Für ein Leben in der Idylle nimmt das der Coach in Kauf © sampics
24 Stunden Basketball: Ein Tag mit Dirk Bauermann
19:33 Uhr: Daheim angekommen setzt sich Bauermann auf seine rote Couch und liest die Abendausgabe der tz. Egal, ob Spielbericht oder Porträt, der Coach der Bayern-Baskets will in Sachen Sport-Berichterstattung stets auf dem neusten Stand sein © sampics

Auch für den Posten des russischen Nationaltrainers galt der Rheinländer nach dem Aus in München zwischenzeitlich als heißer Kandidat. Die Vertragsauflösung mit den Bayern sei „unabhängig“ von seiner Berufung nach Polen geschehen. „Es gibt nicht wirklich ein Verhältnis“, berichtet er über die aktuelle Beziehung zu den Verantwortlichen bei den Bayern, die sich noch vor Saisonbeginn von dem Aufstiegscoach getrennt hatten. „Wir haben seit der Beurlaubung nicht mehr miteinander geredet. Ich denke, dass das sicher irgendwann wieder möglich sein wird und sollte. Aber bisher nicht.“

Im Gegensatz zu Bayern-Präsident Uli Hoeneß, der gegen Bauermann noch nachkartete, lobt Polens Verbandschef Grzegorz Bachanski seine Neuverpflichtung in den höchsten Tönen: „Das ist ein Weltklasse-Trainer, ich zähle darauf, dass er den polnischen Basketball zu neuer Qualität führt.“

Auf diesem Weg kann Bauermann in Marcin Gortat ähnlich wie beim EM-Silber-Coup 2005 mit Deutschlands Superstar Dirk Nowitzki wieder auf einen zentralen Spieler aus der NBA setzen. „Alle die, die international einen Namen haben, haben ihren Wunsch und Bereitschaft kundgetan, zu spielen - auch Gortat. Er hat eine ähnlich enge Identifikation und Bindung an sein Land wie Nowitzki“, sagte der Coach über den Center von den Phoenix Suns.

„Wenn man die Vorrunde überstanden hat, kann diese Mannschaft jeden in Europa schlagen“, meint Bauermann. Sollte mit Gortat eine Überraschung gelingen und Polen auch in der Zwischenrunde erfolgreich sein, wäre frühestens im Viertelfinale ein Aufeinandertreffen mit Deutschland möglich - was wohl sowohl Bauermann als auch seine Heimat verkraften dürften.

dpa

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