Der ehemalige FCB-Coach über seine Entlassung

Aus bei den Bayern: Jetzt spricht Sasa Djordjevic

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Ex-FCB-Trainer Sasa Djordjevic

München - Vor fünf Tagen gab der FC Bayern Basketball die Trennung von Sasa Djordjevic bekannt. Nun äußert sich der geschasste Trainer in einem Brief.

Dass eine Medaille immer zwei Seiten hat, ist nichts Neues. Vor allem nicht im Sport. Dass ein geschasster Trainer aber unmittelbar nach der Entlassung seinen Standpunkt öffentlich zur Sprache bringt, ist etwas Außergewöhnliches. Nur fünf Tage nach seinem Aus beim FC Bayern Basketball meldete sich Sasa Djordjevic gestern Nachmittag in einem öffentlichen Brief zu Wort. Einen Tag vor dem Debut seines Nachfolgers Dejan Radonjic beim Heimspiel gegen Ulm (20.30 Uhr).

Es sei ihm ein Anliegen, sich bei den Kollegen, der BBL und vor allem den Münchner Fans zu bedanken, so Djordjevic. „Ich hoffe, ihr alle habt es genauso wie ich genossen, das Team kämpfen und siegen zu sehen“, schreibt der ehemalige Bayerntrainer.

Gegenüber den Vereinsverantwortlichen übt Djordjevic allerdings harsche Kritik. Obwohl er in dem gesamten Brief weder die Namen Marko Pesic noch Daniele Baiesi nennt, wird der 50-Jährige deutlich. „Der starke Zusammenhalt zwischen der Mannschaft und dem Trainerteam führte zu den besten Ergebnissen des Klubs, trotz rätselhaften Neids aus Teilen des Managements, das sich in den Schatten gestellt fühlte und damit letztendlich nicht mehr leben konnte", so Djordjevic in seinem Statement. Es habe trotz der Erfolge ein Klima der „persönlichen Distanz und Negativität“ geherrscht.

Am vergangenen Mittwoch habe man ihm mitgeteilt, dass er suspendiert sei, so der Serbe. Als Grund hierfür wurde ein Mangel an Kommunikation angegeben. Als Antwort auf diese Auskunft habe er selbst die sportlichen Erfolge aufgezählt, schreibt Djordjevic: Der Pokalsieg, das historische EuroCup-Halbfinale und der erste Tabellenplatz mit 23 Siegen und lediglich zwei Niederlagen.

Laut Djordjevic sei gerade eines der Erfolgsgeheimnisse gewesen, dass nicht jeder seiner Schritte der Trainingsroutine mit den Verantwortlichen abgestimmt war. Er habe auf diese Weise Konditionen schaffen wollen, sodass sich das Team in Ruhe auf sich und die Gemeinschaft konzentrieren könne. Genau das, sei ihm zum Vorwurf gemacht worden. „Bayern München sollte über so einem Verhalten stehen, das solche persönliche Attacken erlaubt und die harte Arbeit von vielen Leuten, nicht nur meiner als Trainer, ruiniert", fügt Djordjevic hinzu.

Einen besonderen Dank will der Ex-Trainer FCB-Präsident Uli Hoeneß aussprechen. Dieser habe einige Tage vor der Entlassung "öffentlich gegenüber den Medien seine Zufriedenheit über die 'beste Saison der Geschichte der Bayern-Basketballer' ausgedrückt". Dies habe sein Team und ihn selbst „sehr stolz gemacht", so Djordjevic. Er sehe seinen Job letztendlich als erfolgreich an, da er das Team in einem besseren Zustand zurücklasse als er es übernommen habe.

Lena Meyer

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