"Haben es nicht zu Ende gespielt"

Bayern-Basketballer nach Pokal-Aus ratlos

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Heiko Schaffartzik rätselt nach dem Pokal-Aus über die Gründe für den Einbruch seines Teams.

Berlin - Auch in diesem Jahr erlebten die Bayern im Pokal-Wettbewerb eine Enttäuschung. Das Top Four findet ohne den deutschen Meister statt - sehr zur Freude des Titelverteidigers.

Eine halbe Minute vor dem Ende blickte Marko Pesic ungläubig auf den großen Videowürfel in der Berliner Arena am Ostbahnhof. Der Bayern-Geschäftsführer konnte einfach nicht fassen, was er dort für einen Spielstand angezeigt bekam. Dreieinhalb Viertel lang hatten die Münchner Basketballer das Pokal-Duell beim großen Rivalen ALBA Berlin dominiert, doch am Ende der 40 intensiven Minuten war der deutsche Meister am Mittwochabend mit 69:74 doch aus dem nationalen Cup-Wettbewerb ausgeschieden.

"Wir haben über 35 Minuten eines unserer besten Spiele in dieser Saison gezeigt, aber wir haben es nicht zu Ende gespielt", klagte Pesic nach dem zweiten Rückschlag der Saison. Erst das Scheitern in der Vorrunde der Euroleague, nun das Verpassen des Top Four am 11. und 12. April in Oldenburg. Zwei ihrer Saisonziele haben die Bayern damit bereits verfehlt. "Jetzt müssen wir wieder aufstehen", sagte Nationalspieler Heiko Schaffartzik enttäuscht.

Auch der Münchner Aufbauspieler konnte unmittelbar nach dem Spiel nicht erklären, warum sein Team am Schluss "panisch" geworden sei. "Eigentlich hatten wir alles unter Kontrolle." Achteinhalb Minuten vor dem Ende hatten sich die Gäste einen Acht-Punkte-Vorsprung erspielt (61:53), doch dann brach das Team von Svetislav Pesic völlig ein. Über sieben Minuten blieben die Bayern ohne jeden Punkt, Titelverteidiger ALBA drehte die Partie mit 13 Zählern in Serie. "Was man heute gemerkt hat: Dass der Pokal unserer ist, und den geben wir nicht gerne her, das hat die Mannschaft heute gezeigt", sagte Berlins Geschäftsführer Marco Baldi.

Während die Münchner nach ihren zuletzt stabilen Leistungen in der Liga und im Eurocup also wieder einen Rückschlag hinnehmen mussten, kam der Prestigeerfolg für die Berliner genau zum richtigen Zeitpunkt. Nach der zweiten Liga-Niederlage in Serie am Sonntag gegen Oldenburg, das als Top-Four-Gastgeber genau wie die Brose Baskets Bamberg nach deren 76:61 in Ulm qualifiziert ist, entzog ALBA seinen Kritikern erst einmal wieder jegliche Munition.

"Als amtierender Pokalsieger das Top Four am Fernseher zu sehen, ist schon scheiße", sagte Baldi. "Soweit die Füße tragen, das ist das Motto dieser Saison", sagte Baldi angesichts der Dreifachbelastung in Euroleague, Bundesliga und Pokal. Dass der wichtige Erfolg gegen die Bayern zustande kam, wollten die Verantwortlichen nicht überbewerten. "Mit Machtverhältnissen im deutschen Basketball hatte das nichts zu tun", sagte Baldi. Auch ALBA-Coach Sasa Obradovic wollte im Sieg gegen seinen Lehrmeister Pesic nichts Besonderes erkennen. "Wir waren heute einfach besser, das war's!"

dpa

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