"Duuuuschko"

Savanovic: Ein Europäer im Bayern-Trikot

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Mit Händchen: 70 Prozent von Savanovics (am Ball) Würfen saßen bislang.

München - Dusko Savanovic hat in vier Topligen des Kontinents gespielt, davon soll München profitieren.

Die Fangemeinde immerhin hat nicht lange gebraucht um den neuen Mann ins Herz zu schließen. Schon beim Auftakt gegen den Mitteldeutschen BC hallten diese „Duuuuschko“-Rufe durch den Audi Dome. Und der Mann ließ sich ja auch nicht lumpen. Nicht nur seiner, im Schnitt 15,7 Punkte wegen war der 31-Jährige bei den Basketballern die tragende Figur dieser ersten Saisonauftritte. Auch am Samstag (20.30 Uhr/telekombasketball.de) bei Phoenix Hagen werden die Münchner auf seine Impulse wieder setzen.

Sein Trainer Svetislav Pesic hatte schon geahnt („Er wird von Anfang an Verantwortung übernehmen müssen“), dass Savanovic zum Mann dieser ersten Stunden werden könnte, in denen beim Meister noch nicht alles rundläuft. Dabei könnte der meist witzelnde Serbe selbst noch einige Anlaufzeit brauchen nach drei Jahren in der Türkei. Bei Anadolu Istanbul, wo ein anderer, langsamerer Spielstil gepflegt wurde. „Er ist noch nicht in der physischen Verfassung, die er für unser Spiel braucht“, hat auch Pesic festgestellt.

Aber wer sich ein Jahrzehnt in den Topligen Europas behauptet hat, der bringt Rezepte für solche Situationen mit. Savanovic, der über sich selbst sagt, sein Spiel sei „hässlich, langsam und ich kann nicht springen“, hat ein Gespür für Situationen. Und er hat ein bemerkenswertes Händchen. Mehr als 70 Prozent seiner Würfe saßen bislang im Ziel.

Wobei Erfahrung längst nicht alles ist, was Dusko Savanovic auf seiner Europatour durch Serbien (Zeleznik Belgrad), Russland (Kasan), Spanien (Sevilla, Valencia) und die Türkei (Istanbul) mehr mitgenommen hat als einen sportlichen Erfahrungsschatz. Savanovic spricht alle vier Sprachen. Deutsch soll seine fünfte werden: „In einem halben Jahr will ich Interviews auf Deutsch geben“. Es passt irgendwie, dass er eine ziemlich internationale Familie hinter sich hat. Seine zweite Tochter wurde kürzlich in München geboren, die erste in Sevilla. Er selbst ist gebürtiger Kroate, seine Frau Serbin. „Nicht in einem unserer Pässe steht die selbe Stadt, aber mir gefällt das.“

Wohin es für ihn nun in München geht, dürfte maßgeblich auch von ihm selbst abhängen. Seine Erfahrung könnte den Unterschied ausmachen. Auch in der Königsklasse Euroleague, die für die Bayern am kommenden Freitag (21.30 Uhr) mit dem Auftritt beim FC Barcelona ihren Anfang mit. Doch die Luft ist dünn, gerade in einer Gruppe, in der die Bayern mit Barcelona, Panathinaikos Athen, Emporio Mailand und Fenerbahce Istanbul gleich vier Teams vorgesetzt bekommen, die mehr oder minder offen mit dem Final-Four in Madrid liebäugeln dürfen. „Da musst Du immer auf Topniveau sein“, sagt Savanovic, „das ist extrem hart.“ Und es könnte zu früh kommen, für die in der Entwicklung befindlichen Münchner.

Aber zumindest langfristig, glaubt der Routinier, hat der FC Bayern die Argumente für sich. Ein Marke mit Anziehungskraft. Einen Trainer, der für ihn die Hauptmotivation für den Wechsel an die Isar war – beide arbeiteten einst auch in Valencia schon zusammen. Und mit der BBL ein Umfeld mit Zukunft. „Die Bundesliga hat überragende Hallen, eine perfekte Organisation“, sagte Savanovic, „ihr habt eigentlich alles um auch in Europa eine gute Rolle zu spielen“.

Auch so etwas wird ihn den Fans gewiss näher bringen.

Patrick Reichelt

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