tz-Interview mit Stephan Baeck

"Es werden geile Finals" für die Bayern Baskets

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Deon Thompson in Spiel fünf, er war „man of the match“

München - Am Sonntag treten die Bayern Baskets im Audi Dome gegen Berlin an. Es ist der Auftakt der Best-of-five-Serie um die Meisterschaft. Die tz sprach mit Stephan Baeck, dem Europameister von 1993.

Bayern gegen Berlin, am Sonntag (16.15 Uhr, alle Spiele live bei Sport1) beginnt im Audi Dome die Best-of-five-Serie um die Meisterschaft. Stephan Baeck ist als Sport1-Experte vor Ort, die tz sprach mit dem Europameister von 1993.

Herr Baeck, was dürfen wir erwarten?

Baeck: Wir sehen die beiden besten Mannschaften der Liga. Und sie haben gezeigt, warum sie das sind. Sie haben sich auch in schwierigen Situationen durchgesetzt.

Und es werden Endspiele mit Vorgeschichte…

Baeck: Na klar, es wird eine emotionale Serie. Da sind die Giftpfeile hin- und hergeflogen. Dazu kommt die Berliner Vergangenheit von Svetislav Pesic und die Tatsache, dass Sasa Obradovic früher unter Pesic gespielt hat. Und nicht zu vergessen, dass sich Uli Hoeneß und Berlins Geschäftsführer Marco Baldi gezofft haben. Es sind große Emotionen im Spiel, aber das ist doch toll. Ich freue mich sehr auf die Serie, es werden geile Finals.

Mit einer sehr guten Bayern-Offense gegen eine sehr gute Berliner Defense – kann man es darauf reduzieren?

Baeck: Nein, die Bayern-Offense funktioniert auch nur sehr gut aus einer sehr guten Defense heraus – sie ist quasi das Resultat einer aggressiven Verteidigung. Der Unterschied besteht darin, dass die Bayern schneller nach vorne spielen. Berlin legt noch mehr Wert auf Ballkontrolle.

Svetislav Pesic und Sasa Obradovic kennen sich gut. Können sich die beiden noch überraschen?

Baeck: Nein, es gibt wirklich nicht mehr viele Geheimnisse im Basketball. Man weiß alles über alle. Als Coach geht es jetzt darum, die Spieler in Position zu bringen, zu motivieren und seine Konzepte zu vermitteln..

Bayern spielt am Sonntag zu Hause, beim Sieg gegen Oldenburg in Spiel fünf hat man gesehen, was die Unterstützung der Fans ausmachen kann.

Baeck: Das muss doch so sein, das ist eine wunderschöne Situation. Man bekommt sofort das Feedback, diese Situation hat man sonst nicht. Man muss sich das einfach mal so vorstellen: Da kommen Zuschauer, die zahlen Eintritt, um dich spielen zu sehen. Das hilft jedem.

Sie wurden mit Pesic als Coach Europameister. Was zeichnet ihn in Situationen aus, in denen es um alles oder nichts geht?

Baeck: Er versucht, die Spieler abzuholen. Er verlangt, dass sie nichts auf dem Feld zurücklassen. Pesic ist einer der Besten in dieser Situation und behandelt seine Spieler auch nicht nach dem 08/15-Prinzip. Er sieht, wer fokussiert oder angestochen ist und versucht, dich nach vorne zu holen.

Interview: Bernd Brudermanns

Härtestes Wiedersehen

„Finaaale, oho-o“ – die Vorfreude der Bayern-Fans unter den 6111 Zuschauern im Audi Dome beim 88:63-Sieg gegen Oldenburg kannte keine Grenzen.

„Wir haben großen Charakter gezeigt und einen Schritt nach vorne gemacht“, lobt FCB-Co-Trainer Emir Mutapcic. Geschäftsführer Marko Pesic ergänzt: „Ich denke, dass wir sehr gute Chancen haben, Deutscher Meister zu werden! Das wird ein Fest des Basketballs sein!“ Zum Thema Druck sagt Pesic junior: „Ich erinnere mich da an die Worte von Uli Hoeneß. Er hat nie gesagt: ‚Ihr müsst Meister werden!‘ Das ist mir wichtig. Alle anderen Meinungen sind mir nicht so wichtig.“

Und jetzt also Berlin. „Wir haben den Heimvorteil, was in so einem Finale enorm wichtig ist“, sagt Lucca Staiger. Für Bayerns Heiko Schaffartzik, der vergangene Saison für die Hauptstädter spielte, könnte die zweite Partie in Berlin zum Spießrutenlauf werden. Beim 94:74-Sieg von ALBA gegen Bayern ging ein Fan so weit, das Trikot des 30-Jährigen an ein Kreuz zu hängen. Was erwartet er nun? „Ich glaube, dass sie bei jedem Wurf, den ich treffe, mitjubeln werden, und sich dann denken: Ach, der spielt ja gar nicht mehr hier. Danach werden sie nicht mehr jubeln“, so Schaffartzik ironisch. Und im Ernst: „Ich bin mir sicher, es wird das allerhärteste Wiedersehen.“

so.

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