77:68 gegen Brose Bamberg

Nach Sieg gegen Erzrivalen: FC Bayern auch im Basketball das Maß aller Dinge

Nach dem Sieg im Spitzenduell gegen Brose Bamberg dominiert der FCB auch die deutsche Basketball-Landschaft. 

München - Uli Hoeneß zitterte kräftig mit, manchmal hielt es ihn gar nicht mehr auf seinem Sitz. "Das war nervenaufreibend", fand der Präsident. Und erfolgreich zugleich: Bayern Münchens verdientes 77:68 (43:33) gegen Brose Bamberg im Spitzenspiel der Basketball Bundesliga zementierte die aktuellen Kräfteverhältnisse. Auch das wird Hoeneß gefallen haben, der seine Korbjäger national gerne in ebenso dominanter Rolle sähe wie die Fußballer. 

Die Münchner bleiben einstweilen ungefährdeter Tabellenführer, sie sind in starker, man könnte sagen meisterlicher Verfassung. Schließlich ist der Titel das ausgegebene Saisonziel, es wäre der erste seit 2014. "Und ihr wollt deutscher Meister sein?!", johlten die Bayern-Fans ihrem Dauerrivalen Bamberg im Audi-Dome entgegen, sie sehen sich offenbar selbst schon als solcher angesichts von neun Siegen aus den ersten zehn Ligaspielen. 

Die Meisterschaft wird sich zwar erst in den Play-offs im Frühjahr 2018 entscheiden, dann wird sich zeigen, ob die Wachablösung sich tatsächlich vollzieht. Doch die Bayern sind fraglos besser gerüstet als zuletzt. Davon überzeugten sich auch eine Reihe Münchner Fußballstars wie Thomas Müller, Arjen Robben, Arturo Vidal, James oder Franck Ribery, der nachher in der Kabine für ein Siegerfoto mit den Basketballern posierte. 

Die Transferpolitik von Geschäftsführer Marko Pesic scheint aufzugehen, der amerikanische Neuzugang Jared Cunningham etwa überzeugte gegen Bamberg als Top-Scorer mit 17 Punkten. Auch die Serben Stefan Jovic und Milan Macvan sind wichtige Verstärkungen. Der fränkische Abonnementmeister, dessen Lauf seit 2010 nur die Bayern einmal durchbrachen, hat einen mindestens ebenbürtigen Kontrahenten. Wettbewerbsübergreifend war der Triumph vom Sonntag der elfte Bayern-Sieg in Folge, während der Titelverteidiger allein in der Liga schon vier Mal verloren hat. 

"Am Schluss haben bei Bamberg die Kraft und Konzentration nachgelassen", sagte Hoeneß und verwies damit auf einen weiteren maßgeblichen Faktor. Der Spielplan meinte es nicht gut mit dem Team von Trainer Andrea Trinchieri. 42 Stunden vor dem Duell mit den Bayern verloren die Bamberger in der EuroLeague bei Olimpia Mailand, zwei Tage davor hatten sie erst den FC Barcelona nach großem Kampf niedergerungen. 

"Ich habe schon vor der Partie gesagt, dass das harte Programm der Bamberger ein Vorteil für uns ist und das hat sich bewahrheitet", sagte Bayern-Coach Sasa Djordjevic, der vor allem die Defensivleistung seiner Mannschaft herausstrich. Trinchieri bestätigte: "Wir haben vor allem im letzten Viertel viele Würfe daneben gesetzt, das lag an der Erschöpfung der Spieler." 

Allzu viel ableiten wollen die Bayern nicht. "Wir nehmen Selbstvertrauen mit, die Saison ist allerdings noch jung", sagte Forward Danilo Barthel. Einfacher wird es für den Meisterschaftskonkurrenten Bamberg aber nicht. Während die Münchner in der länderspielbedingten Pause tatsächlich etwas zum Durchschnaufen kommen, ist Trinchieris Team wieder international gefordert.

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SID

Rubriklistenbild: © dpa

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