FCB-Basketballer stoppen Planung mit Red Bull

Kein Umzug! Bayern-Basketballer spielen weiter im Audi Dome

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Die Basketballer des FC Bayern spielen auch weiterhin im Audi Dome.

München - Die Bayern-Basketballer spielen weiter im Audi Dome. Der Vizemeister steigt aus den Planungen für eine neue Multifunktionshalle im Olympiapark aus und wird stattdessen die Zuschauerkapazität seiner Arena erhöhen.

Angesichts der jüngsten Vorkommnisse im Audi Dome – der Absage des kleinen Pokalfinales wegen eines Wasserschadens –, kam die Pressemitteilung des FC Bayern am Donnerstag einem Knall gleich: Die Münchner ziehen sich aus den Planungen einer neuen Spielstätte zurück. Die Verhandlungen mit Red Bull und der Stadt über eine Multifunktionshalle für beide Teams – den EHC RB München und den FC Bayern Basketball – sind hinfällig. „Wir haben diese Entscheidung nach reiflicher Überlegung getroffen“, ließ FCB-Präsident Karl Hopfner verlauten. „Unsere Gründe für den Ausstieg aus den Planungen einer neuen Halle sind zum einen das zu hohe wirtschaftliche Risiko für den Klub, das vor allem eine Bindung über einen zu langen Zeitraum in das von Red Bull vorgelegte Konzept mit sich bringen würde. Zum anderen wären Überschneidungen im künftigen Spielbetrieb von Eishockey und Basketball unvermeidbar. Diese könnten wir nur mit dem Erhalt eines spielfähigen Audi Domes lösen. Auch dies würde noch einmal zu einer zusätzlichen wirtschaftlichen Belastung führen.“

Welche Details brachten das Projekt zum Erliegen?

Laut Hopfner geht es in allererster Linie um Geld. Geld, das die Bayern lieber in die Kaderplanung und Instandhaltung des Audi Dome investieren wollen. „Der Rückzug ist schade, aber ich kann es nachvollziehen. Wenn der FC Bayern sagt, dass die Bedingungen nicht passen“, sagte Münchens dritte Bürgermeisterin Christine Strobl.

Was bleibt, sind Fragen. Schließlich hatten alle drei Seiten – die Stadt München, die Bayern und Red Bull – von positiven Verhandlungen gesprochen. Seit 2014 gibt es die offizielle Genehmigung des Stadtrats für eine Mehrzweckhalle im Olympiapark. 2015 wurde das alte Radstadion für diesen Zweck abgerissen. Es sollten nur noch Details geklärt werden. Warum diese das Projekt zum Erliegen brachten? Der Grund der Überschneidungen im Spielbetrieb ist wohl der kleinste. Schließlich gibt es genügend Beispiele in Deutschland, dass eine Doppelnutzung durch Eishockey- und Basketballteams funktioniert, zum Beispiel in der Mercedes-Benz-Arena in Berlin.

Nach tz-Informationen liegt das Problem vielmehr in den unterschiedlichen Anforderungen beider Vereine an die Halle. Über die Zuschauerkapazität von 10.000 war man sich schnell einig. Allerdings wollen die Bayern unbedingt den Audi Dome-Charakter, heißt den nahen Kontakt der Zuschauer zum Spielfeld, wahren.

Zuschauerkontingent im Audi Dome wird erhöht

Auch die Frage nach den Trainingsflächen konnte nicht übereinstimmend geklärt werden. Um seinen möglichen Pächter Bayern zufriedenzustellen, hätte Red Bull ordentlich investieren müssen – bei einer ohnehin hohen Ausgabe von 100 bis 120 Millionen Euro eine zusätzliche finanzielle Belastung. Die Bayern wiederum hätten sich lange an den Getränkekonzern binden müssen. Ein Risiko.

Wie es weitergeht? Dass der Audi Dome, was Infrastruktur und Zustand angeht, nicht mehr tragbar ist, ist bekannt. Der Wasserschaden am Top-Four-Finaltag ist nur ein kleines Beispiel. „Wir haben uns entschieden, in den Audi Dome zu investieren und diesen langfristig als Heimat zu etablieren“, sagte Hopfner. Wie die tz erfuhr, heißt das: Das Zuschauerkontingent (bisher 6700) soll auf 8000 aufgestockt werden, die Parkplatz- und Anreisesituation soll verbessert werden, die technischen Mängel müssen so gut es geht behoben werden. Wie Red Bull mit der Entscheidung umgeht, ist offen, eine Reaktion gab es Donnerstag nicht. Auch für die Stadt ist die Sache nicht einfach: „Wir müssen schauen, was sich dadurch für die Stadt ergibt, wie sich das verändern wird, sprich: Ob es teurer wird. Natürlich gibt es eine Schmerzgrenze für uns. Aber wir haben jetzt auch schon Ausgaben und müssen das gegenrechnen“, so Strobl.

Lena Meyer

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