FCB-Basketballer vor richtungsweisenden Wochen

"Die Saison geht jetzt neu los"

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Svetislav Pesic mit Lester Bo McCalebb, der momentan spektakulärsten Personalie bei Bayern.

München - Das Wundenlecken war bei den Basketballern des FC Bayern spätestens mit dem letzten Euroleague-Spiel in Istanbul abgehakt. Svetislav Pesic ruft den Neustart aus.

Nach dem 91:75 am Freitag gegen die Artland Dragons schaltete Trainer Svetislav Pesic auch offiziell wieder in den Angriffsmodus. „Ich will niemandem drohen“, sagte der 65-Jährige, „aber für uns geht die Saison jetzt neu los.“

In der Bundesliga haben die Bayern nun nacheinander die Duelle mit den direkten Verfolgern aus Ulm (30. Dezember) und Bamberg (4. Januar) vor der Brust. Spiele eben, in denen schon abgesteckt wird, ob man Spitzenreiter ALBA Berlin im Rennen um Hauptrundenplatz eins auf den Fersen bleiben kann. Wenig später steigt man mit dem Heimspiel gegen JDA Dijon (7. Januar) in den Eurocup ein, in dem man unbedingt eine bessere Rolle spielen will als in der verkorksten Euroleague-Vorrunde. Nicht zu vergessen: der BBL-Pokal. Nach dem Sieg gegen Artland dürfen die Bayern die Qualifikationsrunde am 18. Februar fest in ihrem Terminkalender einplanen (Gegner wird nach Abschluss der Vorrunde ausgelost).

Ganz passend, dass die Münchner diesen richtungsweisenden Wochen gestärkt entgegen sehen können. Die Rückkehrer wie Anton Gavel, Bryce Taylor und vor allem Paul Zipser kommen dank der reichlichen Spielpraxis in den letzten Partien zunehmend besser in Fahrt. Im jungen Serben Vasilije Micic (Ellenbogen) und Nationalspieler Robin Benzing (Sprunggelenk) sind zwar noch immer zwei Profis verletzt. Doch dafür hat man sich ja gerade die bislang spektakulärste Personalie der Bundesliga-Historie gesichert. Lester Bo McCalebb bleibt zumindest bis Ende Januar ein Bayer.

Ihn gleich bis zum Saisonende zu binden, wäre natürlich ein ungleich stärkeres Signal gewesen. Doch auch der vergleichsweise finanzstarke Meister stößt noch an seine wirtschaftlichen Grenzen, bei einem Profi, der in den letzten Jahren stets mehr als zwei Millionen pro Saison einstrich. Ein Vielfaches von dem, was John Bryant, Gavel & Co derzeit überwiesen bekommen. „Das muss man sich schon überlegen, ob man sich das leisten kann und will“, sagte Sportchef Marko Pesic.

Abgehakt haben die Münchner ein längeres Engagement des hochbegabten Spielmachers noch nicht. „Ich denke, dass Bo´s Planungen momentan noch dahin gehen, dass er bis Saisonende bei uns bleibt“, sagte Pesic. Aber dafür müssen die Bayern wohl darauf setzen, dass in den kommenden Wochen kein zahlungskräftiges Euroleague-Team in Personalnöte gerät. Ohne größeres Alternativangebot dürfte auch Agent Eric Fleisher, dessen Verhandlungshärte sogar in einem Youtube-Filmchen dokumentiert ist, seine Preisvorstellungen überdenken.

Alternativen zu McCalebb nimmt der FC Bayern derzeit übrigens nicht ins Visier – solange die Verletzungswelle der letzten Monate nicht noch einmal Fahrt aufnimmt. „Wenn es mit ihm nicht klappt“, betonte Trainer Svetislav Pesic zuletzt ziemlich unmissverständlich, „dann bleiben wir bei den Spielern, die wir haben.“

Patrick Reichelt

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