ALBA-Geschäftsführer im Interview

Baldi: Ein wenig Rivalität ist okay...

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Marco Baldi

Berlin - ALBA gegen die Bayern. Eine Paarung, die in der Vergangenheit für ordentlich Zündstoff sorgte…  Wie die Lage momentan ist? ALBA-Geschäftsführer Marco Baldi erklärt’s in der tz.

Die bisherige Euroleague-Bilanz der FCB-Basketballer liest sich nicht unbedingt gut. Drei der vier bestrittenen Gruppenspiele wurden von den Münchnern verloren - zuletzt am Donnerstag beim polnischen Meister Turow Zgorzelec. Ärgerlich! Zeit für eine Analyse der Fehler und der Situation bleibt allerdings nicht. Am Sonntag steht um 17 Uhr bereits das Duell mit „Lieblingsgegner“ ALBA Berlin an. Eine Paarung, die in der Vergangenheit für ordentlich Zündstoff sorgte… Man erinnere sich nur an ein gekreuzigtes Trikot und offizielle Angriffe seitens der Vereinsspitzen. Wie die Lage momentan ist? ALBA-Geschäftsführer Marco Baldi erklärt’s in der tz.

Herr Baldi, am Freitag stand bei Ihnen die Euroleague-Partie gegen den französischen Meister Limoges an, für die Vorbereitung auf das Duell mit den Bayern bleiben Ihnen nun nicht einmal 48 Stunden. Die Bayern haben einen Tag mehr. Ein Vorteil?

Baldi: Wenn die Termine so eng aufeinander sind, dann spielt natürlich jede Stunde eine Rolle. Wir haben noch nicht die Erfahrung, um die Doppelbelastung routiniert zu managen. Aber wir müssen das Ganze jetzt auch nicht überhöhen. Ich bin mir sicher, dass sich beide Teams am Sonntag zu hundert Prozent ins Zeug legen und ein echtes Topspiel bieten werden.

Die vorherigen Aufeinandertreffen verliefen sehr hitzig. Was für eine Atmosphäre erwarten Sie dieses Mal?

Baldi: Der Vizemeister spielt gegen den amtierenden Meister – ein absolutes Spitzenspiel. Es ist völlig klar, dass da eine gewisse Rivalität vorhanden ist. Trotzdem denke ich, dass die Atmosphäre in der Halle lebhaft, aber völlig normal sein wird. Eben so, wie es sich im Sport gehört.

Haben sich die Spannungen der Vergangenheit zwischen den Vereinen Ihrer Meinung nach etwas gelöst?

Baldi: Meiner Meinung nach handelte es sich auch in der Vergangenheit um eine im Wesentlichen sportliche Rivalität. Es gab ein paar Spitzen, wobei das ein oder andere ein wenig zu hoch gehängt wurde. Ich denke, dass alles im Großen und Ganzen im Rahmen war - mit einigen ganz wenigen Entgleisungen. Die Bayern haben ihr Gefühl, das „Mia san Mia“, und wir sind der Klub, der seit 25 Jahren die Bundesliga stark mitprägt. Es wird weiterhin so bleiben, dass jeder seine Meinung sagt – und das ist völlig in Ordnung. Wir müssen darauf achten, dass die Dinge so genommen werden, wie sie sind, und im Nachhinein nicht aufgebauscht werden.

Inwiefern wäre eine Zusammenarbeit möglich? Schließlich haben Sie und auch die Bayern ein ähnliches Ziel, was die Angleichung der Bundesliga-Spieltermine an die Euroleague-Partien angeht. Beispielsweise durch eine Verkleinerung der Liga.

Baldi: Das ist nicht nur möglich, sondern notwendig! Wir müssen es nur mal machen. Ich hole mir mittlerweile seit ungefähr sechs Jahren blaue Flecken, wenn ich darstelle, dass die Liga meiner Meinung nach zu groß ist und das ganze System von einer moderaten Reduzierung profitieren wird. Es reicht nicht, wenn man sich ausschließlich medial zu diesem Thema äußert. Man muss Verantwortung übernehmen, in die Gremien einsteigen und gute Ideen und Konzepte entwickeln, um Mehrheiten zu schaffen. Das ist ein sehr anstrengender Prozess und je früher die Bayern da einsteigen, umso besser.

Ihr Verein feiert in diesem Jahr 25-jähriges Jubiläum. Was sind die Vorteile, die man durch eine so langfristige Zugehörigkeit in der BBL hat?

Baldi: Die Vorteile sind natürlich, dass man eine gewisse Stabilität aufgebaut hat. Wir haben eine große Anhängerschaft und eine solide Basis errichtet, von der aus wir Jahr für Jahr versuchen, eine Spitzenposition zu erreichen. Mittlerweile sind wir der mitgliedsstärkste Basketballklub Deutschlands. Mehr als 3000 Kinder in Berlin und Brandenburg spielen unter unserem Dach. Dieses Fundament ist für unseren Klub sehr wichtig.

Interview: Lena Meyer

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