Marko Pesic spricht nach der Trier-Pleite Klartext

"Die Niederlage ist nicht zu entschuldigen!"

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Marko Pesic

München - Die Situation des FC Bayern Basketball ist momentan alles andere als erfreulich. Die FCB-Verantwortlichen wollen handeln.

Die Situation des FC Bayern Basketball ist momentan alles andere als erfreulich. Zunächst war da das Euroleague-Aus in der vergangenen Woche gegen Mailand, am Sonntag folgte die dritte Bundesliga-Pleite dieser Saison bei Außenseiter Trier. Besonders in der Defensive haperte es zuletzt gewaltig. Viel zu tun für Cheftrainer Svetislav Pesic! Schließlich haben die Bayern noch Großes vor: Neben dem Kampf um den deutschen Meistertitel und den Pokal geht es für die Roten Riesen im Neuen Jahr im zweitklassigen, europäischen Wettbewerb, dem Eurocup, weiter.

Die tz sprach mit Geschäftsführer Marko Pesic über die derzeitigen Probleme und die Lösungsansätze der FCB-Verantwortlichen.

Herr Pesic, erst das bittere Aus in der Euroleague, und nun auch noch eine weitere Niederlage in der Bundesliga gegen Trier. Haben Sie eine Erklärung dafür?

Pesic: Ich möchte jetzt keine Entschuldigungen oder Ausflüchte suchen. Natürlich ist es so, dass wir mit großen Verletzungssorgen zu kämpfen hatten, und mehrere Spieler noch immer nicht fit sind. Aber das ist eine Situation, die wir kompensieren müssen. Bei allem Respekt für die Trierer Mannschaft: Als amtierender Meister wäre ein Sieg Pflicht gewesen.

Wo sehen Sie die Gründe für den schwachen Auftritt Ihres Teams?

Pesic: Ich denke, man hat gesehen, dass unser Hauptproblem momentan die Defensive ist. Da fehlt es an Automatismen. Und nur über die Verteidigung gewinnt man Selbstbewusstsein in der Offensive.

Das heißt, es gibt auch ein mentales Problem?

Pesic: Natürlich befinden wir uns gerade nicht in einer leichten Situation, auch mental. Wir haben gegen Trier in der ersten Halbzeit solide gespielt und das Ganze dann im dritten Viertel aus der Hand gegeben. Und hat eine gegnerische Mannschaft in der eigenen Halle dann erst einmal Blut geleckt, ist es ganz schwer, zurückzukommen. Aber noch einmal, die Niederlage ist nicht zu entschuldigen.

Der Coach sprach davon, nun mehr trainieren zu wollen. Gab es eine Strafeinheit?

Pesic: Solange ich meinen Vater kenne, hat er nie ein Straftraining veranlasst. So etwas gibt es bei uns nicht. Was er meinte, ist sicherlich, dass wir nun noch mehr an uns arbeiten müssen. Das Team verbessert sich nicht durch Spiele, sondern durch akribisches Training. Abläufe und Automatismen werden so am Besten verinnerlicht. Darum wird es in den kommenden Wochen gehen.

Wird es noch einmal personelle Änderungen geben? Wie sieht es mit dem auslaufenden Vertrag von Bo McCalebb aus?

Pesic: Es ist sehr erfreulich, dass wir mit Paul Zipser und Anton Gavel nun wieder zwei wichtige Spieler im Kader haben. Die beiden sind zwar noch nicht bei hundert Prozent – das geht auch nicht so schnell –, aber sie werden sich kontinuierlich verbessern. Auch Bryce Taylor trainiert wieder, und ich bin zuversichtlich, dass er bald wieder mit der Mannschaft trainieren kann. Was Bo McCalebb angeht: Wir werden uns Ende dieser, oder Anfang nächster Woche mit ihm zusammensetzen, die Situation besprechen und nach seinen Planungen und Vorstellungen fragen.

Wie groß sind die Chancen, dass er bleibt?

Pesic: Wir müssen zunächst einmal schauen, ob wir uns eine Vertragsverlängerung leisten und ihn halten können. Aber sicherlich, der Gedanke, mit Bo eine Sicherheit auf der eins zu haben, spielt eine Rolle. Fakt ist jedoch, dass Bo nach unserem Euroleague-Abschluss bei Fenerbahce wieder frei ist. Wie es weiter geht, hängt auch von ihm ab.

Sein Verbleib wäre sicherlich auch für den Eurocup hilfreich...

Pesic: Stimmt, und auch die Erfahrungen aus dem Eurocup werden uns voranbringen. Ich denke, das Ganze ist eine sehr gute Möglichkeit, in dieser Saison außerhalb der Bundesliga erfolgreich zu sein. Weiterhin auf europäischer Ebene zu spielen, wird uns weiterhelfen - wie schon vergangene Saison.

Interview: Lena Meyer

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