FCB-Vizepräsident Rudolf Schels über die vergangene Saison und die Zukunft der Roten Riesen

"Wir sind zufrieden"

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FCB-Vizepräsident Rudolf Schels

München - Seit vergangenem Sonntag ist die Saison Geschichte. FCB-Vizepräsident Rudolf Schels zieht Bilanz und spricht über die kommende Spielzeit.

Nach der Saison ist vor der Saison. Während sich die Spieler des FC Bayern Basketball in den Sommerurlaub verabschieden können, beginnt für die Verantwortlichen die Analyse der vergangenen Spielzeit und die Kaderplanung für die bevorstehende. Die tz sprach mit FCB-Vizepräsident Rudolf Schels über nicht erreichte Ziele, die Pläne für die anstehende Saison und die Entwicklung des FC Bayern Basketball.

Herr Schels, seit Sonntag ist die Saison vorbei, der FC Bayern Basketball verlor das fünfte Finalspiel in Bamberg und wurde Vizemeister. Warum hat es aus Ihrer Sicht nicht zur Titelverteidigung gereicht?

Schels: Abschließend muss man sagen, dass Bamberg verdient gewonnen hat. Ich denke nicht einmal, dass das letzte, fünfte Spiel die Entscheidung gebracht hat, sondern, dass wir die Meisterschaft bereits im zweiten Finalspiel verloren haben. Hätte die Mannschaft nach ihrem tollen Erfolg in der ersten Partie in Bamberg auch das erste Heimspiel gewonnen, hätte es meiner Meinung nach gar kein fünftes Finale gegeben. Insgesamt - und das habe ich auch schon von vielen Experten gehört - haben wir aber eine tolle Finalserie gesehen. Auch, wenn es für uns am Ende nicht optimal ausgegangen ist: So ein Playoff-Verlauf ist im Basketball nichts Außergewöhnliches, und das macht ja auch den Reiz dieser Sportart aus.

Der Verein konnte trotzdem keines der Saisonziele erreichen. Wie beurteilen Sie und das übrige Präsidium die vergangene Spielzeit?

Schels: Meiner Ansicht nach kann man eine sportliche Leistung nicht nur anhand des Siegertreppchens definieren. Schließlich muss man auch die Umstände sehen. Die Mannschaft musste - gerade zu der Zeit, als es um ein Weiterkommen in die Top16 der Euroleague ging - große Verletzungs- und Krankheitsprobleme kompensieren. Ich bin sicher, dass das Ganze anders ausgegangen wäre, wenn es diese nicht gegeben hätte. Und was die Qualifikation für den Pokal angeht, muss man zugeben: In Berlin kann man verlieren - auch wir. Es ist ja nicht so, dass der FC Bayern auf seiner eigenen Insel spielt und keine Konkurrenz hat. Was die Playoffs angeht, hat sich die Mannschaft sehr gut präsentiert. Und das, obwohl es wieder Verletzungssorgen und einige Schicksalsschläge gab. Das Team hat meinen größten Respekt dafür, wie es das verkraftet hat! Alles in allem ist das Präsidium also sehr zufrieden mit der Entwicklung. Natürlich tut mir die verpasste Titelverteidigung für den Trainer, die Verantwortlichen und die Spieler leid, aber ich bin mir sicher, dass es in Zukunft noch viele Meisterschaften zu feiern geben wird.

Der Trainer hat den Fans den Titel bereits für die nächste Saison versprochen. Dafür muss der Kader verstärkt werden, oder?

Schels: Ich habe da vollstes Vertrauen in die Arbeit des Trainers und der Geschäftsführer Marko Pesic und Volker Stix. Es lief bisher immer so, dass sie die Kaderplanung eigenverantwortlich überdenken und wir uns dann zusammensetzen und schauen, was finanziell realisierbar ist. Das hat immer gut funktioniert und wir werden das auch dieses Mal genau so handhaben.

Als Vizemeister ist der FC Bayern nicht direkt für die Euroleague qualifiziert. Am 8. Juli werden allerdings Wildcards vergeben. Hoffen Sie darauf, dass berücksichtigt zu werden?

Schels: Natürlich! Ich denke auch, dass wir eine gute Chance haben werden. Schließlich sind wir ja Vizemeister.

Wie beurteilen Sie die Publikumsentwicklung im Audi Dome?

Schels: Ebenfalls sehr positiv. Wir haben wirklich ein fantastisches Publikum, dass die Mannschaft emotional und fachkundig toll unterstützt. Was die Zuschauerzahlen angeht, sind wir sehr zufrieden.

Interview: Lena Meyer

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