Stoiber über die Basketballabteilung des FCB

"Ein hoher Stellenwert"

+
FCB-Aufsichtsrat Dr. Edmund Stoiber

München - Freitag Abend geht es für die FCB-Baskets in Belgrad um alles. In der tz spricht FCB-Aufsichtsrat Edmund Stoiber über die Bedeutung des Basketballprojekts.

Siegen oder fliegen! Wenn die FCB-Baskets Freitag Abend (19.00 Uhr) im letzten Euroleague-Gruppenspiel auf Roter Stern Belgrad treffen, gibt es nur diese Möglichkeiten. Um das Ticket für die nächste Runde zu lösen, muss das Team von Svetislav Pesic in der serbischen Hauptstadt gewinnen. Ansonsten rutschen die Münchner automatisch in den zweitklassigen Eurocup ab. Was das für die Bayern bedeuten würde und wie die FCB-Spitze das Basketballprojekt insgesamt bewertet? Das tz-Interview mit Aufsichtsrat Edmund Stoiber.

Herr Stoiber, man sieht Sie immer wieder im Audi Dome...

Stoiber: In letzter Zeit leider etwas zu wenig. Ich bin durch meine verschiedenen Engagements – auch auf politischer Ebene – zeitlich sehr eingebunden und die Termine kollidieren häufig mit den Spielzeiten der Bayern-Basketballer. Das ist sehr schade und muss sich im nächsten Jahr wieder ändern. Aber ich verfolge natürlich – auch, wenn ich nicht in der Halle sein kann –, was sich tut.

Die Bayern kämpfen ums Weiterkommen in der Euroleague, in der BBL steht man auf dem siebten Tabellenrang. Wie kommt das beim Aufsichtsrat an?

Stoiber: Mittlerweile kann man eines ganz klar sagen: Basketball ist neben dem Fußball zu einem echten, zusätzlichen Aushängeschild des FC Bayern geworden. Natürlich ist die Erwartungshaltung außerhalb abgeleitet von der Reputation, die wir im Fußball haben. Aber man darf nicht vergessen, dass wir keine große Basketballhistorie haben – beim FC Bayern nicht und auch nicht in Deutschland. Trotzdem hat sich die Basketballabteilung kontinuierlich weiterentwickelt, und das strahlt auch auf die gesamte Basketballbundesliga aus.

Das heißt, die Spitze ist zufrieden mit der Entwicklung? Auch, wenn es in der vergangenen Saison knapp nicht mit dem Meistertitel geklappt hat?

Stoiber: Absolut. Das Präsidium, der Verwaltungsbeirat stehen nach wie vor zu hundert Prozent hinter dem Projekt. Bernd Rauch und Uli Hoeneß haben das Ganze zu Beginn als eine Art Mission angesehen. Heute ist Basketball ein fester Bestandteil des FC Bayern – und das wird auch so bleiben. Es stimmt, in der vergangenen Saison hat man nicht die Meisterschaft gewonnen. Dennoch hat sich die Mannschaft vor allem in den Playoffs sehr gut präsentiert. Momentan stehen wir natürlich auf einem Tabellenplatz, der uns nicht gemäß ist, das ist richtig. Aber wir werden schon noch auf die oberen Ränge kommen. Da bin ich zuversichtlich.

Das heißt, es gibt keine Auflagen, deren Nichterfüllung das Projekt infrage stellen könnten?

Stoiber: Nein. Natürlich ist es wichtig, auf lange Sicht auch auf europäischer Ebene unter den Besten zu sein. Ich drücke die Daumen, dass wir mit dem Erreichen der Top 16 einen Anfang machen können. In der BBL ist die Meisterschaft immer das erklärte Ziel. Aber wie gesagt: Alle Verantwortlichen – ob das nun Karl-Heinz Rummenigge, Karl Hopfner oder Rudi Schels ist – stehen hinter der Sache und haben den Basketballsport voll angenommen. Dieser Fußballverein ist auch ein Basketballverein geworden. Ich halte das Projekt zusätzlich auch sportpolitisch für sehr wichtig.

Inwiefern?

Stoiber: Wir haben eine zu starke Betonung des Fußballs in Deutschland. Verstehen Sie das nicht falsch, ich bin auch ein großer Fußballfan. Aber in der jüngeren Zeit haben die anderen Sportarten sehr große Schwierigkeiten, ihre Attraktivität zu halten. Nehmen wir zum Beispiel die Leichtathletik. Die Meetings, die Meisterschaften finden zwar ihr Publikum, aber wenn parallel ein Drittliga- oder Zweitligaspiel läuft, bekommen sie Schwierigkeiten. Aus diesem Grund ist es ganz wichtig, dass der FC Bayern mit seiner überragenden fußballerischen Position Basketball einen so hohen Stellenwert einräumt.

Wie geht es aus Ihrer Sicht sportlich weiter?

Stoiber: Wir sind auf dem absolut richtigen Weg. Zum einen haben wir mit Pesic einen sehr erfahrenen Trainer, der auch auf europäischer Ebene höchstes Ansehen genießt und eine hervorragende Mannschaft zusammengestellt hat. Außerdem muss man sagen, dass sich Rudi Schels unglaublich akribisch in seine Aufgabe beim FC Bayern Basketball eingearbeitet hat. Die Abteilung profitiert sehr von seiner wirtschaftlichen Kompetenz. Wir sind also auf dem absolut richtigen Weg.

Interview: Lena Meyer

Mehr zum Thema:

auch interessant

Meistgelesen

Bayern legen gegen Moskau nach
Bayern legen gegen Moskau nach
Moskau zu Gast in München
Moskau zu Gast in München
FCB entdeckt die Siegerformel
FCB entdeckt die Siegerformel
Mateschitz: 100-Millionen-Euro-Halle soll schon 2019 eröffnet werden
Mateschitz: 100-Millionen-Euro-Halle soll schon 2019 eröffnet werden

Kommentare