Heiko, du bist umzingelt!

Harte Berlin-Rückkehr für Schaffartzik

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Bayerns Heiko Schaffartzik (l.) im Duell mit Leon Radosevic (Berlin).

München - Gibt es am Donnerstag eine Vorentscheidung im Kampf um die Krone im deutschen Basketball? Für die Bayern heißt es: Nachlegen!

Nach dem 88:81-Heimerfolg des FC Bayern im ersten Finale (Best of Five) gegen Alba Berlin geht das Kräftemessen am Abend (18.15 Uhr, Sport1) in die nächste Runde: Diesmal empfängt der Pokalsieger aus der Hauptstadt den Tabellenersten der regulären Saison in der O2 World. Und der Plan der Gäste ist klar: Nachlegen!

Dabei könnte die Partie, besonders für Bayerns Point Guard Heiko Schaffartzik, ziemlich hitzig werden. Bereits vor einigen Monaten war der Ex-Berliner von Alba-Fans beschimpft und sein Trikot an einem Kreuz aufgehängt worden. Den Wechsel zum Erzfeind hatten ihm die Berlin-Anhänger nicht verziehen. „Es wird das allerhärteste Wiedersehen“, prognostiziert Schaffartzik selbst. Auf die Frage nach der Rückkehr zu den alten Freunden entgegnet er: „Welche Freunde…?“

Inwiefern diese Beziehung das Duell beeinflusst? „Ich habe mit Heiko nie über dieses Thema gesprochen“, sagt Cheftrainer Svetislav Pesic auf tz-Nachfrage. „Ich probiere, ihn und den Rest der Mannschaft dazu zu bringen, sich zu konzentrieren. Es ist sehr wichtig, nicht den Kopf zu verlieren und die Emotionen zu kontrollieren. Natürlich können Überraschungen immer passieren – aber wir sind auf alles vorbereitet!“

Verwundert ist der FCB-Coach dennoch, sowohl über die Alba-Fans, als auch über die Verantwortlichen, die dem FCBB eine unfaire Personalpolitik (Bayern verpflichtete die Ex-Berliner Schaffartzik, Thompson, Idbihi, Djedovic, Anm. d. Red.) und Schauspielerei (im ersten Finale Delaney) vorwerfen. „Zu meiner Zeit in Berlin war das nie der Fall“, so Pesic, der von 1993 bis 2000 als Trainer in der Hauptstadt tätig war und viermal die Meisterschaft holte. „Was in der Zwischenzeit bei Alba passiert ist, ist überraschend. Ein Klub mit so großen Erfolgen muss sich nicht über andere Gedanken machen“, findet er, und ergänzt: „Ich habe noch viele Freunde in Berlin, aber keine Verbindung mehr zu Alba…“

Sein Erfolgsrezept für heute Abend: „Eine sehr gute Konzentration ist erforderlich. Das kostet Kraft. Aber jeder Spieler will mit dem Gefühl in den Urlaub gehen, dass er etwas erreicht hat.“ Ein Sieg heute würde die Bayern diesem Ziel ein großes Stück näherbringen. „Ein 2:0 ist natürlich besser als ein 1:1“, bestätigt der FCB-Trainer. „Das ist keine Frage. Aber für die Serie heißt das noch nichts…“

Allerdings würde Perfektionist Pesic im Falle eines Triumphes heute eventuell die Taktiktafel – zumindest kurz – aus der Hand legen, und sich dem Auftakt der Fußball-WM widmen. „Wenn Serbien mitgespielt hätte, hätte ich zwei Favoriten“, sagt der gebürtige Serbe. „Jetzt bin ich für die deutsche Mannschaft. Aber ich verfolge auch die Entwicklung von Bosnien/Herzegowina und Kroatien, weil ich die Trainer dort kenne. Immer, wenn die beiden spielen, habe ich mein Team.“ Im Basketball ist seine Mannschaft nun der FC Bayern.

so

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