Titelverteidiger in der BBL

Vom Jäger zum Gejagten: Bayern startet als Favorit

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Die Basketballer des FC Bayern um Trainer Svetislav Pesic gehen als hoher Favorit in die neue Saison.

München - Meister FC Bayern ist Favorit, Berlin erster Herausforderer und Bamberg die große Unbekannte. Die neue Saison der Basketball-Bundesliga verspricht Spannung.

Der Meisterpokal wird zum Auftakt in der Halle ausgestellt. Jeder kann sich mit dem edlen Stück ablichten lassen, das ist für die Fans von Bayern München etwas Besonderes - so sie es mit den Basketballern halten. Während es für die Fußballer von der Säbener Straße fast schon selbstverständlich ist, starten die Korbjäger erstmals seit über 50 Jahren als Titelverteidiger in die neue Saison.

Drei Jahre nach dem Aufstieg in die Basketball Bundesliga (BBL) waren die Bayern im Sommer mit ihrem ambitionierten Projekt am Ziel angekommen. Es soll der Anfang einer Ära mit Titeln in Serie sein, so wie früher bei Bayer Leverkusen, Alba Berlin oder den Brose Baskets Bamberg.

Svetislav Pesic macht aber erst mal keine großen Ansagen. „Wir werden alles versuchen, nach 34 Spieltagen wieder ganz oben zu stehen, um mit Heimrecht in die Play-offs zu gehen“, sagte der Trainer vor dem ersten Ligaspiel am Donnerstag gegen den Mitteldeutschen BC (20.30 Uhr).

Die Münchner sind auch für die Konkurrenten in der BBL der große Favorit. In einer dpa-Umfrage tippten 15 Coaches auf die Bayern als Nummer eins. Stärkste Verfolger der Münchner sind demnach die Brose Baskets Bamberg und Pokalsieger Alba Berlin mit je vier Stimmen. Als Geheimtipp gehen die Artland Dragons aus Quakenbrück ins Rennen. Auf die Niedersachsen setzen zwei Trainer, Mehrfachnennungen waren möglich.

„Die Bayern sind sicher der Favorit. Sie sind der Champion, haben sich weiter verstärkt und sind das Team, das es zu schlagen gilt“. sagte Bambergs neuer Trainer Andrea Trinchieri. Bayern-Coach Svetislav Pesic hat neben dem eigenen Team dagegen auch Bamberg, Berlin, Oldenburg, die Artland Dragons und Ulm auf der Rechnung.

Die Bayern selbst haben die Favoritenrolle angenommen. Doch vor dem Start gibt es viele Probleme. Der neue Kapitän Bryce Taylor ist verletzt, auch Paul Zipser und Anton Gavel, namhaftester Zugang aus Bamberg. Schon am Wochenende fehlte das Trio im Champions Cup, als eine streckenweise peinliche Vorstellung bei Pokalsieger Alba (68: 76) geboten wurde.

Alba der größte Konkurrent

„Wir haben noch nicht genügend Spielpraxis sammeln können und Defizite in der Defensive. Nun heißt es weitertrainieren und akribisch an den Details arbeiten“, sagte Pesic. Das Spiel beim Finalgegner der Vorsaison konnte der Serbe nicht von der Bank zu Ende verfolgen. Wegen zu heftiger Attacken gegen die Schiedsrichter musste er zur Pause den Innenraum verlassen.

Pesic dürfte die fehlenden 20 Minuten nachgearbeitet haben. Alba bleibt Herausforderer Nummer eins und will in seiner 25. Bundesliga-Saison die Bayern ärgern. Hitzige Duelle wie zuletzt, auch verbal, sind programmiert. So stänkerte gerade erst wieder Berlins Aufsichtsratsboss Axel Schweitzer, die Münchner hätten ja „einen reichen Fußballklub im Rücken“.

Ähnlich offensiv klang Andrea Trinchieri. „Die Bayern gehen mir auf die Nerven. Die fragen selbst bei LeBron James an, ob er nicht kommen will“, sagte der neue Trainer der Brose Baskets direkt nach dem Amtsantritt. Der Italiener hat Chris Fleming beerbt, der trotz einer Bilanz von sieben Titeln in sechs Jahren nach der enttäuschenden vergangenen Spielzeit entlassen wurde.

Große Unbekannte aus Oberfranken

Bamberg geht als große Unbekannte in die Saison. Die Oberfranken haben große Teile des Personals ausgetauscht. Sportdirektor Wolfgang Heyder kümmert sich nur noch um den Nachwuchs, neben Gavel sind mit Casey Jacobsen und John Goldsberry weitere Publikumslieblinge nicht mehr da. Sie haben aufgehört, ihre Trikots hängen unter der Hallendecke.

Und es gibt weitere Veränderungen. Die BBL hat sich in Sachen TV neu aufgestellt und erstmals die Medienrechte komplett an die Telekom vergeben. Alle Spiele werden auf den Plattformen des Unternehmens gezeigt, auf dem Fernseher, PC, Tablet oder Smartphone. Für Telekom-Kunden ist das Angebot inklusive, alle anderen müssen zahlen. Ein Jahres-Abo kostet monatlich 9,95 Euro.

Free-TV-Partner ist weiterhin Sport1. Der Sender wird bis zu 48 Spiele zeigen. Durch den Deal mit der Telekom laufen nun erstmals in allen Hallen Kameras, deshalb kann ab sofort bei strittigen Szenen der Videobeweis herangezogen werden.

SID/dpa

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