Der FCB-Neuzugang im persönlichen Interview

Leon Radosevic: Darum wollte ich unbedingt nach München

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Leon Radosevic

Leon Radosevic ist einer der neuen Großen in den Reihen des FC Bayern Basketball. Im tz-Interview spricht er über seine neue Heimat München, die neuen Kollegen und verrät, warum seine Frau lieber nicht zu nah am Spielfeld sitzen sollte.

München - Leon Radosevic ist einer der neuen Großen in den Reihen des FC Bayern Basketball. Der 2,09-Meter-Mann wechselte von Bamberg nach München und erhielt einen Dreijahresvertrag. Die tz traf den Kroaten mit deutschem Pass in einem echten Kult-Restaurant.

Herr Radosevic, wir begleiten Sie heute bei einer München-Premiere...

Radosevic: Stimmt (lacht). Egal, in welcher Stadt ich bin: Wenn es ein Hard Rock Café vor Ort gibt, schaue ich dort vorbei. Zuletzt war ich in den Restaurants in Barcelona und Berlin. Heute bin ich zum ersten Mal in der Münchner Location. Mir gefällt, dass jedes Hard Rock Café sein eigenes Flair hat. Außerdem mag ich es, Essen zu gehen (lacht).

Was besonders?

Radosevic: Das ändert sich von Woche zu Woche. Ich hatte zuletzt eine Phase, da habe ich jeden Abend Japanisch gegessen. Das wird sich in jedem Fall ändern, wenn meine Frau und meine kleine Tochter in München sind. Momentan sind die beiden noch in Kroatien, weil ich während der Saisonvorbereitung so viel unterwegs bin.

Sie waren im Trainingslager in Italien und haben schon einige Testspiele hinter sich. Wie sind Ihre ersten Eindrücke?

Radosevic: Zum Glück durchweg positiv. Das war meine größte Sorge, als ich nach München – zu einem neuen Team – wechselte. Es dauert ja eigentlich immer ein wenig, bis man seine Mannschaftskollegen gut kennt und eine Vertrauensbasis entsteht. Aber hier ging es ganz schnell. Wir unternehmen auch in unserer Freizeit einiges miteinander. Gestern war ich zum Beispiel mit Nihad (Djedovic, die Red.) unterwegs und wir haben neue Cafés getestet. Dieser Zusammenhalt ist wichtig. Vor allem als Euroleague-Team. Wir sehen uns untereinander häufiger, als wir unsere Familien sehen. Da muss es zu hundert Prozent innerhalb der Mannschaft stimmen. Ich hoffe, dass das bei uns so sein wird. Der Härtetest kommt ja immer erst dann, wenn es mal nicht so gut läuft.

Es heißt, Sie wollten unbedingt nach München, haben sogar ein Teil der Ablöse selbst gezahlt.

Radosevic: Ich war indirekt daran beteiligt. Mein Wunsch, nach München zu gehen, war groß. Zum einen, weil ich über den Verein, den Trainer und die Stadt viel Gutes gehört habe. Zum anderen war es Zeit für eine Veränderung. Außerdem ist es natürlich toll, sich in der Euroleague beweisen zu können.

Liegt Ihnen der europäische Basketball mehr?

Radosevic: Ja, denn man weiß besser, was man zu erwarten hat. Zudem ist das Niveau natürlich ein anderes. Und ich mag die Herausforderung.

Was ist ihrer Meinung nach möglich?

Radosevic: Das werden wird sehen. Unser Ziel ist es natürlich, eine Runde weiterzukommen.

Wie bekommen Sie den Kopf frei, wenn es mal nicht um Basketball geht?

Radosevic: Viel Zeit bleibt ja nicht. Meine Frau und ich lieben es daher, neue Restaurants auszuprobieren. Auch ein Grund, warum wir uns so auf München gefreut haben.

Wie schaut es mit Musik aus?

Radosevic: Da bin ich unkompliziert. Ich höre eigentlich alles. In der Kabine sorgt Alex (King, die Red.) immer für die Musik. Da hören wir dann meistens R’n’B. Ansonsten ist meine Playlist bunt gemischt.

Es heißt, Dirk Nowitzki, singt an der Freiwurflinie im Kopf immer „I’ve been looking for freedom“ von David Hasselhoff. Haben Sie auch so einen Tick?

Radosevic: Ich zähle immer! Das hilft mir in dem Moment, herunterzufahren. Das einzige Problem ist, wenn meine Frau irgendwo in der Nähe des Korbs sitzt. Sie sagt nämlich immer, dass sie mir im Gesicht ansieht, ob ich gleich treffe oder verwerfe. Das macht mich so nervös, dass ich sie lieber nicht im Blickfeld habe (lacht).

Seit vergangenem Jahr besitzen Sie den deutschen Pass. Als Kind mussten Sie von Kroatien nach Deutschland fliehen. Wie sehen Sie die derzeitigen Diskussionen zum Thema Migration?

Radosevic: Ich verfolge das natürlich. Es handelt sich um ein schwieriges Thema. Ich weiß aus eigener Erfahrung und aus Erzählungen meiner Verwandten, wie es ist, aus Angst seine Heimat verlassen zu müssen. Menschen, die um ihr Leben fürchten müssen, sollte natürlich immer geholfen werden. Unbedingt! Diese Hilfe darf nur nicht missbraucht werden.

Sie haben lange in Berlin und Bamberg gelebt. Bezeichnen Sie Deutschland mittlerweile als Ihre Heimat?

Radosevic: Absolut! Ich fühle mich hier wohl und zuhause. Ich kann mir sehr gut vorstellen, auch nach meiner Profikarriere in Deutschland zu bleiben.

Interview: Lena Meyer

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