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Marko und Svetislav Pesic im Doppel-Interview

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Familientreffen: Marko und Svetislav Pesic mit tz-Reporterin Lena Meyer © Sampics

München - Marko Pesic und sein Vater Svetislav Pesic sind aus dem deutschen Basketball nicht mehr wegzudenken. Die tz traf die beiden zum Doppel-Interview nach dem Spiel der Bayern gegen Bremerhaven.

Diese beiden Männer sind aus Basketball-Deutschland nicht mehr wegzudenken. FCB-Sportdirektor und Ex-Profi Marko Pesic und sein Vater Svetislav Pesic, ehemaliger und neuer Nationalcoach, der mitten in der Neustrukturierung der deutschen Auswahl steht. Nach dem Ausscheiden von Dirk Nowitzki und Chris Kaman sollen nun Jan Jagla und Steffen Hamann die Eckpfeiler des Teams werden, verrät Pesic senior. Und auch die jüngere Generation wie Philipp Schwethelm und Bastian Doreth hätte beste Chancen. Die tz traf Vater und Sohn zum Doppel-Interview nach dem Spiel der Bayern gegen Bremerhaven.

Svetislav Pesic, sind Sie heute zum ersten Mal im Audi Dome?

Svetislav: Das war heute das zweite Mal. Ich war auch schon beim Spiel gegen Frankfurt in der Halle.

Und was sagen Sie?

Svetislav: Die Mannschaft hat sich im Vergleich zum letzten Spiel, das ich hier gesehen habe, sehr entwickelt. Und die Atmosphäre ist wirklich toll. Man spürt, dass die Playoff-Zeit beginnt.

Am Samstag geht es für die Bayern in Quakenbrück los. Was sind Ihre Erwartungen?

Marko: Wir haben in der ersten Runde mit den Artland Dragons einen sehr starken Gegner. Unser großes Ziel ist es, das erste Spiel zu gewinnen – das hat für uns oberste Priorität. Dann wollen wir natürlich unsere Heimstärke nutzen. Für uns fängt jetzt eine neue Saison an und da wollen wir besser starten als damals im ersten Saisonspiel in Bonn. Dann sehen wir, was noch möglich ist.

Svetislav: Ich habe in den vergangenen Jahren die Bundesliga immer verfolgt und viel mit Marko oder meinen Trainerkollegen gesprochen. Ich weiß also, wie sich der deutsche Basketball entwickelt hat. Wenn ich also all das zusammennehme, muss ich sagen, es gibt keinen Favoriten. Natürlich ist Bamberg Erster, aber wie gesagt, in Deutschland ist alles möglich. Es gibt fünf, sechs Teams, die immer für einen Sieg gut sind. Das unterscheidet Deutschland von anderen europäischen Ligen, es wird also sehr interessant.

Durch den Aufstieg des FC Bayern ist noch einmal ein Ruck durch die BBL gegangen. Die Zuschauerzahlen steigen, genauso die TV-Quoten. Auf welchem Weg ist die deutsche Liga?

Svetislav: Die Entwicklung ist exzellent. Ich habe das Gefühl, dass sich nun alle über die Ergänzung durch den FC Bayern freuen – auch die Gegner. Dass Bayern die Entscheidung getroffen hat, die Basketball-Sektion zu gründen, tut allen gut – sowohl was den Wettbewerb als auch die gesamte Liga angeht.

Wie fällt Ihr Saison-Fazit aus?

Marko: Ulm war im positiven Sinne wirklich eine große Überraschung. Sie haben eine perfekte Saison gespielt und beispielsweise im Pokal-Halbfinale gegen Bamberg eine unglaubliche Leistung abgeliefert. Mein Respekt geht an Ulms Coach Thorsten Leibenath, der wirklich Großes geleistet hat, und an die Mannschaft. Was uns angeht, ist die Partie gegen Bremerhaven ein gutes Beispiel: Dass die Halle auch bei diesem Wetter, bei einem Spiel, dessen Ergebnis nichts mehr an der Tabelle verändern kann, ausverkauft war, ist toll. Insgesamt waren neun Heimspiele ausverkauft. Das habe ich so nicht erwartet. Neben dem sportlichen Erfolg, den wir unbedingt wollen, ist dieser Aspekt für mich eine große und positive Überraschung.

Svetislav: Ich kann das, was Marko gesagt hat, nur bestätigen. Ulm war eine positive Überraschung. Ich freue mich sehr für das Team. Und auch, was Marko über die Resonanz der Zuschauer in München, das Interesse, gesagt hat: Das ist eine sehr positive Sache und macht Hoffnung für die Weiterentwicklung der BBL.

Sie sind Deutschlands bekannteste Basketballfamilie. Wird daheim viel über Basketball gesprochen und sind Sie auch mal unterschiedlicher Meinung?

Marko: Wir sind immer unterschiedlicher Meinung. Das fördert die Diskussionen (lacht). Nein wirklich: Wir sprechen gar nicht so viel über Basketball.

Svetislav: Marko hilft mir viel. Er kennt den deutschen Basketball sehr genau. Und da diskutieren wir natürlich auch. Es gibt allerdings auch andere Themen. Aber wir sind eine ­Basketballfamilie. Meine Tochter hat Basketball gespielt, Marko sowieso, und auch meine Frau. Jan Jagla (verheiratet mit der Schwester von Marko Pesic, d. Red.) ist neues Familienmitglied geworden – ein Basketballer. Der Einzige, der nicht Basketball spielen möchte, ist Luca (Sohn von Marko Pesic, d. Red.). Er hat sich für Fußball entschieden.

Interview: Lena Meyer

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